Horror-Kult: Dieser subversive Slasher-Klassiker stand 25 (!) Jahre auf dem Index – jetzt gibt es ihn ungekürzt mit FSK 16
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Ob Sammlereditionen aus aller Welt, aktuelle Schnäppchen oder Uncut-Horror – er weiß ganz genau, wie man an die großen Must-Haves kommt.

Wenn William Lustig zur Tat schreitet und Slasher-Pulp auf Cop-Thriller trifft, geht's ans Eingemachte. In den 80ern landete dieser Mix auf dem Index, inzwischen erteilte die FSK eine Freigabe ab 16 für den Kultfilm, der jetzt in 4K erhältlich ist.

Auch wenn sein Name etwas anderes vermuten lassen könnte, gibt es in den Filmen von William Lustig selten etwas zu lachen. Der Neffe von Boxlegende Jake LaMotta (in Martin Scorseses Biopic „Wie ein wilder Stier“ von Robert De Niro gespielt) ist bekannt dafür, seine Heimatstadt New York von ihrer finstersten Seite zu zeigen – und machte sich in den 80ern und 90ern einen Namen mit ebenso atmosphärischen wie kompromisslosen Big-Apple-Schockern.

Für damalige Verhältnisse schlug der mittlerweile 70-Jährige in Sachen Härte gerne mal über die Stränge, was in Deutschland regelmäßig zu Indizierungen führte. Zunächst etwa im Falle seines wohl bekanntesten Hits „Maniac“, bevor es schließlich auch „Maniac Cop“ traf. In Deutschland landete die ungekürzte Fassung des Films 1988 auf dem Index, durfte ganze 25 Jahre nicht offen beworben und verkauft werden – bevor die FSK schließlich Erbarmen zeigte. Im Zuge einer Neuprüfung im Jahr 2013 wurde dem Reißer keine Jugendgefährdung mehr attestiert. Mit Verspätung gab es für die Uncut-Version also doch noch grünes Licht – und sogar eine Freigabe ab 16 (!) Jahren.

Nachdem der Film vor einigen Monaten bereits seine Ultra-HD-Premiere im streng limitierten Doppelpack-Mediabook* mit „Maniac Cop 2“ (auf Blu-ray) feierte, kommen mittlerweile auch all jene Genre-Connaisseure auf ihre Kosten, die keinen Wert auf teure Sammlerstücke legen – und ihre Schlachtplatten einfach nur für möglichst kleines Geld ungeschnitten serviert bekommen wollen. „Maniac Cop“ ist endlich als handelsübliche, preisgünstige Standardvariante auf 4K-Blu-ray erhältlich. Natürlich uncut.

Parallel dazu kam damals übrigens ein Set inklusive der (ersten) Fortsetzung zum Sparpreis auf DVD* und Blu-ray* in den Handel. Am Ende bleibt natürlich euch überlassen, für welche Ausgabe ihr euch entscheidet – wobei der Verfasser dieses Artikels eine klare Empfehlung hat…

"Maniac Cop" ist okay, "Maniac Cop 2" macht richtig Spaß!

Teil 1 leidet ein wenig unter dem Ruf, der ihm vorauseilt. Ja, ein Polizist, der Gräueltaten begeht, mag seinerzeit zwar für subversiven Schrecken gesorgt haben (ähnlich wie auch der mordende Santa in „Stille Nacht - Horror Nacht“). Genau wie bei „The Human Centipede“ ist das zugrunde liegende Konzept am Ende allerdings weit spannender als der Film selbst. „Maniac Cop“ mag so am Ende zwar durchaus stimmungsvoll und auch seine Momente haben, den ganz großen Klassikerstatus erlangte er jedoch nie. Und das nicht umsonst.

Wer sich dazu entschließt, der Fortsetzung nichtsdestotrotz eine Chance zu geben, wird jedoch für seinen Mut belohnt. „Maniac Cop 2“ ist nicht nur wesentlich aufwändiger produziert, sondern macht vor allem auch viel mehr Spaß. Denn als Action-Horror-Hybrid geht er gleich von Beginn an in die Vollen – indem er etwa die Überlebenden aus dem Vorgänger (u.a. „Tanz der Teufel“-Kultmime Bruce Campbell) gleich zu Beginn beseitigt und dem Publikum somit unmissverständlich verklickert: Niemand ist hier sicher!

Hinzu kommt Lustigs Inszenierungsfreude, die exponentiell zu den Produktionskosten explodierte. Sowohl die blutigen Horrorsequenzen als auch die temporeichen Action-Momente sind kompetent inszeniert und drücken richtig auf die Tube, was dem Spaßfaktor des Films immer wieder zugute kommt. Tonal geht das hier und da zudem fast schon in die Richtung eines „Terminator“ oder „RoboCop“ – und dürfte Fans jener Sci-Fi-Klassiker durchaus abholen. Doch auch wenn „Maniac Cop 2“ am Ende der beste Teil der Reihe ist (das ebenfalls sehenswerte Remake mit Elijah Wood mal ausgeklammert), sollte man sich stets bewusst sein, dass es sich dabei am Ende um vergleichsweise günstig produzierte Exploitation-Reißer handelt handelt – die man auf keinen Fall zu Ernst nehmen sollte.

Und wenn ihr zudem Lust auf einen Kultfilm habt, der Horror mit Sci-Fi-Elementen vermischt: Vielleicht ist der folgende Skandaltitel was für euch, gegen den sogar einer der Stars protestierte...

Eine der legendärsten Slasher-Horror-Reihen geht weiter: Im ersten Trailer zu "Scream 7" darf Ghostface wieder metzeln!

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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