"Wake Up Dead Man": Der Titel von "Knives Out 3" erklärt – es steckt mehr hinter dem Netflix-Krimi, als ihr denkt!
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Mit „Wake Up Dead Man“ als Titel für „Knives Out 3“ setzt Rian Johnson nicht nur eine Tradition der Reihe fort. Hinter der Titelwahl steckt dieses Mal sogar eine wichtige thematische Botschaft, die wir euch ohne (!) Spoiler erklären.

Es dürfte mittlerweile kein so großes Geheimnis mehr sein: Rian Johnson betitelt jeden seiner Krimis mit Daniel Craig als Meisterdetektiv Benoit Blanc nach einem Song einer populären Band. Knives Out“ lieh sich den Namen von einem Radiohead-Titel, „Glass Onion“ heißt auch ein Lied der Beatles. Natürlich geht auch „Wake Up Dead Man“ einen ähnlich musikalischen Weg – nur hat der Name dieses Mal noch düsterere Zusatzbedeutungen.

Das einfache vorweg: Der Titel stammt von dem Song „Wake Up Dead Man“, den die irische Rockband U2 auf ihrem 1997er-Album „Pop“ veröffentlichte. In dem recht roh produzierten, spirituell aufgeladenen Stück wendet sich Frontmann Bono klagend, flehend, aber auch wütend an Jesus und bittet ihn, aufzuwachen und ihm in dieser „fucked up“ Welt beizustehen. Das Stück ist hier aber nicht nur Namensgeber.

Die thematische Bedeutung hinter dem Song

Laut Rian Johnson war der Titel „Wake Up Dead Man“ dieses Mal schon lange, bevor er überhaupt über die Story des dritten Benoit-Blanc-Krimis nachdachte, in seinem Kopf. Und als er die Story entwickelte, war er die logische, sehr passende Wahl. Denn es ist nicht nur ein stilistischer Gag, sondern ein Verweis auf den düsteren Gothic-Stil des Films und die religiösen und existenziellen Themen – und womöglich auch auf die Weltlage.

Film und Lied beschäftigen sich beide deutlich mit Religion und Glauben. Der U2-Song ist ein Hilfeschrei, aber auch eine Anklage an Gottes Sohn. Er ist aber auch getragen von dem Glauben, dass diese höhere Macht die auseinanderfallende Welt schon irgendwie kitten wird. Der Film greift diese Themen auf.

Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery
Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery
Starttermin 27. November 2025 | 2 Std. 24 Min.
Von Rian Johnson
Mit Daniel Craig, Josh O'Connor, Cailee Spaeny
User-Wertung
3,8
Filmstarts
4,0
Im Stream

Wie Johnson in den Netflix-Pressematerialen zu „Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery“, so der komplette offizielle Titel, verrät, ist es sein „persönlichster Film“. Er setzte sich durch die Arbeiten mit seinem eigenen Blick auf Glauben, Zweifel und Moral auseinander. Auch sein für ihn stehender Ermittler Benoit Blanc muss sich seinem eigenen Verhältnis zur Religion stellen, die eigentliche Hauptfigur, ein Priester, steckt in einer Sinn- und Glaubenskrise, ist aber überzeugt, dass sich mit Gottes Wille alles irgendwie einrenkt. Und ohne viel vorwegzunehmen, hat der Mordfall auch ein paar Aspekte, die ihn wie ein „Wunder“ erscheinen lassen.

Auch wenn wir keine expliziten Aussagen von Johnson dazu finden konnten, ist der Autor dieser Zeilen davon überzeugt, dass der Regisseur mit der Liedwahl gleichzeitig ganz weltliche Themen adressiert. Wie in den beiden vorherigen Filmen beschäftigt er sich in „Knives Out 3“ schließlich auch stark mit der Welt, in welcher wir gerade leben. Er zeigt, wie sie immer mehr zu der „fucked up world“ wird, die Bono bereits in den 1990er-Jahren beklagte.

Ein Netflix-Highlight voller Zwischentöne

Was „Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery“ aber so herausragend macht: Johnson adressiert diese ernsten Themen, eröffnet uns die Möglichkeit, sich mit der Welt und dem Glauben zu beschäftigen. Es sind aber nur Zwischentöne. In erster Linie ist auch der dritte Teil wieder ein waschechter Benoit-Blanc-Krimi – humorvoll, clever konstruiert und voller typischer Whodunit-Momente zum Miträtseln.

„Wake Up Dead Man“ ist so nicht nur der Titel der bisherigen Trilogie, der sich am engsten an die inneren Themen des Films anschmiegt, sondern vor allem der Titel eines verdammt guten Films. Mehr dazu gibt es auch in unserer ausführlichen FILMSTARTS-Kritik. Und falls ihr einen weiteren Netflix-Tipp braucht, werdet ihr im folgenden Artikel fündig:

Keine 2 Wochen nach Kinostart gibt es dieses Superstar-Schaulaufen jetzt bei Netflix

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