"Von Grund auf schlecht": Für diesen Sci-Fi-Horrorfilm schämt sich Jamie Lee Curtis seit 26 Jahren
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Ob psychologischer Horror, Slasher-Film oder obskures Kleinod: Michael liebt das Horrorkino, seit er nach dem Schauen von „Blair Witch Projekt“ eine halbe Stunde lang wie versteinert auf dem Sofa saß.

1999 wandelte Jamie Lee Curtis auf den Spuren von Ellen Ripley. Doch statt es mit „Alien“ aufzunehmen, legte der betreffende Sci-Fi-Horror in jeder nur denkbaren Hinsicht eine schlimme Bruchlandung hin.

Für ihre Nebenrolle in der Multiversumskomödie „Everything Everywhere All At Once“ wurde Jamie Lee Curtis vor mittlerweile drei Jahren mit dem lang ersehnten Oscar ausgezeichnet. Doch wenn ihr Name fällt, denken viele bis heute in erster Linie an Horrorfilme – und das aus gutem Grund: Schließlich stellte sich die heute 66-Jährige gleich sieben (!) Mal dem maskierten Killer Michael Myers entgegen. Dank ihrer Rolle der Laurie Strode in der legendären „Halloween“-Reihe, die sie über einen Zeitraum von rund 45 Jahren immer wieder verkörperte, ist Curtis fest in der Geschichte des Slasher-Genres verankert.

Doch gerade zu Beginn ihrer Karriere war die „Blue Steel“-Mimin noch in weiteren Horrorfilmen zu sehen – vom unterschätzten „Monster im Nachtexpreß“ über „Prom Night“ bis hin zu „The Fog“, einem weiteren Klassiker von „Halloween“-Schöpfer John Carpenter. In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten wendete sie sich zunächst anderen Herausforderungen zu, bis sie Ende der 1990er die Hauptrolle in einem Sci-Fi-Horrorfilm auf den Spuren von „Alien“ übernahm – womit die Schauspielerin sich allerdings keinen Gefallen tat.

Die Rede ist von „Virus“, in dem ein außerirdisches Wesen die Besatzung eines russischen Forschungsschiffs in monströse Cyborgs verwandelt. Als ein US-Schleppschiff unter der Leitung von Captain Everton (Donald Sutherland) das verlassene Schiff entdeckt, ignoriert die Crew die Warnungen der einzigen Überlebenden (Joanna Pacula). Navigatorin Kit Foster (Curtis) erkennt als Erste die Gefahr – doch der tödliche Feind hat längst mit seiner Jagd begonnen...

Virus - Schiff ohne Wiederkehr
Virus - Schiff ohne Wiederkehr
Starttermin 20. Mai 1999 | 1 Std. 40 Min.
Von John Bruno
Mit Jamie Lee Curtis, Donald Sutherland, Joanna Pacula
Pressekritiken
1,7
User-Wertung
2,4
Filmstarts
1,5

Das Regiedebüt des Special-Effects-Spezialisten John Bruno (Oscar für „Abyss“) verschlang ein für damalige Verhältnisse enormes Budget von 75 Millionen US-Dollar – zum Vergleich: Der bahnbrechende erste „Matrix“-Blockbuster kostete im selben Jahr nur 63 Millionen! Im Fall von „Virus“ sollte sich diese Investition nicht auszahlen: Lediglich 30,7 Millionen US-Dollar konnte der Film an den weltweiten Kinokassen erwirtschaften – ein kolossaler Flop!

Dazu wurde er von der Fachpresse in der Luft zerrissen. Die US-amerikanische Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zählt so gerade einmal 14 Prozent an überwiegend positiven Rezensionen, während das Publikum mit einem Score von 23 Prozent kaum gnädiger ist. Zu allem Überfluss hat mit Jamie Lee Curtis auch einer der Stars nichts als Spott für „Virus“ übrig – daraus machte die „Ein Fisch namens Wanda“-Darstellerin in einem Interview mit WENN keinen Hehl (via SlashFilm):

„Das ist ein Scheißfilm“, räumte die Schauspielerin freimütig ein. „Es war vielleicht das einzige Mal, dass ich wusste: Das ist einfach schlecht – und ich kann rein gar nichts dagegen tun. Es ist ein unglaublich mieser Film, von Grund auf schlecht. Da gibt es eine Szene, in der ich vor einem Alien fliehe und mich tatsächlich unter einer Treppe verstecke. Ich laufe eine Treppe runter, klettere dann unter sie, zittere, und dieses riesige Ding kommt die Stufen herunter – und ich verstecke mich darunter! Dabei kann das Vieh Stahlwände aufbrechen, und ich hocke einach unter einer Holztreppe!“

Auch Mark Wahlberg geht übrigens hart mit einem seiner Sci-Fi-Filme ins Gericht. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:

"Es war ein schlechter Film": Diesen Sci-Fi-Thriller bereut Mark Wahlberg bis heute
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