"Das schlechteste Werk, das ich in meinem Leben gesehen habe": Dieser Meisterregisseur konnte "Titanic" auf den Tod nicht ausstehen
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

„Titanic“ war ein rekordesprengender Publikumsmagnet und ein absoluter Renner bei den Academy Awards. Doch ein gefeierter Filmemacher konnte mit dem Film rein gar nichts anfangen – genauso wenig wie mit einem anderen Oscar-Erfolg aus den 1990ern.

Vor 28 Jahren gab es an „Titanic“ absolut kein Vorbeikommen: Mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 1,84 Millionen US-Dollar (spätere Wiederaufführungen nicht mitgerechnet) schnellte James Camerons romantischer Katastrophen-Blockbuster nicht nur an die Spitze der Kino-Jahrescharts, er wurde auch bis zum dahin erfolgreichsten Film aller Zeiten. Noch heute steht „Titanic“ auf Platz 4 der umsatzstärksten Kassenhits, nur übertrumpft von „Avengers: Endgame“ und den ersten beiden „Avatar“-Filmen (die ebenfalls Cameron verantwortete).

Titanic
Titanic
Starttermin 18. Dezember 1997 | 3 Std. 14 Min.
Von James Cameron
Mit Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Billy Zane
User-Wertung
4,3
Filmstarts
4,5
Auf Disney+ streamen

Bei den Oscars setzte sich dieser Triumph fort: 14 Mal wurde „Titanic“ für den noch immer begehrtesten Filmpreis der Welt nominiert, ganze 11 Goldjungen konnte er schließlich einsacken – u.a. als Bester Film und für die Beste Regie. Für Leonardo DiCaprio und Kate Winslet bedeutete der Erfolg des 200 Millionen Dollar schweren Epos den endgültigen internationalen Durchbruch.

Der Autor dieser Zeilen liebt „Titanic“ über alles (und hat seiner innigen Beziehung zu dem Film auch schon mal einen Artikel gewidmet). Doch dass dem rekordesprengenden 3-Stunden-Werk am Box Office bis heute nur wenige Filme das Wasser reichen konnten und es mit Preisen förmlich überschüttet wurde, bedeutet nicht, dass es gegen Kritik immun ist – und so machte auch ein fünffach oscarnominierter Meisterregisseur keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen den Film: Robert Altman!

Robert Altman hasste "Titanic" – und einen anderen 90er-Hit!

Altman zählte bis zu seinem Tod im Jahr 2006 zu den wichtigsten US-amerikanischen Autorenfilmern. Bekannt war er vor allem für seine Militärsatire „M*A*S*H“ sowie zahlreiche starbesetzte Ensemblestücke, darunter „Nashville“, „The Player“, „Short Cuts“ oder „Gosford Park“.

Dass er „Titanic“ nicht ausstehen konnte, ist nicht wirklich überraschend – schließlich ist Camerons Verfilmung des wohl berühmtesten Schiffsunglücks der Geschichte so ziemlich das genaue Gegenteil des Kinos, für das Altman stand: melodramatisch, teuer, stark auf äußere Schauwerte bedacht.

„‚Titanic‘ […] war das furchtbarste Werk, das ich in meinem ganzen Leben gesehen habe“, gab der „Popeye“-Macher in einem Interview mit der Los Angeles Confidential einmal unumwunden zu (via Far Out Magazine). Doch immerhin handelte es sich bei der Großproduktion nicht um den einzigen Film, den Altman rundherum ablehnte: „Ein anderer Film, den ich für ebenso schlecht halte, war ‚American Beauty‘. So schlecht gespielt und inszeniert. Aber die Leute mögen das.“ Das lassen wir an dieser Stelle einfach mal so stehen.

Altman musste sich übrigens von einem anderen Kult-Regisseur ebenfalls harsche Kritik gefallen lassen – die Rede ist von Quentin Tarantino. Der hat nämlich nicht nur, aber insbesondere mit einem von Altman inszenierten Western ein riesiges Problem, wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:

"Er ist schrecklich": Mit diesem gefeierten Western kann Quentin Tarantino rein gar nichts anfangen
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