Heute im TV: Der zweite Teil einer erfolgreichen Kino-Trilogie mit jeder Menge deutscher Topstars!

Liebhaber*innen der aktuellen deutschen Kino-Unterhaltung dürften „Der Nachname“ schon allein aufgrund seines sehr prominenten Ensembles um Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz und Iris Berben sehen wollen ...

Der zur Primetime gezeigte „Der Nachname“ ist der zweite von drei deutschen Filmen, die allesamt auf einem erfolgreichen französischen Theaterstück basieren. Natürlich schadet es nicht, den Vorgänger „Der Vorname“ gesehen zu haben. Dringend notwendig ist dessen Kenntnis allerdings nicht, um am Abend einschalten und Spaß haben zu können.

„Der Nachname“ läuft am heutigen 30. August 2026 um 20.15 Uhr auf Sat.1. Eine Wiederholung folgt am 6. September um 22.25 Uhr. Alternativ könnt ihr den FSK-0-Titel aktuell ohne Aufpreis im Rahmen jeder Menge Flatrate-Abos sehen. So werdet ihr unter anderem in den Angeboten von Amazon Prime Video*, WOW*, HBO Max und MagentaTV fündig. Wer keines dieser Streaming-Abos besitzt, aber bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann auch auf Blu-ray und DVD oder Video-on-Demand ausweichen:

Ist "Der Nachname" so gut wie "Der Vorname"?

Regisseur Sönke Wortmann feierte seinen Durchbruch in den 1990ern mit Komödien-Hits wie „Kleine Haie“ und vor allem „Der bewegte Mann“. Seitdem liefert der Filmemacher aus dem Ruhrgebiet beinahe kontinuierlich einen Leinwanderfolg nach dem anderen ab. So stammen unter anderem auch „Das Wunder von Bern“ (2003), „Die Päpstin“ (2012), „Frau Müller muss weg“ (2015) und „Contra“ (2021) von ihm, die allesamt am Box-Office abräumten. Ähnlich wie „Contra“ war auch der 2018 in die Kinos gekommene „Der Vorname“ das Remake eines französischen Vorbilds.

„Der Vorname“ nahm während seiner Laufzeit im Kino spielend die Millionenhürde und wurde zu einem der erfolgreichsten Filme aus deutscher Produktion des Jahres. Da ist es natürlich klar, dass über ein Sequel nachgedacht wurde. Allerdings hatte das gleichnamige gallische Original kein solches erhalten. Und auch das beiden Filmen zugrunde liegende Theaterstück von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière wurde auf der Bühne nicht fortgesetzt.

Deshalb wurde Claudius Pläging, der gemeinsam mit Alexander Dydyna schon das Skript für das vorhergehende Remake von „Der Vorname“ verfasst hatte, vom Studio Constantin Film („Der Schuh des Manitu“) beauftragt, eine eigene Weiterführung der Story zu verfassen.

Für „Der Nachname“ wurde der Handlungsort von Bonn nach Lanzarote verlegt, wo die im Mittelpunkt stehende bürgerliche Familie ein Feriendomizil besitzt. Die Hauptfiguren sind dieselben wie beim Erstling. Und trotz einiger Außenaufnahmen kann der Film erneut als Kammerspiel bezeichnet werden, das primär durch pointierte Dialoge vorangebracht wird.

Der Nachname
Der Nachname
Starttermin 20. Oktober 2022 | 1 Std. 27 Min.
Von Sönke Wortmann
Mit Iris Berben, Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz
User-Wertung
3,4
Filmstarts
3,0
Im Stream

Wie in unserer solide 3 von möglichen 5 Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik analysiert, liefert „Der Nachname“ eine zwar etwas formelhafte, aber dabei durchaus unterhaltsame Diskussion deutscher „Familienprobleme“, die in den Nuancen bissig bis albern daherkommt. Während es im Vorgänger von 2018 noch vordergründig um die Frage ging, ob man ein Kind heutzutage noch Adolf nennen darf oder nicht, gestaltet sich die titelgebende Namensfrage in der Fortsetzung nun weniger politisch als privat.

Das ist völlig legitim, wirkt zum Finale hin allerdings immer konstruierter. Die streitlustige Sippe kommt noch sehr viel schneller als im Vorgänger zu dem Punkt, an dem es nur noch darum geht, sich in allen denkbaren Konstellationen mal so richtig die Meinung zu geigen.

Das ist bisweilen – vor allem dank guter schauspielerischer Leistungen! – richtig amüsant. Echte Anstöße zum Nachdenken, wie „Der Vorname“ sie noch bieten konnte, gibt es hier allerdings kaum bis keine. Eigentlich spannende Themen wie alternative Lebensentwürfe und Besitzansprüche in (jeglichen) Beziehungen dienen dabei meist nur als Stichworte. Primär geht es darum, all den Familienfrust aufzuarbeiten, der sich über die Jahre angestaut

hat. Zudem wird mittels der Einführung einer völlig passiven neuen Figur (Elena Sancho Pereg) in das Personenkarussell ein zuvor noch möglich erscheinender runder Abschluss dieses entgleisten Familientrips vom Drehbuch sabotiert. „Der Nachname“ ist also längst nicht so gut wie „Der Vorname“. Trotzdem lässt sich mit der Zankerei noch immer einiges an Spaß haben – deutlich mehr jedenfalls als mit dem leider doch ziemlich verunglückten Trilogie-Abschluss „Der Spitzname“ von 2024.

"Der Nachname": Das ist die Story

Familie Berger/Böttcher befindet sich für einen Wochenendtrip auf der Finca von Mutter Dorothea (Iris Berben) auf Lanzarote zusammen. Sommer, Sonne und gute Laune sollen die nächsten Tage bestimmen, an denen Dorothea und ihr um einiges jüngerer Lover René (Justus von Dohnányi) zudem eine große Ankündigung zu machen haben.

Allerdings startet die Auszeit auf der Insel gleich ziemlich chaotisch. Denn Stephan (Christoph Maria Herbst) und Elisabeth (Caroline Peters) sowie Thomas (Florian David Fitz) und Anna (Janina Uhse) bringen jede Menge eigene Probleme mit: Sie sind mittlerweile Eltern geworden, haben Eheprobleme oder ihren Job geschmissen. Entsprechend kurz ist die Zündschnur bei allen Anwesenden, sodass es bis zur Explosion emotionaler Art nicht mehr lange dauern kann …

Einer der Toptitel aus Christoph Maria Herbsts Filmografie wird ebenfalls fortgesetzt. Alles, was wir bisher zu dem Sequel wissen, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Der beste deutsche Film 2024 bekommt ein Sequel - jetzt steht der Kinostart fest

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Das deutschsprachige Gegenwartskino ist oft deutlich besser als sein Ruf. Oliver Kube fallen aktuell u. a. "Everytime", "Rose", "Der Heimatlose" und "Vaterland" als Belege dafür ein.
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