15 Jahre nach „Tron: Legacy“ und sogar ganze 43 Jahre nach dem originalen „Tron“ ist es in „Tron: Ares“ zurück aufs Raster gegangen, und das mittlerweile auch auf Disney+*. Darin verschlägt es die Programme in Menschengestalt aus der Computerwelt allerdings in die Realität – eine Idee, die schon im Vorgänger vorbereitet wurde. Teil 3 knüpft nun aber trotzdem nicht direkt an Teil 2 an, sondern rollt diese Prämisse mit frischen Figuren noch einmal neu auf.
Alle Fans von „Tron: Legacy“, die davon enttäuscht sind und vergeblich auf eine Rückkehr von Garrett Hedlund und Olivia Wilde als Sam Flynn und Quorra gehofft haben, bekommen dann aber ganz zum Schluss zumindest einen Teaser, der Hoffnung auf ein entsprechendes Comeback in einem potentiellen „Tron 4“ macht. Doch die Aussichten dafür stehen mittlerweile trotzdem eher schlecht...
Ares auf der Suche nach Quorra aus "Tron: Legacy"
„Tron: Ares“ endet damit, dass die zunehmend Gefühle an den Tag legende titelgebende KI (gespielt von Jared Leto) dank des Permanence-Codes jetzt dauerhaft in der echten Welt verbleiben kann. Damit genießt sie eine Freiheit, die anderen Programmen bislang verwehrt ist, ist dafür nun aber auch sterblich und kann somit nicht einfach neu im Computer erschaffen werden, wenn sie einmal das Zeitliche segnet.
Um seinen Platz in der Welt zu finden und sich Rat zum Dasein eines Programms außerhalb des Computers einzuholen, hat sich Ares nun ein neues Ziel gesetzt, wie ein Blick auf entsprechende Fotos in der letzten Szene vor dem Abspann zeigt: Er möchte die aus „Tron: Legacy“ bekannte Quorra (Olivia Wilde) finden, die bereits damals am Ende des Films zusammen mit Sam Flynn (Garrett Hedlund) als erstes Programm überhaupt in die reale Welt gelangt ist.
Woher Ares von Quorra weiß, ist unklar und wie sie offenbar so lange in der Wirklichkeit überlebt hat, ist unklar. Womöglich hat sie als Schützling von Raster-Guru und Sam Flynns Vater Kevin Flynn (Jeff Bridges) bereits dessen Permanence-Code verpasst bekommen. Oder aber ihre Besonderheit als nicht von einem User entwickeltes, sondern von allein aus dem digitalen Nichts entstandenes ISO-Programm hat es ihr direkt ermöglicht, ihrer virtuellen Heimat dauerhaft zu entfliehen.
Die Abspannszene von "Tron 3" lässt einen "Tron"-Bösewicht wiederauferstehen
Doch ist mit Ares’ angedeuteter Suche das Ende von „Tron: Ares“ noch nicht ganz erreicht. In einer Abspannszene nach den ersten Credits gibt es nämlich noch mal ein Widersehen mit Konzernchef und Bösewicht Julian Dillinger (Evan Peters). Der hat sich als Urheber für das im Film ausgebrochene Chaos auf der Flucht vor der Polizei kurzerhand selbst digitalisiert, nur um sich nun auf seinem trostlosen, da nahezu ausgelöschten Raster wiederzufinden. Hier stößt er auf einen für ihn bestimmten Identitätsdiskus, wie ihn grundsätzlich alle Programme und User in der digitalen Welt verpasst bekommen. Doch seiner dürfte eingefleischten Fans des „Tron“-Originals vertraut vorkommen.
Über einen ganz ähnlichen Diskus mit Zielscheiben-Muster verfügte nämlich bereits Sark (David Warner), ein von Kevin Flynns einstigem Erzfeind und Julian Dillingers Großvater Ed Dillinger (ebenfalls David Warner) geschriebenes Programm, das als rechte Hand die Befehle des nach mehr und mehr Macht strebenden Master Control Programs ausführte. Und diese Anspielung auf Sark wird dann noch einmal unterstrichen, als Julian den Diskus berührt und wir plötzlich den alten Anzug ebenjenes Programm um ihn herum aufblitzen sehen.
Es sieht also ganz danach aus, als könnte der Dillinger-Spross nun zum neuen Erfüllungsgehilfen eines Master Control Programs werden oder gar selbst dessen Platz einnehmen und sich eine neue digitale Welt aufbauen. Zweifellos nach Rache an Ares sinnend, könnte er diese Welt dann als Ausgangspunkt nehmen, um sich eine Armee von Programmen heranzuzüchten, mit denen er dann in die echte Welt einmarschiert – vorausgesetzt, er findet einen Weg in diese zurück.
Doch genau das wäre ein weiterer möglicher Handlungsstrang in einer nächsten „Tron“-Fortsetzung gewesen, den man dann gut mit der Fortführung von Ares’ Geschichte hätte verknüpfen könnte. So könnte sich Ares – eventuell mit Unterstützung von Quorra und Sam Flynn – erneut Julian entgegenstellen, um dessen Pläne zu vereiteln. Dass wir das so oder so ähnlich eines Tages aber tatsächlich zu Gesicht bekommen werden, ist mittlerweile ziemlich unwahrscheinlich.
Nach "Tron 3"-Flop gibt es kaum noch Hoffnung für "Tron 4"
Nach dem enttäuschenden Abschneiden von „Tron: Ares“ an den Kinokassen (weltweites Einspiel: 142 Millionen Dollar bei Produktionskosten von mindestens 180 Millionen Dollar) soll man Insider-Quellen des Hollywood Reporters zu Folge bei Disney den Entschluss gefasst haben, das „Tron“-Franchise auf Eis zu legen. Ob es eines Tages erneut wiederbelebt wird, steht in den Sternen. In naher Zukunft dürfte das jedoch nicht passieren.
„Tron: Ares“ ist heute übrigens nicht die einzige Streaming-Neuheit bei Disney+. Über welchen Serien-Nachschub ihr euch außerdem freuen könnt, verrät der folgende Artikel:
Staffel 5 ist da: Eine der besten Serien auf Disney+ geht heute endlich weiterDies ist eine anlässlich der Disney+-Veröffentlichung von „Tron: Ares“ aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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