Das Publikum kann sich offenbar einfach nicht sattsehen an den Geisterjäger-Abenteuern von Ed und Lorraine Warren: „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ startete vergangene Woche weltweit im Kino und legte prompt den erfolgreichsten Kinostart hin, den ein Horrorfilm jemals erzielen konnte. Mit 194 Millionen Dollar überholte man sogar die Stephen-King-Verfilmung „ES“ – sodass sich viele Genre-Kenner und -Kennerinnen nun fragen dürften, ob es das in Anbetracht dieser Zahlen vielleicht doch noch nicht war. Dass ein vierter Film einer Horror-Reihe den Beititel „Das letzte Kapitel“ trägt, muss bekanntlich nicht heißen, dass Schluss ist – wie wir spätestens seit „Freitag der 13. - Teil IV“ wissen.
Zugleich kann davon ausgegangen werden, dass sich andere Studios und Filmschaffende nun ein Stück von diesem Kuchen abhaben wollen. Es ist mit reihenweise Trittbrettfahrern zu rechnen, von denen man sich am Ende den Großteil sicherlich sparen kann. Ein Projekt erhielt nun jedoch grünes Licht, dass definitiv vielversprechend klingt: Mit „Amityville Horror“ soll nun einer der größten Haunted-House-Klassiker neu aufgelegt werden – und zwar von einem Regisseur, der wie die Faust aufs Auge passt...
"Lights Out"-Macher inszeniert neuen "Amityville Horror"
Wie Deadline zunächst exklusiv berichtete, wird Grusel-Experte David F. Sandberg die Regie übernehmen – und den Film für die Amazon MGM Studios entwickeln. Und das sind wahrlich hervorragende Nachrichten, entpuppte sich der 44-jährige Schwede in den vergangenen Jahren doch zu einer veritablen Größe am Horror-Himmel.
Nachdem er mit dem Kurzfilm „Lights Out“ viral ging, erhielt Sandberg 2016 die Möglichkeit, seinen Hit auf Spielfilmformat aufzublasen. Dafür bekam er vergleichsweise üppige fünf Millionen Dollar zur Verfügung gestellt, die er an den Kinokassen vielfach wieder reinholte. Mit einem Box Office von über 148 Millionen Dollar zählte der Grusel-Schocker zu den profitabelsten Filmen seines Jahrgangs – und Sandberg von jetzt auf gleich zu den Hoffnungsträgern des modernen Horrorfilms.
Mit „Annabelle 2“ machte er genau da weiter und legte sogar noch einen drauf, bevor er mit „Shazam!“ schließlich ins Superhelden-Fach vorstieß – und zwar ebenfalls durchaus erfolgreich. Die Fortsetzung ging an den Kassen dann jedoch baden und auch sein jüngstes Werk „Until Dawn“ konnte „nur“ das Dreieinhalbfache seiner Produktionskosten einspielen. Mit „Amityville Horror“ dürften für Sandberg die Zeichen allerdings gut stehen, wieder eine waschechte Horror-Sensation auf die Beine zu stellen …
Das ist "Amityville Horror"
… schließlich wird ihm das Vertrauen entgegengebracht, ein ikonisches Franchise im großen Stil wiederzubeleben. Gemeinsam mit den „Conjuring 4“-Autoren Ian Goldberg und Richard Naing soll er die Reihe nun zu alter Stärke führen. Mittlerweile umfasst das „Amityville“-Universum ja bekanntlich zahllose Filme, von denen die meisten allerdings ebenso für die Tonne sind wie sämtliche Trash-Interpretationen à la „Amityville Shark House“.
Sandbergs Film verstehe sich ersten Informationen zufolge nun als Neuinterpretation des Originals, das 1979 zum Kassenschlager avancierte und sogar für einen Oscar nominiert wurde. Ähnlich wie Jahrzehnte später auch in „Conjuring“, steht in „Amityville Horror“ eine Familie im Zentrum des Geschehens, die keine Ahnung hat, was sie in ihrem neuen Haus erwartet. Doch in dem Gemäuer hat einst ein Jugendlicher seine gesamte Familie brutal ermordet – der anschließend behauptet hat, von Geistern zur Tat angestiftet worden zu sein...
Genau wie die „Conjuring“-Filme basiert auch „Amityville Horror“ auf einer wahren Geschichte – beziehungsweise auf den Erzählungen der Familie Lutz, die in einer paranormalen Macht die Gründe für ihre schreckliche, bewegte Familiengeschichte sieht, die in den 70er Jahren Schlagzeilen machte.
Im Zuge der Horror-Remake-Welle der 2000er kam mit „Amityville Horror - Eine wahre Geschichte“ übrigens schon ein Remake mit Ryan Reynolds in die Kinos. Einen Einblick in die mittlerweile auch schon 20 Jahre alte Neuverfilmung, die sich durchaus lohnt, gibt's hier: