In "Five Nights At Freddy’s 2" gibt es die Horror-Reunion des Jahres, aber der Film macht absolut gar nichts daraus!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Der zweite Teil der Videospielverfilmung steckt wieder bis obenhin voller Lore-Anspielungen. Dazu gibt es ein Wiedersehen mit zwei ikonischen Horror-Stars, aber die Verantwortlichen wissen mit dieser Steilvorlage leider so gar nichts anzufangen.

Wer „Five Nights At Freddy’s 2“ kritisiert (» hier geht’s zu meiner offiziellen FILMSTARTS-Besprechung), muss sich darauf einstellen, dass in den sozialen Netzwerken von Fans der Einwand erhoben wird, dass man bloß die ganzen Lore-Anspielungen nicht verstehen würde und die Meinung deshalb eh nichts wert sei. Ich lass' das mal so stehen, möchte aber vielleicht zumindest anmerken: Mir ist jede Menge Lore in einem sauspannenden Film immer noch lieber als jede Menge Lore in einer mies inszenierten und geschriebenen Schlaftablette…

Aber während ich sicherlich nicht jedes einzelne Game-Zitat mitbekommen habe, stecken in „Five Nights At Freddy’s 2“ auch erstaunlich viele Anspielungen auf das Kino der Neunziger – und das ist definitiv genau meine Ära: So erinnere ich mich etwa noch sehr genau, wie Wayne Knight, der in „Five Nights At Freddy’s 2“ den Arschloch-Lehrer Mr. Berg verkörpert und auf ziemlich öde weise off-screen gemeuchelt wird, in „Jurassic Park“ auf unvergessen-ikonische Art ums Leben kommt:

Als schmierig-gieriger Computer-Nerd Dennis Nedry versucht er, die Dinosaurier-Embryonen aus dem Park zu schmuggeln. Aber dann entdeckt er in einer der berühmtesten Szenen des Films einen ach so süßen Dilophosaurus, der plötzlich seinen Kamm ausfährt und ihm Gift ins Gesicht spritzt!

Der für mich beste Horrorfilm aller Zeiten

Achtung: Im Folgenden gibt es krasse Spoiler für den besten Slasher der Neunzigerjahre (wenn nicht gar aller Zeiten)!

Meine Leidenschaft fürs Kino entflammte Mitte der 90er Jahre nicht etwa ein Film von Rainer Werner Fassbinder oder Jean-Luc Godard, sondern Peter Hyams‘ mittelprächtiger, aber höchst unterhaltsamer Museumshorror „Das Relikt“. Mit einem guten Freund in einem Hamburger Vorortkino gesehen, beschlossen wir nach der Vorstellung, fortan mindestens einmal pro Woche ins Kino zu gehen, was wir dann auch tatsächlich über Jahre durchgezogen haben.

Einer der nächsten Filme war Scream – Schrei! von „Nightmare – Mörderische Träume“-Schöpfer Wes Craven. Im Anschluss musste ich mir von allen Seiten anhören, wie toll selbstironisch die Genreparodie doch gewesen sei. Obwohl ich selbst seit der Vorstellung aus Angst kein Auge mehr zugemacht hatte, nickte ich dann immer brav, auch wenn ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, was an diesem furchterregenden Film denn bitte schön lustig sein sollte…

Der beste erste Kill überhaupt

Für mich ist „Scream“ der perfekte Slasher. Trotzdem gibt es innerhalb des Meisterwerks noch einmal ein besonderes Prunkstück, nämlich den ersten Mord! Wenn Drew Barrymore alias Casey mit dem Killer telefoniert, während sich auf dem Herd langsam das Popcorn aufbläht und auf der Veranda ihr Footballer-Freund ausgeweidet wird (in der Uncut-Fassung mit raushängendem Darm), ist das bis heute eine der intensivsten Szenen der Horrorgeschichte.

Und das, obwohl sich das Telefongespräch zunehmend um Fanboy-Themen dreht. Auf die Frage nach dem Mörder in „Freitag der 13.“ hätte wohl fast jeder dieselbe falsche Antwort wie Casey gegeben. Ich allerdings nicht. Denn ich hatte damals weder von „Freitag der 13.“ noch von dem blutrünstigen Hockeymasken-Killer Jason Voorhees auch nur gehört…

Das ultimative Killer-Duo

Auch die Entlarvung des Ghostface-Killers ist bis heute absolut ikonisch. Die Idee, dass hinter der Maske zwei Mörder stecken, machte es nicht nur so gut wie unmöglich, auf die richtige Lösung zu kommen. Matthew Lillard und Skeet Ulrich legen als Stuart und Billy auch genau das richtige Maß an Wahnsinn an den Tag – vor allem natürlich Lillard, wenn man fast schon Mitleid mit Stuart bekommt, als ihm Billy beim Alibi-Messerstich die Waffe tiefer als geplant in die Seite rammt.

Nachdem Matthew Lillard als Kindermörder William Afton bereits in „Five Nights At Freddy’s“ ein Mini-Comeback gefeiert hat, war es deshalb eine freudige Botschaft, als Skeet Ulrich für „Five Night’s At Freddy’s 2“ angekündigt wurde. In einem Franchise, das eh voller Meta-Anspielungen steckt, hätte man aus dieser Reunion natürlich sonst was draus machen können.

Aber Pustekuchen! Nicht nur bleibt Matthew Lillards Auftritt diesmal auf kurze Rückblenden und Traumbesuche beschränkt, Skeet Ulrich wird sogar zum reinen Exposition-Erklärbär degradiert – eine weniger spannende Rolle hätte man für ihn wirklich nicht finden können. Natürlich glaubt man als „Scream“-Kenner, dass da doch einfach noch mehr dahinterstecken muss, dass spätestens im Finale noch ein großer Twist mit den beiden kommen wird. Aber noch mal Pustekuchen! Die beiden sind nie gemeinsam auf der Leinwand zu sehen…

Und falls ihr noch einen entsprechenden Streaming-Tipp braucht, bitte sehr:

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