Jedes Genre weist irgendwann Abnutzungserscheinungen auf, sodass man früher oder später zwangsläufig das Gefühl bekommt, alles schon mal irgendwie gesehen zu haben. Gut, aber es kann eben auch nicht jeder Film das Rad neu erfinden – oder über die Stränge schlagen wie noch kein Film zuvor. „Marco“ allerdings schickt sich an, zumindest in letzterem Punkt abzuliefern.
Schließlich gilt „Marco“ als der brutalste Film der indischen Kinogeschichte. Nicht ganz zufällig erhielt der Rache-Reißer als erste indische Produktion in Singapur die seltene höchste Altersfreigabe ab 21 Jahren – und auch in Deutschland hatte es die Schlachtplatte schwer. Für die Auswertung im Kino benötigte es ganze drei Anläufe (!) bei der FSK, bis diese die Uncut-Version schließlich doch noch ab 18 Jahren freigab. Am Ende kam der Actionfilm noch einmal mit einem blauen Auge davon – und auch fürs Heimkino (hierfür ist eine neue Freigabe vonnöten) gab es grünes Licht.
Was wirklich hinter dem schon jetzt berühmt-berüchtigten Brutalo-Exzess steckt? Genau das könnt ihr ab heute auch im Streaming herausfinden:
„Marco“ steht seit dem heutigen 25. Dezember 2025 als Video-on-Demand zur Verfügung. Und zwar ungeschnitten! Unter anderem bei Amazon Prime Video könnt ihr den Streifen also ab sofort erwerben und direkt schauen. Auch hier gibt es (natürlich) eine rote Ab-18-Kennzeichnung, während die am 15. Januar 2026 erfolgende Uncut-Veröffentlichung in zahlreichen limitierten 4K-Mediabooks* mit einem Spio/JK-Siegel daherkommt.
"Marco": Was steckt hinter dem "brutalsten indischen Film aller Zeiten"?
Aber wird der neue Film von Regisseur Haneef Adeni („Mikhael“) seinem vorauseilenden Ruf am Ende auch gerecht? Und lässt sich Härte überhaupt in irgendeiner Form als Qualitätsmerkmal festmachen? Von uns gibt es darauf ein klares Jein!
Denn eines ist klar: Ja, hier geht es ans Eingemachte – und zwar ohne Kompromisse. Von noch vergleichsweise klassischen Waffen wie Knarren, Messern und Schwertern bis hin zu Säurebädern oder Kettensägen erwartet euch hier so ziemlich alles, mit dem sich richtig Schaden anrichten lässt. Und ganz egal, ob nun Vierbeiner oder Schwangere: Hier wird absolut niemand verschont!
Dass unser Titelheld im Zuge des Gemetzels als geradezu mythische Über-Macht in Erscheinung tritt, überrascht dabei nicht – schließlich hauen uns indische Blockbuster (von „RRR“ bis „Jawan“) regelmäßig derartige Larger-than-Life-Figuren um die Ohren, die stets über den Dingen zu stehen scheinen. Was anderswo zu Eskapismus einlädt, ist in diesem Fall allerdings ein Problem: Ähnlich wie auch schon bei dem kontrovers diskutierten, ebenfalls aus Indien stammenden „Animal“ ist auch der von Unni Mukundan gespielte Marco eine schlichtweg problematische Figur – die zum unkaputtbaren Ultramacho aufgeblasen wird.
Eingefangen in ultrastylischen Bildern, massakriert sich dieser widerwärtigst durch seine Gegenüber und begeht regelrecht unvorstellbare Gräueltaten in Superzeitlupe, während uns fetzige Pop- und House-Tracks um die Ohren geschmettert werden. Aber selbst alle Tabus sprengenden Gewaltspitzen verlieren ihre Wirkung, wenn sie derart verherrlicht werden – und damit komplett im Kontrast zur Erzählung dieser so düsteren Geschichte stehen. Oder wie es unser Autor Thorsten Hanisch in der FILMSTARTS-Kritik zusammenfasst: „Der brutalste Film Indiens ist halt auch echt nur das: der brutalste Film Indiens. Gewalt gibt es reichlich, aber sonst fast nichts.“
"Marco": Das ist die Story
Marco ist Teil einer Gangsterfamilie, in der er allerdings als schwarzes Schaf angesehen wird – und eigentlich hat er auch beschlossen, den Clan und dessen zweifelhaftes kriminelles Treiben hinter sich zu lassen. Als eines Tages jedoch sein blinder Bruder ermordet wird, holt ihn seine Vergangenheit ein. Marco schwört Rache!
Er will sich die Mörder seines Bruders vornehmen – und begibt sich auf einen blutigen Vergeltungszug durch die Unterwelt, auf dem er allerdings schon bald merkt, dass ihm seine Widersacher in Sachen Rücksichtslosigkeit in nichts nachstehen…
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