Die großen Streamingdienste werden inzwischen täglich mit neuen Inhalten überschwemmt. Dadurch geraten zwangsläufig Filme und Serien in den Hintergrund, die schon länger auf den Plattformen verfügbar sind. Genau das nehmen wir zum Anlass, um nach verborgenen Schätzen zu suchen, die man unbedingt einmal gesehen haben sollte.
Ein Wochenende wie das bevorstehende eignet sich natürlich perfekt, um in einige dieser Titel hineinzuschauen – Werke, die euch bisher vielleicht entgangen sind oder die inzwischen kaum noch beworben werden, egal ob nun als Lizenztitel eingekauft oder exklusive Eigenproduktion. Bei unseren folgenden Empfehlungen aus dem Netflix-Angebot sind wir übrigens längst nicht die Einzigen, die begeistert sind: Alle haben sie auch einen hervorragenden Wert auf der Kritiken-Sammelplattform Rotten Tomatoes, der nur knapp am perfekten Score vorbeischrammt.
"The Social Network" (2010)
2026 startet mit „The Social Reckoning“ eine thematische Fortführung des dreifach oscarprämierten „The Social Network“ in den Kinos. Bester Anlass also, um einmal mehr den Vorgänger zu schauen (oder überhaupt mal nachzuholen), der aktuell Teil des Netflix-Portfolios ist.
Aber auch abseits dieses aktuellen Anlasses ist die Geschichte um die Gründung und die Hinter-den-Kulissen-Querelen der Social-Media-Plattform Facebook ein absolutes Muss. Meisterregisseur David Fincher („Sieben“, „Fight Club“, „Gone Girl“) erzeugt mit seinen virtuos durchkomponierten und unterkühlten Bildern eine subtil-unwohle Atmosphäre der Distanziertheit und sorgt so für ständige Anspannung sowie eine einnehmend-ambivalente Zeichnung seiner streitbaren Hauptfigur Mark Zuckerberg (genial gespielt von Jesse Eisenberg).
Völlig verdient taucht „The Social Network“ so auch regelmäßig in Listen der besten Filme des 21. Jahrhunderts auf (ganz zu schweigen von den 96 Prozent positiven Kritiken bei Rotten Tomatoes):
Halb Hollywood hat abgestimmt: Das ist der beste Film der letzten 25 Jahre!"Die Mitchells gegen die Maschinen" (2021)
Bei „Die Mitchells gegen die Maschinen“ verhält es sich im Grunde ähnlich wie bei „The Social Network“. Auch hier wurde kürzlich ein zweiter Teil angekündigt. Aber auch hier lohnt sich ganz unabhängig davon das Anschauen – und wie! Die zwei Filme könnten dabei stilistisch natürlich kaum unterschiedlicher sein.
Schon Jahre vor dem Mega-Hit „KPop Demon Hunters“ hat Sony mit „Die Mitchells gegen die Maschinen“ ein spaßig-originelles Animationsabenteuer bei Netflix „abgeladen“ – was aber auch hier nichts über dessen Qualität aussagt, ganz im Gegenteil!
Die Sci-Fi-Komödie rund um den Kampf einer Familie gegen die drohende Robo-Apokalypse vereint gekonnt eine kreative Ästhetik mit Dauerfeuerhumor und sympathischen Figuren, die inmitten der wilden Prämisse einen doch sehr menschlichen, plausiblen und zu Herzen gehenden persönlichen Zwist durchzustehen haben (Rotten-Tomatoes-Score: 97 Prozent). Für einen Eindruck vom bunten Treiben empfiehlt sich ein Blick in den Trailer:
"Marriage Story" (2019)
Um einen familiären Konflikt geht es auch in „Marriage Story“, der 2019 durchaus für Furore sorgte und letztlich gar sechs Oscarnominierungen einheimsen konnte, inzwischen aber ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Und das völlig zu Unrecht!
Adam Driver und Scarlett Johansson liefern in Noah Baumbachs zutiefst berührendem und wundervoll bebilderten Scheidungsdrama eine wahre Tour de Force ab, bei der die Sympathien immer wieder neu verteilt werden. Und das größte Kunststück: Obwohl die erbitterten Streitigkeiten der einst so verliebten Eheleute bisweilen ziemlich schwer verdaulich sind, ist das Ganze dank der messerscharfen Dialoge durchweg auch ungemein unterhaltsam geraten (Rotten-Tomatoes-Score: 95 Prozent). Einen Vorgeschmack darauf liefert der nachfolgende Trailer: