Neu im Streaming-Abo: In diesem Science-Fiction-Abenteuer zeigt Clint Eastwood dem Nachwuchs wie's gemacht wird
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kubes weibliche Lieblingsstars sind derzeit Jodie Foster, Mélanie Laurent und Renate Reinsve. Bei den Herren sind es Jesse Plemons, Sean Penn und David Jonsson.

Der Titel des Films deutet es an: Nicht einmal im Weltraum hält es Mr. Eastwood für nötig, seine Wildwest-Attitüde abzulegen – und genau dafür lieben ihn seine Fans so sehr. Ab sofort können Abonnent*innen „Space Cowboys“ ohne Zusatzkosten streamen.

Wenn Clint Eastwood anfragt, dann macht sogar die NASA eine Ausnahme. Normalerweise werden nämlich keine Filmcrews auf das Gelände der US-Raumfahrtbehörde gelassen, um dort ihre Kinounterhaltung zu drehen. Für den Mann, der Meisterwerke wie „Erbarmungslos“, „Mystic River“ oder „Million Dollar Baby“ inszenierte, ließ man sich aber gern erweichen.

Das Ergebnis ist der 2001 in die deutschen Kinos gekommene „Space Cowboys“ – ein cleveres, witziges und zeitweise sogar recht spannendes Astronauten-Abenteuer. Eastwood selbst spielt die Hauptrolle und eine stattliche Reihe weiterer Hollywood-Veteranen stand beziehungsweise schwebte in Schwerelosigkeit an seiner Seite.

Space Cowboys“ ist ab sofort Teil des Flatrate-Programms des Streaming-Services WOW (ehemals Sky Ticket). Wer kein Abo hat, kann sich den FSK-12-Titel alternativ als Blu-ray, DVD und kostenpflichtiges Video-on-Demand* zulegen.

Ein charmanter Wohlfühlfilm

Nachdem er mit „Ein wahres Verbrechen“ und „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“ zwei erzählerisch ambitionierte und emotional eher schwermütige Filme inszeniert hatte, die beide an den Kinokassen baden gingen, war Clint Eastwood bereit, einen Kurswechsel vorzunehmen. Sein nächstes Regieprojekt sollte deutlich leichtere Unterhaltung bieten und damit wieder die Massen vor die Leinwände locken.

So nahm er sich in Form von „Space Cowboys“ einen modernen Abenteuer-Actioner vor, der nicht nur ein paar Sci-Fi-Elemente, sondern auch die Züge eines unterhaltsamen Comedy-Dramas mit kauzigen Charakteren und spannenden Situationen sowie tollen Spezialeffekten präsentierte. Und das Manöver ging vollends auf. Denn das Resultat von Eastwoods Bemühungen, für die er ein paar alte Freunde und Kollegen wie Tommy Lee Jones („Auf der Flucht“), Donald Sutherland („Wenn die Gondeln Trauer tragen“) und James Garner („Detektiv Rockford: Anruf genügt“) um sich scharte, räumte am Box Office ab. Zudem brachte es auch die Kritiker, die bei den beiden Vorgängern noch sehr geteilter Meinung waren, wieder nahezu geschlossen hinter den Filmemacher.

In unserer 3,5 von 5 möglichen Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik bezeichnet Autor Carsten Baumgardt die von George Lukas‘ Firma ILM (Industrial Light & Magic) fabrizierten Spezialeffekte als „vom Feinsten“. Zudem lobt er das amüsante, augenzwinkernd launige Auftreten des Seniorenquartetts vor der Kamera sowie Eastwoods virtuos, ebenso gewitzte wie kluge Inszenierung dahinter. Für uns ist „Space Cowboys“ ein kurzweiliges, charmantes Feelgood-Movie, das mit etwas gutem Willen sogar als Parodie auf Michael Bays Katastrophen-Blockbuster „Armageddon“ gesehen werden kann.

Space Cowboys
Space Cowboys
Starttermin 10. Mai 2001 | 2 Std. 10 Min.
Von Clint Eastwood
Mit Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland
Pressekritiken
3,3
User-Wertung
3,5
Filmstarts
3,5

Neben Eastwood, Jones, Sutherland und Garner erwarten euch noch diverse weitere bekannte Gesichter im Cast. Die Rede ist von Oscarpreisträgerin Marcia Gay Harden („Miller‘s Crossing“), James Cromwell („The Green Mile“), William Devane („Der Marathon Mann“), Courtney B. Vance („Percy Jackson: Die Serie“), Rade Serbedzija („The Saint“) und Loren Dean („Apollo 13“).

"Space Cowboys": Das ist die Story

1958: Für die US-Air-Force-Testpiloten Frank Corvin (Toby Stephens) und „Hawk“ Hawkins (Eli Craig) sowie Flugingenieur Jerry O'Neil (John Asher) und Navigator Tank Sullivan (Matt McColm) soll die große Stunde schlagen. Sie sind als Besatzung für den ersten bemannten Raumflug der USA vorgesehen. Kurz bevor es ins Weltall gehen soll, beschließt Projektleiter Bob Gerson (Billie Worley) allerdings, an ihrer Stelle einen Schimpansen in die Rakete zu setzen.

Über 40 Jahre später hat keiner der vier Männer (jetzt: Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland und JamesGarner) es jemals ganz verwunden, dass ihre Astronautenkarriere beendet war, bevor sie überhaupt so richtig begonnen hatte. Da erhalten sie eine Nachricht des noch immer für die NASA tätigen Gerson (jetzt: James Cromwell), der ein echtes Problem hat. Ein uralter sowjetischer Satellit rast nämlich auf die Erde zu und niemand kennt sich mehr mit der Technik aus, um das damals von den Amerikanern kopierte Antriebssystem des fliegenden Schrotthaufens zu reparieren. Die einzigen Ausnahmen sind der längst im Ruhestand befindliche Corvin und seine ehemalige Crew…

Altmeister Eastwood kann offenbar auch im realen Leben schon mal etwas schroff oder gar abweisend sein. Das musste einst auch seine Szenenpartnerin Meryl Streep, wie ihr im folgenden Artikel lesen könnt:

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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