Endlich könnt ihr alle James-Bond-Filme auf Netflix streamen – doch ihr solltet euch keinesfalls zu lange Zeit lassen!
Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Beim Streaming-Giganten mit dem roten "N" gibt es immer eine ganze Menge zu entdecken – und wer lange genug sucht, findet auch einige echte Perlen!

James Bond bei Netflix? Eigentlich ungewöhnlich, denn die Marke gehört mit zum lukrativsten, was Streaming-Konkurrent Amazon Prime Video im Angebot hat. Doch dahinter steckt eine Strategie, die nicht unbedingt kundenfreundlich ist.

Viele Netflix-Nutzer*innen werden sich verwundert die Augen gerieben haben, als im Portfolio vom roten N plötzlich die Filme mit Superagent James Bond aufgetaucht sind. Denn dieser ist seit der Übernahme der MGM-Studios durch Amazon eigentlich direkt mit deren Streaming-Dienst verbunden – und gehört da zu den prestigeträchtigsten Marken. Warum können nun also Filme wie „James Bond – 007 jagt Dr. No“, „Stirb an einem anderen Tag“, den Klassiker „Goldfinger“ oder sogar den neusten Franchise-Eintrag „Keine Zeit zu sterben“ beim Streaming-Primus finden?

Das verwundert vor allem, da die Reihe momentan bei Amazon Prime Video im Abo nicht zur Verfügung steht. Doch dahinter steckt ein Plan – der zwar Sinn ergibt, die Nutzer*innen jedoch zur Eile zwingt, wenn sie planen, die komplette Reihe zu streamen. Was viele nicht wissen: Die Verfügbarkeit bei Netflix ist zeitlich stark limitiert. Drei Monate können die Filme im Portfolio des Streaming-Riesen abgerufen werden. Wer also alle 25 Franchise-Einträge schauen möchte, der muss alle vier Wochen circa 8,3 Bond-Abenteuer abarbeiten. Für Gelegenheitsgucker*innen definitiv ein sportliches Programm.

007-Limitierung mit Plan

Welche Idee dahinter steckt, ist den Aussagen von Chris Ottinger (via ScreenDaily) zu entnehmen, seines Zeichens Leiter des weltweiten Vertriebs bei Amazon MGM Studios: „Als Amazon MGM übernahm, war es der Plan von Amazon, die Lizenzierung der ikonischen MGM-Bibliothek an Streaming- und Fernsehpartner auf der ganzen Welt fortzusetzen. Diese legendären Filme zu Netflix zu bringen, ist Teil dieser fortlaufenden Strategie.“ Man bringe so „eines der beständigsten und einflussreichsten Franchises der Kinogeschichte“ zu dem Streamingkonkurrenten, mit dem man eine „starke Arbeitsbeziehung“ pflegt.

Dabei dürfte es wohl letztlich weniger um Beziehungspflege als vor allem um finanzielle Gründe gehen. Denn die Filme dauerhaft im eigenen Angebot zu haben, dürfte Amazon Prime Video abseits von ein paar neuen Abos keinen monetären Nutzen bringen. Da ist es schon deutlich lukrativer, wenn man die Rechte für einen kurzen Zeitraum – in diesem Fall drei Monate – an einen Streaming-Konkurrenten zu verleihen und dafür kräftig abzukassieren.

Zudem steigert man durch die begrenzte Verfügbarkeit der Reihe die Exklusivität – was das Interesse an der langfristig hochhalten – oder vielleicht sogar steigern kann. Eine Strategie, die durchaus Sinn ergibt – auch wenn das für die Nutzer*innen letztlich alles andere als ein zeitlich entspanntes Guck-Vergnügen bedeutet.

Bereits seit Monaten brodelt die Besetzungsküche - und die halbe Welt fragt sich, wer denn nun der nächste James-Bond-Darsteller wird. Ein „Harry Potter“-Star hat aktuell sehr gute Chancen. Mehr dazu erfahrt ihr hier:

Wird ein "Harry Potter"-Star jetzt wirklich der nächste 007? Das steckt hinter den aktuellen James-Bond-Gerüchten

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