Mit „The Fantastic Four: First Steps“ gelang Regisseur Matt Shakman zuletzt ein absoluter Sommer-Kassenschlager und die definitive – sowie lange benötigte – Frischzellenkur für das angeschlagene MCU. „First Steps“ war ein veritabler Publikumserfolg und kam auch bei der Kritik gut weg – von uns erhielt der mit reichlich positivem Vibe und spektakulären Effekten angereicherte Comic-Actionfilm beispielsweise gute 4 von 5 Sternen.
20 Jahre vor Shakmans Blockbuster kam der erste (richtige) Film über Marvels legendäre Comicreihe „Die Fantastischen Vier“ in die Kinos. Nicht näher ein gehen wir hier auf Bernd Eichingers 1993 entstandene „inoffizielle“ allererste „Fantastic Four“-Verfilmung, die aber nie in die Kinos kam (erfahrt hier die ganze Geschichte). Der 2005 von Tim Story („Tom & Jerry“) inszenierte Film machte zwar Schlagzeilen wegen entlassener Drehbuchautoren und katastrophaler Kritiken (von FILMSTARTS gab es lediglich 1,5 Sterne). Doch trotz der Kritikerschelte wurde „Fantastic Four“ ein kommerzieller Erfolg: Am Ende spielte er bei einem Budget von weniger als 100 Millionen Dollar über 330 Millionen ein.
Zwei Jahre später schob das Produktionsstudio 20th Century Fox die Fortsetzung „Fantastic Four: Rise Of The Silver Surfer“ hinterher, die ebenfalls die 300-Million-Dollar-Marke knacken konnte. In die Rolle des Reed Richards/Mister Fantastic, Wissenschaftler und Anführer der Fantastischen Vier, schlüpfte damals Ioan Gruffudd. In einem Interview erzählte er kürzlich, dass das Ende der Reihe damals völlig abrupt kam – obwohl ein dritter Teil des Superhelden-Franchise geplant war!
"Der Plan war, drei Filme zu drehen"
Dem Online-Magazin Vulture verriet Gruffudd, dass er und die anderen Darsteller, etwa Jessica Alba (als Sue Storm) und Chris Evans (in der Rolle der „Menschlichen Fackel“ Johnny Storm), ursprünglich für drei Filme unterschrieben hätten. Doch es kam anders. Gruffudd: „Der Plan war, drei Filme zu machen und ich denke, der zweite Film war ebenso erfolgreich wie der erste und ebenso unterhaltsam für die Fans.“ Und er beschrieb weiter eine Art von „definitivem Schwung“, der in den mittleren 2000ern durch die beiden Filme entstanden sei.
Tatsächlich verhalfen die beiden Produktionen dem Superhelden-Genre damals zu weiterer Popularität – nach den Erfolgen der „X-Men“- und „Spider-Man“-Filme zu Beginn des Jahrzehnts. Immerhin hatten die meisten Comic- und Filmfans die Jahre der Stagnation und – vor allem künstlerischen – Flops im Jahrzehnt davor (von „Batman Forever“ über „Spawn“ bis zu den „Turtles“) noch in bester Erinnerung. Doch trotz der guten Einspielergebnisse der beiden „Fantastic Four“-Filme zog die 20th Century Fox den Stecker und ließ Teil 3 platzen. Gruffudds nüchterner Kommentar dazu: „Solche Entscheidungen liegen außerhalb meiner Kontrolle.“
Großes Bedauern
Dass er seiner bekanntesten Rolle aber bis heute nachtrauert, verheimlichte der 51-jährige Schauspieler, der nur noch selten Filme dreht und zuletzt in „Bad Boys 4“ in einer kleinen Nebenrolle zu sehen war, nicht: „Als Schauspieler trauert man fast um jede Rolle, die man gespielt hat, und das war hier nicht anders.“ „Fantastic Four“ sei ein wichtiger Meilenstein in seiner Karriere gewesen. Und er ergänzte: „Da es sich um zwei Filme über mehrere Jahre handelte, wird die Figur ein Teil von einem. Ich denke, der Trauerprozess entsteht, weil man die Figur so sehr gemocht hat und sie nun nicht mehr spielen darf.“
Aktuell entsteht in Großbritannien mit „Spider-Man 4“ das neue Abenteuer des Wandkrabblers mit Tom Holland in der Hauptrolle. Ein sich gegenwärtig hartnäckig haltendes Gerücht besagt, dass es die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft darin gleich mit etlichen Bösewichten aus dem Spidey-Kosmos zu tun bekommt. So viele Schurken in einem Film? Womöglich haben sich die Macher in diesem Fall ein Beispiel an „The Fantastic Four: First Steps“ genommen:
"Fantastic Four" als Vorbild? Endlich wissen wir, wie die ganzen Bösewichte in "Spider-Man 4" passen!