Erst vor wenigen Monaten feierte das kostspielige, an den Kinokassen gescheiterte Abenteuer „Piraten“ seine deutsche Blu-ray-Premiere (wir berichteten). Nun findet wiederum ein anderer, deutlich mehr Prestige aufweisender Film des „Piraten“-Regisseurs Roman Polański seinen Weg zurück ins deutsche Heimkino:
„Ekel“ ist Polańskis zweite abendfüllende Regiearbeit und diente als Auftakt zu einer thematischen Trilogie über Schrecken und Grauen, die sich in Mietwohnungen abspielen. Mit beklemmenden Schwarz-Weiß-Bildern, surrealen Elementen und einer schaurig-reduzierten Erzählung wurde „Ekel“ zum umjubelten Genreklassiker, der beispielsweise Einzug ins offizielle FILMSTARTS-Ranking der besten Horrorfilme aller Zeiten hielt.
Lange Zeit war er im deutschen Heimkino nur noch auf dem Gebrauchtmarkt in HD-Qualität verfügbar, doch jetzt ist Schluss damit: Diese Woche ist eine Neuauflage von „Ekel“ auf Blu-ray erschienen – pünktlich zur Halloween-Saison!
Als Bonusmaterial packt das verantwortliche Label Pidax unter anderem einen Audiokommentar von Roman Polański und die 23-minütige Begleitdokumentation „A British Horror Film“ auf die Scheibe.
Darum geht es in "Ekel"
Die Swinging Sixties: Die 18-Jährige Carole (Catherine Deneuve) stammt aus Belgien, lebt nun aber bei ihrer Schwester Hélène (Yvonne Furneaux) in der großen, belebten Hauptstadt Englands. Als Helen verreist, um sich mit ihrem Herzbuben Michael (Ian Hendry) zu vergnügen, bricht Carol somit die einzige Bezugsperson weg, die sie in London hat. Von schmierigen Annäherungsversuchen der Männerwelt und der fremden Situation überfordert, driftet Carol sukzessive in eine beklemmende Albtraumwelt ab...
Beengend und bedrängend
Beengter Raum, ausufernde Ängste: Polański sollte später erneut auf Motive aus „Ekel“ zurückgreifen und so die „Appartement-Trilogie“ (auch „Mieter-Trilogie“ genannt) schaffen. Zur thematisch verbundenen Filmreihe gehören zudem der in New York spielende „Rosemaries Baby“ und der in Paris angesiedelte „Der Mieter“.
Im Trilogieauftakt blickt Polański gemeinsam mit seinem Schreibpartner Gérard Brach („Tanz der Vampire“) auf eine vereinsamende Seele, die sich gegen sexuelle Übergrifflichkeit wehren muss, und beim besten Willen keinen Fuß im Großstadttrubel fasst. Daraufhin wird das leere, zunehmend schlechter gepflegte Londoner Appartement zum Zerrspiegel des Innenlebens der Protagonistin.
Das geht mit der eindringlichen Visualisierung des Gefühls einher, bedrängt zu werden, zu verwahrlosen und jegliche Orientierung zu verlieren. Diese surrealen Bilder, wie ein schnell verwesender Hase oder Wände, aus denen nach der Hauptfigur grabschende Arme wachsen, gehen nicht bloß aufgrund der versierten Inszenierung unter die Haut, sondern auch dank der thematisch verdichteten Erzählweise des Films und der authentisch beklommenen Darbietung Deneuves.
Übrigens: „Ekel“ diente als eine von vielen Inspirationsquellen für einen extrem stylischen Horrorfilm mit „Furiosa“-Star Anya Taylor-Joy. Den haben wir euch im folgenden Heimkino-Tipp bereits näher vorgestellt!
Neu im Heimkino: Dieser stylische Horrorfilm mit einem "Furiosa"-Star geht richtig unter die Haut*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.