Aufrüttelnde Twists, ein engagierter Cast und eine brenzlige Story, die geradewegs von den Schlagzeilen auf die Leinwand gesprungen ist: Der Neo-Noir-Thriller „Arlington Road“ war das Kinodebüt von Drehbuchautor Ehren Kruger, der danach unter anderem an den Skripts zu Gore Verbinskis Horror-Meisterwerk „Ring“, sogleich drei „Transformers“-Filmen, „Top Gun: Maverick“ und „F1“ mitwirkte.
Wirtschaftlich war „Arlington Road“ kein guter Start für Krugers Kino-Vita: Bei einem Budget von 31 Millionen Dollar generierte er weltweit bloß Einnahmen in der Höhe von 41 Millionen Dollar. Trotzdem hinterließ er popkulturell genug Eindruck, dass sich eine Serienadaption des Stoffes in Entwicklung befindet. Nun steht aber erst einmal das Original im Mittelpunkt, denn diese Woche hat „Arlington Road“ eine Blu-ray-Neuauflage erhalten!
Die Blu-ray enthält als Extras ein rund 20 Minuten langes Making Of, ein knapp zehnminütiges, alternatives Ende sowie ein digitales Booklet von Dr. Rolf Giesen mit Hintergrundinformationen zum Film.
Darum geht es in "Arlington Road"
College-Professor Michael Faraday (Jeff Bridges) hat sich auf die Erforschung von Terrorismus spezialisiert – und er wird allmählich paranoid: Er lebt zwar in der beschaulichen Arlington Road in einem Vorort von Washington, D.C., und in seiner Nachbarschaft wird ein zuvorkommender, lieber Tonfall gepflegt.
Doch Oliver Lang (Tim Robbins) macht Michael nervös. Er kann nicht den Finger drauf legen, aber der dreifache Familienvater wirkt dubios. Ist er vielleicht ein wahnsinniger Killer, ein Terrorist oder ein feindlicher Agent? Michael will es herausfinden – und stürzt sich in einen lebensgefährlichen Sumpf aus Verschwörungen, Irrtümern und Vorahnungen...
Raus aus den Schlagzeilen, rein ins Kino!
Die grundlegenden Konflikte in „Arlington Road“ und die angespannte Stimmung, die Drehbuchautor Kruger und Regisseur Mark Pellington („Mothman Prophecies“), sind Reaktionen auf die US-Nachrichtenlage der 1990er-Jahre: Der Thriller stellt ein Echo auf die Belagerung von Ruby Ridge anno 1992, das sogenannte Waco-Massaker, den 1995 erfolgten Bombenanschlag in Oklahoma City und den rasanten Aufschwung rechter Milizen in den Vereinigten Staaten dar.
Darüber, wie gelungen diese Reaktion auf das politische US-Klima ist, konnte in den 1990ern die Filmkritik streiten: „Arlington Road“ provozierte Verrisse, mildes Wohlwollen und glühendes Lob. So stieß sich der legendäre Filmkritiker Roger Ebert am seiner Ansicht nach unlogischen, letzten Filmdrittel, während es hier bei FILMSTARTS starke vier Sterne gab – nicht zuletzt, weil der Thriller eine „gnadenlose, unbarmherzige Konsequenz“ an den Tag legt.
Lob gab es auch für die zentralen Darsteller: „Jeff Bridges spielt den aufgewühlten Familienvater, der immer tiefer in den Sog der vermeintlichen Verschwörung gerissen wird, mit glaubwürdiger Präsenz und macht die Zerrissenheit und das Leid seiner Figur deutlich. Tim Robbins liefert den adäquaten Gegenpart: kühl, berechnend und ohne Emotionen.“
Denkwürdig ist aber auch Joan Cusack, die sich vehement gegen ihr komödiantisches Gespür sträubt und eine ungeheuerlich schaurige Performance abliefert. Und wenn ihr außerdem eine deftige Dosis unterhaltsamer 90er-Vibes braucht, ist vielleicht auch diese kommende Heimkino-Veröffentlichung nach eurem Geschmack:
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