Keine Frage: Dass er Regie führen kann, hat Andrew Stanton nicht nur mit den beiden eingangs erwähnten Klassikern bewiesen. Auch die ebenfalls fantastischen Pixar-Filme „Das große Krabbeln“ und „Findet Dorie“ gehen auf sein Konto und aktuell legt er letzte Hand an den heiß erwarteten „Toy Story 5“, der am 18. Juni 2026 in die Kinos kommen wird.
In den vergangenen Jahren sammelte er auch fleißig weiter Live-Action-Erfahrung - allerdings auf dem kleinen Bildschirm. So inszenierte er zwei Episoden von „Stranger Things“ sowie jeweils eine Folge zu den renommierten Serien „Legion“, „Tales From The Loop“, „For All Mankind“, „3 Body Problem“ und „Better Call Saul“.
Vor allem gibt es aber einen Kino-Misserfolg in seiner Vita - wobei: Der Autor dieser Zeilen bekennt sich dazu, auch dem Megaflop „John Carter – Zwischen zwei Welten“ von 2012 einiges abzugewinnen. Die Schauwerte darin stimmen und auch der Plot, basierend auf einer uralten Romanreihe von „Tarzan“-Erfinder Edgar Rice Burroughs, ist nicht so schlecht, wie er von vielen geredet wird. Jetzt hat Stanton einen zweiten Live-Action-Spielfilm inszeniert.
"In The Blink Of An Eye" neu auf Disney+: Science-Fiction-Episoden-Epos mit Seele?
Die Vorliebe des Regisseurs für Science-Fiction-Stoffe ist der soeben aufgeführten Schaffensliste deutlich zu entnehmen. „In The Blink Of An Eye“ ist jetzt der nächste Schritt in diese Richtung. Nachdem der Film zuletzt seine Premiere im Januar 2026 auf dem Sundance Film Festival gefeiert hat, kommt er jetzt allerdings nicht regulär in die Kinos. Stattdessen könnt „In The Blink Of An Eye“ ab heute auf Disney+ im Streaming-Abo schauen:
Stanton hat damit ein Drehbuch von Colby Day verfilmt. Der konnte zuvor mit „Spaceman“ (mit Adam Sandler und basierend auf dem Roman „Spaceman Of Bohemia“ von Jaroslav Kalfař) bereits Erfahrung im Science-Fiction-Bereich sammeln.
Inhaltlich scheint das episch wirkende Werk am ehesten die Richtung von Christopher Nolans „Interstellar“, „Cloud Atlas“ von den Wachowski-Schwestern und Tom Tykwer sowie Darren Aronofskys „The Fountain“ einzuschlagen.
Darum geht es in "In The Blink Of An Eye"
Erzählt werden drei ineinander verschlungene Geschichten, in der jede zu den jeweils anderen einen Bezug hat – und das über Jahrtausende hinweg! Das Thema „Zeit“ spielt nämlich die wichtigste Rolle, wenngleich auch über das Menschsein als solches philosophiert wird.
Die erste Erzählung springt 45.000 Jahre zurück, in eine Zeit, in der die Neandertaler kurz vor dem Aussterben stehen, weil sich die Spezies Homo sapiens durchsetzen wird. Wir begleiten eine Neandertaler-Familie, bestehend aus Thorn (Jorge Vargas), seiner Frau Hera (Tanaya Beatty), ihrer Tochter Lark (Skywalker Hughes) und einem neugeborenen Baby, wie sie die Herausforderungen des vorzeitlichen Lebens meistert, insbesondere, als Thorn durch einen Sturz schwer verletzt wird und die anderen sich um ihn kümmern müssen.
Im Hier und Jetzt untersucht Anthropologin Claire (Rashida Jones) beruflich Thorns Skelett. Privat hat sie eine Affäre mit ihrem Kollegen Greg (Daveed Diggs) angefangen. Der ist schwer in sie verliebt, während sie sich vor allem für ihre Arbeit interessiert und am Rande auch für die Pflege ihrer erkrankten Mutter verantwortlich ist.
Die dritte Handlungsebene spielt dann im 25. Jahrhundert. Dort begleiten wir die Astronautin Coakley (Kate McKinnon). Diese wurde genetisch so verändert, dass sie schon einige hundert Jahre alt ist, sieht aber trotzdem aus und ist mindestens so fit als wäre sie Anfang 40. Sie ist alleine auf sich gestellt in einem mit Stammzellen beladenen Raumschiff unterwegs zu einem anderen Planeten. Dort soll die Menschheit einen Neustart hinlegen, nachdem die Erde unbewohnbar geworden ist. Als eine Infektion die Pflanzen an Bord befällt, die für die Sauerstoffproduktion zuständig sind, müssen Coakley und der empfindungsfähige Bordcomputer entscheiden, was zu tun ist.
Das sagen die ersten Kritiken
Das klingt alles eigentlich sehr interessant, aber offenbar gibt es einen Haken. Denn bei der englischsprachigen Filmkritik kam das Sci-Fi-Drama im Anschluss an sein Festival-Debüt leider nicht gut weg: Auf dem Review-Sammelportal Rotten Tomatoes waren nach der Weltpremiere magere 16 Prozent der Rezensionen positiv. Das Konkurrenz-Sammelportal Metacritic verzeichnete die durchschnittliche Punktzahl der vorliegenden Kritiken bei enttäuschenden 37 von 100 Punkten.
Doch wie immer gilt: am besten macht man sich selbst ein Bild – was ab heute auf Disney+ möglich ist. Und sollte man sich nach dem Ansehen von „In The Blink Of An Eye“ denken: „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“: Hier gibt es den Trailer zu Andrew Stantons (fast) garantiertem nächsten Pixar-Hit „Toy Story 5“:
Der erste Trailer zu "Toy Story 5" ist da: Wie sollen sich Buzz und Woody nur gegen diese Konkurrenz durchsetzen?*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.