Er hat einen von Tarantinos Lieblingsfilmen gemacht: Berüchtigter Sci-Fi-Wahnsinn eines Regiemeisters feiert Blu-ray-Premiere
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Knallbunt und schräg: Der Science-Fiction-Film „Monster aus dem All“ von „Battle Royale“-Regisseur Kinji Fukasaku ist ein Geheimtipp für Fans irrer Low-Budget-Obskuritäten. Bald feiert er seine deutsche Blu-ray-Premiere.

Der dystopische, blutige Action-Thriller „Battle Royale“ über eine Schulklasse, die zu einem Kampf auf Leben und Tod gezwungen wird, glänzt zwar mit dem Verve eines jungen, wilden Filmemachers. Dennoch verantwortete in Wahrheit ein alteingesessener und angesehener Regieveteran den oft kopierten Reißer, den Quentin Tarantino zu einem der besten Filme des Jahrtausends ernannte:

„Battle Royale“-Regisseur Kinji Fukasaku war bereits 70 Jahre alt, als sein garstiger Kultklassiker Premiere feierte! Zuvor inszenierte er unter anderem Teile des Kriegsfilms „Tora! Tora! Tora!“ über den Angriff auf Pearl Harbor, den legendären Katastrophenfilm „Overkill – Durch die Hölle zur Ewigkeit“ und das Samurai-Actionabenteuer „Die Legende von den acht Samurai“.

Demnächst gelingt einem unter Genrefans berühmt-berüchtigten Titel Fukasakus im deutschen Heimkino der späte Sprung in die HD-Ära: Am 26. März 2026 erscheint „Monster aus dem All“ erstmals in Deutschland auf Blu-ray – nämlich als Limited Edition Mediabook! Vorbestellungen sind bereits möglich:

Darum geht es in "Monster aus dem All"

Der Asteroid Flora befindet sich auf direktem Kollisionskurs mit der Erde! Und da wir hier von einem Film aus dem Jahr 1968 reden, stehen Bruce Willis, Ben Affleck und Kollegen leider nicht zur Verfügung, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen.

Also muss eine mutige Gruppe unter der Führung von Commander Jack Rankin (Robert Horton) den ebenso lästigen wie massiven Felsbrocken zerstören. Eine gewaltige Menge an Bomben, die man auf Flora knallen lässt, sollte ja wohl genügen! Was aber macht man gegen diesen sonderbaren, grünen Schleim, der sich auf der Raumstation Gamma 3 ausbreitet, bedrohlich seine Form wechselt und es offenbar auf Rankin und seine Crew abgesehen hat?!

Der irre Vorfahr von "Armageddon" und "Alien"

Was als „Armageddon“ beginnt, mutiert nach und nach zu einem Film, der wie ein kunterbunter, handgemacht-alberner und knallig-amüsiert inszenierter B-Movie-Abklatsch von „Alien“ anmutet. Bloß, dass „Monster aus dem All“ über zehn Jahre vor Ridley Scotts Sci-Fi-Horror-Meilenstein erschienen ist!

Darüber, wie viel der immensen Skurrilität, Komik und Exzentrik dieses Films beabsichtigt ist und wie viel davon unfreiwillig zustande kam, könnte man lang und ausgiebig grübeln. Zeitgenössische Kritiken zumindest sprachen zumeist von Amateurniveau, einer Billig-Antwort auf „2001: Odyssee im Weltraum“ und von Kostümen, die vor den Augen des Publikums zerfallen.

Andererseits haben längst Fans des eigenwillig gemachten Low-Budget-Kinos „Monster aus dem All“ für sich vereinnahmt: 1976 wurde ein Sci-Fi-Schmähpreis liebevoll (?) nach dem US-Titel des Films benannt („The Green Slime“) und das Kultformat „Mystery Science Theater 3000“ griff in seiner Pilotfolge auf Szenen aus diesem Film zurück.

Und es gibt noch eine Möglichkeit: Man platziert sich zwischen den beiden Gruppen und nimmt die auffälligen Kostüme, mit sichtbar niedrigem Budget zusammengeklöppelte Monsterparade und Hortons Grinsekuchenpferd-Performance als gegeben hin, ohne all das weiter zu hinterfragen. Eins ist aber ziemlich sicher: Ohne Grinsen, Lachen und Schmunzeln wird man kaum aus einer Begegnung mit dem „Monster aus dem All“ kommen.

Gigantischen Spaß (und das definitiv im Sinne der Filmschaffenden) bietet euch übrigens unser folgender, prestigeträchtiger und temporeicher Heimkino-Tipp im folgenden Beitrag:

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