Die großen Streamingdienste werden mittlerweile jeden Tag mit Neuheiten geflutet. Dabei verdrängt der Nachschub zwangsläufig Film- und Serienstoff aus der Aufmerksamkeit, der sich schon länger auf den Plattformen tummelt. Das wollen wir zum Anlass nehmen, um bei Amazons hauseigener Streamingplattform nach Schätzen zu fischen, die jeder und jede einmal gesehen haben sollte.
Und wir sind da bei den folgenden Tipps, die allesamt bei Prime Video ohne Aufpreis für Prime-Kund*innen (oder im Fall des ersten Titels sogar von allen kostenlos mit Werbung) gestreamt werden können, nicht allein mit unserer Lobhudelei, wie die beeindruckenden Scores auf der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zeigen.
"The Invitation" (2015)
„The Invitation“ erhielt in den USA nur einen limitierten Kinostart und erschien bei uns direkt fürs Heimkino, zählt für viele aber dennoch zu DEN Thriller-Highlights der vergangenen zehn Jahre (90 Prozent positive Kritiken bei Rotten Tomatoes). Und wir können uns da nur anschließen. „Jennifer’s Body“-Regisseurin Karyn Kusama entfaltet hier bei der im Mittelpunkt stehenden Dinner Party von Minute 1 an ein dermaßen atmosphärisch dichtes Unbehagen, das einen mitten ins Geschehen zieht.
Dabei lässt sie das Publikum lange Zeit auch immer wieder in Frage stellen, ob man Hauptfigur Will (Logan Marshall Green) wirklich glauben kann. Der ist nämlich der festen Überzeugung, dass der undurchsichtige neue Mann seiner Ex (Michiel Huisman und Tammy Blanchard), die sich einst nach dem tragischen Tod des gemeinsamen Sohnes aus dem Staub gemacht hat, nichts Gutes mit seinen Gästen bei der besagten Party im Schilde führt. Doch geht seine Fantasie da möglicherweise mit ihm durch? Diese ständige Ungewissheit und das allmähliche Zuspitzen der Ereignisse sorgen für Hochspannung von Anfang bis Ende.
"The Order" (2024)
Bei den Filmfestspielen von Venedig hat uns (und viele andere Kritiker und Kritikerinnen) „The Order“ ziemlich umgehauen (Rotten-Tomatoes-Score: 93 Prozent). Umso unwürdiger war es dann, dass der Film international nur direkt im Streaming gelandet ist und Amazon ihn dort obendrein Anfang dieses Jahres eines Tages einfach still und heimlich und ohne große Vorankündigung auf seine Plattform gepackt hat.
Das somit bislang noch immer als Geheimtipp geltende Highlight hat daher jeden Push verdient. Denn „Assassin’s Creed“-Macher Justin Kurzel hat aus seinem auf wahren Begebenheiten beruhenden Action-Thriller ein knallhartes, fesselndes und wuchtig inszeniertes Katz-und-Maus-Spiel auf den Spuren von Michael Manns Genre-Primus „Heat“ gemacht.
Protagonist ist der ausgebrannte FBI-Agent Terry Husk (Jude Law), der in einer Kleinstadt gegen die rechtsradikale Vereinigung Aryan Nations ermittelt. Während die örtlichen Behörden die Augen vor dem Problem verschließen, droht die Lage zu eskalieren, als sich eine noch weitaus extremere und gewaltbereitete Organisation unter Führung des charismatischen Bob Mathews (Nicholas Hoult) abspaltet. Einen Vorgeschmack davon bekommt ihr im nachfolgenden Trailer:
"Glengarry Glen Ross" (1992)
Hierzulande beim Massenpublikum nach wie vor etwas unbekannt (und damals auch zu Unrecht an den Kinokassen gefloppt), ist „Glengarry Glen Ross“ für uns eines DER Meisterwerke der 90er Jahre (ein Rotten-Tomatoes-Score von 95 Prozent spricht hier ebenfalls für sich). In der bitterbösen und nach über 30 Jahren noch immer ziemlich aktuellen Abrechnung mit der Leistungsgesellschaft bekommen vier Makler einer strauchelnden Immobilienfirma als Ansporn verkündet, dass diejenigen unter ihnen, die in den nächsten Tagen am wenigsten verkaufen, gefeuert werden.
Das mag auf dem Papier zunächst etwas trocken klingen, doch Drehbuchautor David Mamet entfacht hier auf Grundlage seines eigenen Pulitzer-Preis-prämierten Theaterstücks schlichtweg ein Feuerwerk messerscharfer und vor Kraftworten nur so strotzender Dialoge, die ihresgleichen suchen und gerade in den USA bis heute zuhauf zitiert werden. Und dass diese dann auch noch von einem absoluten Top-Cast in Höchstform zum Besten gegeben werden, tut sein Übriges. Al Pacino, Jack Lemmon, Alec Baldwin, Kevin Spacey, Alan Arkin, Ed Harris... mehr braucht man eigentlich nicht sagen. Dennoch haben wir auch hier noch den Trailer für euch:
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