Im Jahr 1997 hatte Matt Damon seinen großen internationalen Durchbruch – mit „Good Will Hunting“, in dem er nicht nur die Hauptrolle übernahm, sondern für den er auch gemeinsam mit seinem Co-Star und Kindheitsfreund Ben Affleck das (oscargekrönte) Drehbuch verfasste. Ein knappes Jahr später spielte er die Titelfigur in Steven Spielbergs mehrfach oscargekröntem Weltkriegs-Epos „Der Soldat James Ryan“, bevor 1999 die Kevin-Smith-Komödie „Dogma“ und „Der talentierte Mr. Ripley“ folgten.
Letzterer liegt Damon bis heute ganz besonders am Herzen – zugleich ist er der Meinung, dass die nach „Nur die Sonne war Zeuge“ (1960) zweite Verfilmung des ersten Tom-Ripley-Romans von Patricia Highsmith zu ihrem Erscheinen nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die sie eigentlich verdient hätte. Das hat der heute 54-Jährige in einem Interview mit USA Today verraten.
Danach gefragt, welcher seiner Filme in den Augen des Jason-Bourne-Darstellers auf lange Sicht in Erinnerung bleiben wird, antwortete Damon wie folgt: „Ich denke, ‚Der talentierte Mr. Ripley‘ ist es. Ich müsste ihn noch mal sehen, aber ich glaube, er wurde damals wirklich unterschätzt. Wahrscheinlich ist es einer dieser Filme, die mit der Zeit immer besser werden.“
Damon spielt in dem Thriller den titelgebenden Tom Ripley, einen so charmanten wie manipulativen jungen Mann. Als er nach Italien geschickt wird, um den wohlhabenden Dickie Greenleaf (Jude Law) zurück in die USA zu holen, verstrickt er sich in ein immer dichteres Netz aus Lügen und Betrug. Tom will Dickies luxuriöses Leben und seine Identität übernehmen – durchschaut dessen Verlobte Marge Sherwood (Gwyneth Paltrow) die perfiden Absichten des charismatischen Hochstaplers?
Inwiefern er „Der talentierte Mr. Ripley“ für unterschätzt hält, hat Damon nicht erklärt. Immerhin war der elegante Kriminalfilm mit einem Einspielergebnis von 128,8 Millionen US-Dollar (gegenüber einem Budget von 40 Millionen) ganz sicher kein Flop. Auch die Kritiken fielen größtenteils positiv aus – wir von FILMSTARTS vergeben beispielsweise sehr gute vier Sterne für das „fantastisch besetzte Drama vor italienischer Postkartenkulisse.“ Die US-amerikanische Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes wiederum zählt 85 Prozent an überwiegend positiven Rezensionen.
Vielleicht waren die Erwartungen damals aber trotzdem noch ein bisschen höher – immerhin handelte es sich bei dem Film um Anthony Minghellas Nachfolgeprojekt zu seinem Welterfolg „Der englische Patient“, mit dem er zwei Jahre zuvor neun Oscars abräumen konnte. „Der talentierte Mr. Ripley“ hingegen musste sich mit fünf Nominierungen (u.a. für Jude Law als Besten Nebendarsteller) zufrieden geben – und ging am Ende leer aus. Rund 25 Jahre später scheint die in weiteren Rollen u.a. mit Philip Seymour Hoffman besetzte Bestseller-Adaption zudem im kulturellen Gedächtnis tatsächlich mehr ganz so präsent zu sein.
Ob sich das – wie von Damon prophezeit – irgendwann ändern wird, werden die Jahre zeigen. Immerhin ist „Der talentierte Mr. Ripley“ auch heute noch deutlich öfter im Gespräch als ein Western, für den Damon ein Jahr später vor der Kamera stand. Warum der Film für ihn zur riesigen Enttäuschung wurde, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Mich belastet das bis heute": Dieser Western wurde für Matt Damon zur riesigen Enttäuschung*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.