Was macht einen Schauspieler oder eine Schauspielerin so richtig gut – oder gar zum Besten seiner bzw. ihrer Zunft? Ist es technische Präzision, perfektes Timing, die vollständige Kontrolle über Stimme und Körper? Oder kommt man dieser Frage doch eher mit abstrakteren Kategorien bei, beispielsweise Charisma?
Und wie ließe sich ganz konkret bestimmen, wem dieser Titel am Ende gebührt – ist es die Anzahl der gewonnenen Preise oder doch vielmehr eine möglichst makellose Rollenwahl? Wissenschaftlich klären lässt sich das eher schwer – eine von einem Autor und Datenanalyst initiierte Studie hat es trotzdem versucht. Und ist sogar zu einem Ergebnis gekommen! (via IMDb)
Untersucht wurden dabei mehrere Faktoren. Zum einen wurden Online-Bewertungen der Filme verschiedener namhafter Hollywood-Größen ausgewertet (anhand der Resultate ist davon auszugehen, dass vor allem US-amerikanische und britische Schauspieler*innen unter die Lupe genommen wurden) – also Ratings von Zuschauer*innen und Kritiker*innen auf Plattformen wie IMDb, Rotten Tomatoes und Letterboxd. Obwohl die Relevanz von Einspielergebnissen für die Frage nach schauspielerischer Qualität fraglich ist, wurden auch sie einbezogen – und natürlich die Anzahl der Oscar-Nominierungen und -Gewinne.
Das sind die 3 besten Schauspieler der Welt
Drei Schauspieler (allesamt männlich) lagen am Ende gleichauf – der jüngste von ihnen: Leonardo DiCaprio. Er hatte bei den Online-Bewertungen die Nase vorn, zudem trat er in zahlreichen Filmen auf, die sowohl kommerziellen Erfolg als auch positive Kritiken vorweisen konnten – darunter „Inception“, „The Wolf Of Wall Street“ und „Once Upon A Time... In Hollywood“.
Er selbst hat zwar erst einen Academy Award im Regal stehen (für „The Revenant – Der Rückkehrer“), doch zahlreiche Filme, in denen er mitgewirkt hat, erwiesen sich bei den Oscars als überaus erfolgreich. Am 15. März hat er übrigens zum achten Mal eine Chance auf einen der begehrten Goldjungen – für seine Leistung in „One Battle After Another“, der mit insgesamt 13 Nominierungen ins Rennen geht.
Auch Paul Newman hat (neben zwei Ehrenpreisen) nur einen regulären Oscar gewonnen: 1987 wurde er für seine Hauptrolle in Martin Scorseses Billard-Drama „Die Farbe des Geldes“ geehrt. Darüber hinaus hat er in teilweise oscargekrönten Klassikern wie „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, „Zwei Banditen“, „Der Unbeugsame“, „Der Clou“ oder „The Verdict“ mitgespielt – allesamt hoch gelobte Filme. Und 1974 war er (neben Steve McQueen) sogar das Gesicht des erfolgreichsten Films des Jahres: dem Katastrophen-Blockbuster „Flammendes Inferno“ (dem er selbst übrigens rein gar nichts abgewinnen konnte). Das alles scheint auszureichen, um auch Newman zu einem der drei besten Schauspieler aller Zeiten zu machen.
Damit kommen wir zur Nummer drei: Al Pacino. Kein Wunder, wenn man sich die Filmografie des heute 85-Jährigen anschaut: So spielte er in ikonischen Filmen wie Francis Ford Coppolas „Der Pate“-Trilogie (Teil 1 war der größte Oscar- und auch Box-Office-Erfolg des Jahres 1972), dem Gangster-Epos „Scarface“ oder dem Thriller-Meilenstein „Heat“ mit. Seinen bislang einzigen Schauspiel-Oscar erhielt er 1993 für „Der Duft der Frauen“.
Kann man die Studie tatsächlich ernst nehmen?
Ein wenig fragwürdig ist dieses Ergebnis schon – so hätten es Schauspielerinnen wie Meryl Streep (die mit 21 Oscar-Nominierungen einen Rekord hält!) oder Emma Thompson zwar beinahe geschafft, darüber hinaus ist das Gewinnerfeld rein männlich. Und was ist eigentlich mit Robert De Niro, Marlon Brando oder Daniel Day-Lewis, dem bislang einzigen Schauspieler, der drei Oscars als Bester Hauptdarsteller gewonnen hat? Ganz zu schweigen von sämtlichen Schauspieler*innen aus anderen Sprachräumen? Ganz ernstzunehmen ist die Studie also nicht – bzw. zeigt sie vor allem die Grenzen der eigenen Methodik auf.
Ebenfalls ermittelt wurde übrigens der meistgehasste Schauspieler der Welt. Um wen es sich handelt, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel: