Derzeit bringt „F1 – Der Film“ die Kinolautsprecher zum Dröhnen und die Kassen zum Klingeln. Und wer nach der adrenalinlastigen Big-Budget-Produktion mit Brad Pitt, die auf den neusten Stand der Film- und Motorsport-Technologie setzt, Lust auf thematisch verwandtes Gegengift hat, wird bei den neusten Heimkino-Veröffentlichungen fündig.
Denn das abenteuerliche Komödienepos „Monte Carlo Rallye“ von „Der längste Tag“-Regisseur Ken Annakin ist ebenfalls eine aufwändige Materialschlacht, bei der die Motoren dröhnen, röhren und heulen. Anstelle eines Hochglanz-Geschwindigkeitsrausches auf professionellen Rennstrecken erwartet euch dort aber knatterndes Tohuwabohu, das quer durch Europa führt – darunter durch die luxuriösen Straßen Monte Carlos, aber auch durch unwegsame Schneelandschaften. Und diese Woche hat „Monte Carlo Rallye“ endlich seine deutsche Blu-ray-Premiere gefeiert!
Darum geht es in "Monte Carlo Rallye"
Die 1920er-Jahre: Eine exzentrische Riege nimmt an der außergewöhnlichen Monte Carlo Rallye teil. Bei diesem verrückten Rennen gibt es verschiedene Startpunkte und daher Strecken mit den unterschiedlichsten Herausforderungen. Eins steht aber fest: Nach 1.500 haarsträubenden Meilen wartet die Ziellinie im glamourösen Monte Carlo! Zu den durchgeknallten Köpfen, die sich in diesem Wettstreit messen, gehören Sir Cuthbert (Terry-Thomas) und der Playboy Chester Schofield (Tony Curtis), die um den Besitz einer Autofabrik wetten.
Auch ein angeblich geläuterter Ganove (Gert Fröbe) und sein Beifahrer Otto (Peer Schmidt) brausen nach Monte Carlo – und hoffen, im Renntrubel unentdeckt Juwelen schmuggeln zu können. Die italienischen Polizisten Angelo Pincelli (Walter Chiari) und Marcello Agosti (Lando Buzzanca) wollen dagegen einfach nur Ruhm, Ehre und Erfolg bei den Frauen.
Die Ärztin Marie-Claude (Mireille Darc) ist das absolute Gegenteil der italienischen Schürzenjäger und will mit ihrem feministischen Club die Flagge des Geschlechterkampfs aufrecht halten. Und Major Dawlish (Peter Cook) sowie Lieutenant Barrington (Dudley Moore) aus Großbritannien wollen beweisen, dass sie geniale Erfinder sind. Kurzum: Dieses Rennen hat alles, was es für Unfälle, Stress und gekränkte Egos braucht...
Exzess, denkwürdige Wagen und mächtig Rummel
Annakin inszenierte zwar auch dramatische Kriegsfilme wie „Die letzte Schlacht“. Doch er war auch Experte darin, wirbelnden, aufwändig ausstaffierten Abenteuerspaß zu inszenieren: Er inszenierte unter anderem das erfolgreiche, von Abenteuerflair durchzogene Disney-Slapstickspektakel „Dschungel der 1000 Gefahren“, den launigen „Robin Hood und seine tollkühnen Gesellen“ und die turbulente Flugzeug-Actionkomödie „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“.
Annakin und sein Schreibpartner Jack Davies machten um diesen Umstand zwar kein großes Aufheben, aber „Monte Carlo Rallye“ dient als Fortsetzung zum letztgenannten Kultklassiker: Terry-Thomas spielt im humorvollen Autorenn-Trubel den Sohn seiner schurkischen „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“-Rolle! Ansonsten könnte man „Monte Carlo Rallye“ glatt für eine von den Lüften der 1910er-Jahre auf die Straßen der 1920er verlegte Neuverfilmung halten.
Denn in beiden Filmen spielen „Goldfinger“-Schurke Gert Fröbe, William Rushton, Eric Skyes und Michael Trubshawe tragende (voneinander unabhängige) Rollen, beide Filme setzen auf „Humor durch ständigen Exzess“ und neben Annakin und Davies kehren zwei entscheidende Kreativköpfe zurück: „16 Uhr 50 ab Paddington“-Komponist Ron Goodwin steuert die Musik bei, der legendäre Karikaturist Ronald Searle setzt direkt zu Beginn mit seinem schelmischen Vorspann den Ton.
Falls ihr den kompletten Wettrennen-Wahnsinn von Ken Annakin erleben möchtet: „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ ist schon länger auf Blu-ray erhältlich:
Der Flugzeug-Rummel war an den Kinokassen deutlich populärer als seine zu Lande spielende Fortsetzung: Der Erstling lockte allein in Deutschland über 7,38 Millionen Menschen in die Lichtspielhäuser, „Monte Carlo Rallye“ verkaufte nur noch etwas weniger als eine Million Tickets. Das heißt aber nicht, dass der irre Rennfilm nicht weiter der Rede wert ist.
Allein schon die Ansammlung an aufsehenerregenden, historischen Wagen, die Rennfahrer David Watson für diese megalomanische Komödie zusammenstellte (und mitunter sehr kauzig modifizierte) verdient es, gesehen zu werden. Und mit Tony Curtis saust und braust ein Comedy-Ass durch die „Monte Carlo Rallye“, der diese Art von Humor blendend versteht – wie er zuvor schon in einem noch wilderen, ambitionierteren Genrevertreter bewiesen hat:
2,5 Stunden pures Abenteuer-Spektakel: Preisgekrönter Kult-Klassiker erschien endlich (!) zum ersten Mal auf Blu-ray*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.