Einer von Stephen Kings Lieblings-Horrorfilmen: Dieser 80er-Kultfilm ist ein echter Geheimtipp für Fans von Serienkiller-Reißern
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Killer-Familien oder mordlüsterne Familienmitglieder sind ein beliebtes Sujet im Horrorfilm. Ein Highlight lebt besonders von seinem unnachgiebigen Killer, der nach außen den Bilderbuch-Daddy spielt. Sogar Stephen King findet ihn zum Fürchten.

In Streifen wie dem blutgetränkten, ultraheftigen „The Devil’s Rejects“ oder dem Kultfilm „The Texas Chainsaw Massacre“ stehen sadistische, mörderische Sippen im Zentrum. Egal ob Bruder, Schwester, Vater, Mutter, Onkel oder Tante – gemeinsam geben sich diese Terror-Familien ganz ihrer kranken Triebe hin. Doch es geht auch subtiler und etwas „feinfühliger“.

So führen in den psychologischen Horror-Thrillern „Mr. Brooks“ (2008) mit Kevin Costner oder Duncan Skiles „The Clovehitch Killer“ (2018) die männlichen Protagonisten ein blutiges Doppelleben. Nach außen hin halten die Väter das Bild ihrer vermeintlichen Bilderbuchfamilie aufrecht. Doch insgeheim frönen sie ihrer abseitigen, perversen Lust an Gewalttaten und Morden. Was wäre, wenn der eigene Vater oder Ehemann ein Serienmörder ist? Dies ist die Kernfrage, die diese Filme aufwerfen.

Knapp zwanzig Jahre vor „Mr. Brooks“ ging in The Stepfather(Alternativtitel: „Kill, Daddy, Kill“), der aktuell leider weder im Streaming verfügbar noch auf DVD oder Blu-ray erhältlich ist, ein nach außen stets freundlich und sympathisch auftretender Gatte und (Stief-)Vater seiner Mordlust nach. Heute gilt der Mix aus Thriller, Horror und Familiendrama mit Terry O’Quinn ("Lost") in der Hauptrolle als Klassiker. Es ist ein Film, der die Fragilität familiärer Konstrukte und die Konsequenzen blinden Vertrauens schonungslos vor Augen führt.

Auch Stephen King ist von „The Stepfather“ begeistert. Der Horror-Experte und Meister der Albträume zählt ihn sogar zu seinen absoluten Lieblings-Horrorfilmen!

Der Mörder ist unter uns: Terry O’Quinn ist "The Stepfather"

Darin geht es um die Witwe Susan (Shelley Hack), die auf Wolke Sieben schwebt, als sie den umsichtigen, liebevollen Jerry Blake (Terry O’Quinn) kennenlernt. Jerry scheint der perfekte Ehemann und Stiefvater für Susans Tochter Stephanie, die unter dem Verlust des Vaters leidet, zu sein. In Wahrheit handelt es sich bei ihm jedoch um einen brutalen Killer, der auf der Suche nach der „perfekten Familie“ ist. Erfährt Jerry nicht die gewünschte Akzeptanz und Zuwendung, wird er zum Mörder. Und da Stephanie Jerrys seltsames Verhalten bemerkt und sich ihrem Stiefvater zunehmend widersetzt, könnten der Teenager und ihre Mutter schon bald die nächsten Opfer von Jerry sein...

The Stepfather - Kill, Daddy, Kill
The Stepfather - Kill, Daddy, Kill
Starttermin 8. Januar 2010 | 1 Std. 29 Min.
Von Joseph Ruben
Mit Terry O'Quinn, Jill Schoelen, Shelley Hack
User-Wertung
3,0
Filmstarts
3,5

Terry O’Quinn brilliert als emotional instabiler, zu cholerischen Wutattacken neigender Psychopath. Er verleiht seiner Figur eine unvergessliche Präsenz und frostig-emotionslose Aura. Und auch King ist von O’Quinns Darbietung und dem zwielichtigen Bösewicht mit den zwei Gesichtern begeistert, wie er 2017 dem British Film Institute sagte. „Wenn wir von furchterregenden Männern sprechen, die aus dem Nichts auftauchen, dann gibt es Terry O’Quinn als mörderischen, aber charmanten Psychopathen in ‚The Stepfahter‘.“

Im Gedächtnis scheint King vor allem ein Moment im Film geblieben zu sein, in der sich Jerrys ganzer Wahnsinn und seine Unberechenbarkeit offenbaren. „Es gibt diese klassische Szene, in der er einen Moment lang ausdruckslos dreinschaut und sagt: ‚Sag mal, wer bin ich diesmal?‘, bevor er seine Frau mit einem Telefon erschlägt.“

Mysteriös und finster: Jerry Blake ist der New Century Vista Film Corporation
Mysteriös und finster: Jerry Blake ist der "Killer-Daddy"

Unvergessen bleibt zudem die unmittelbar daran anschließende Einstellung, in der Jerry den (blutverschmierten) Hörer in aller Ruhe wieder auflegt. Als wäre nichts gewesen oder passiert. Jerry Blake bleibt das Paradebeispiel einer gespaltenen Persönlichkeit, vom eigenen Alter Ego und dem unstillbaren Verlangen nach familiärer Liebe und Sicherheit angetrieben.

Neben „The Stepfather“, dem zwei Fortsetzungen folgten und 2009 ein Remake spendiert wurde, gibt es einige Meilensteine des düsteren Grusel-Kinos, die King zu seinen favorisierten Filmen zählt und jedem Fan unheimlich-albtraumhafter Horror-Kost empfiehlt! Darunter ein britisches Meisterwerk, in dem es um Telepathie und übernatürlich begabte Kinder geht:

"Es gibt nicht viel Besseres": Stephen King zählt diesen Horror-Kult zu seinen absoluten Lieblingsfilmen

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