Neu bei Amazon Prime Video: Ein Abenteuerfilm für Fans von "Braveheart" und Co.
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Ein (aus dem Volksmund stammender, historisch nicht verbuchter) Schweizer Nationalheld trifft auf Schlachten, wie Mel Gibson sie gerne inszeniert: Eine opulente „Wilhelm Tell“-Variante ist ab sofort im Abo von Amazon Prime Video abrufbar.

Mythen, Sagen und legendäre Erzählungen aus dem deutschen Sprachraum erleben derzeit eine kleine Kino-Renaissance: Erst kürzlich wurde das Nibelungenlied als Fantasy-Saga im Stil von „Game Of Thrones“ neu erfunden (mehr dazu), und auch der Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell wurde mit ordentlich Bombast an heutige Sehgewohnheiten angepasst.

Dabei kam ein Film zustande, der mit internationalen Stars wie Ben Kingsley, den aus der „Pirates Of The Caribbean“-Reihe bekannten Golshifteh Farahani und Jonathan Pryce sowie „28 Weeks Later“-Veteranin Emily Beecham und „Hot Fuzz“-Darsteller Rafe Spall besetzt ist. An den deutschen Kinokassen fand das Projekt zwar wenig Beachtung, doch vielleicht schlägt nun die große Stunde dieser Historien-Action:Wilhelm Tell“ ist ab sofort bei Amazon Prime Video im Abo enthalten!

Darum geht es in "Wilhelm Tell"

Das frühe 14. Jahrhundert: Das Heilige Römische Reich zerfällt – und die daraus resultierende Unsicherheit nutzt König Albrecht (Ben Kingsley), um mit seinen Truppen in die friedlichen Alpenregionen einzumarschieren. Die Willkür der Gewalt und die ständige Unterdrückung durch den Habsburger bringt das sonst so gemütliche Schweizer Volk dazu, vehement zu rebellieren.

Als der Jäger und Ex-Kreuzritter Wilhelm Tell (Claes Bang) einem Flüchtigen Schutz gewährt und sich damit selbst zur Zielscheibe des herrischen Regimes macht, kippt die Stimmung im Land endgültig: Tell wird zum Anführer eines Freiheitskampfes, der in die Geschichte eingehen soll...

Von Schiller zu Mel Gibson und "Gravity"

...und das nicht bloß als Nationalmythos: Die Schweizer Sagengestalt steht im Fokus eines seit 1804 ungebrochen populären Theaterstücks des Dramatikers Friedrich Schiller. Dieses Stück ist es auch, das „Wilhelm Tell“-Regisseur und -Autor Nick Hamm als groben Orientierungspunkt für seinen Film nahm. Bloß, dass sich Hamm inszenatorisch deutlicher an epischen Historien-Actionabenteuern wie Mel Gibsons „Braveheart“ bediente als man es sonst von Schiller-Interpretationen gewohnt ist.

Es ist ein Clash der Einflüsse, an dem FILMSTARTS-Autor Michael Meyns Gefallen gefunden hat. So schreibt er in seiner Rezension über den losen Umgang mit der Vorlage: „Die daraus resultierende erzählerische Freiheit nutzt der englische Regisseur Nick Hamm zu einem sehr unterhaltsamen Abenteuerfilm, in den der Däne Claes Bang mit Verve und Pathos als kampfesmüder Kreuzritter in den Kampf gegen die Unterdrückung zieht.“

Für die zusätzliche Prise an hollywoodreifer Intensität sorgt Komponist Steven Price, der für den soghaften Weltall-Thriller „Gravity“ einen Academy Award erhalten hat und unter anderem Edgar Wrights Horrorfilm „Last Night In Soho“ musikalisch untermalte. Für die wuchtigen Bilder ist derweil Kameramann Jamie D. Ramsay mitverantwortlich, der auch den (alb-)traumhaften, bitter-schönen Film gedreht hat, den wir euch im folgenden Heimkino-Tipp näher vorstellen:

Neu im Heimkino: Der beste Film des Jahres ist ein traurig-tröstliches, (alb-)traumhaftes Meisterwerk

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren