Es sind zwar nur noch wenige Tage bis die vierte Staffel von „Bridgerton“ (nach fast zwei Jahren Wartezeit) endlich bei Netflix verfügbar ist. Doch bevor es am 29. Januar 2026 mit den ersten vier Folgen soweit ist, heißt es nun erstmal das Wochenende überstehen. Da sich das Warten auf neue Bälle, skandalöse Enthüllungen von Lady Whistledown und die Liebesgeschichte von Benedict Bridgerton in die Länge ziehen kann, haben wir für euch das Portfolio von Netflix nach Alternativen durchforstet.
Soviel steht schonmal fest: Das Genre des „Period Drama“ (also Filme und Serien, die in vergangenen Epochen spielen) bietet auf Netflix reichlich Nachschub. Wer – abseits vom Spin-Off „Queen Charlotte - A Bridgerton Story“ – die Ästhetik, die gesellschaftlichen Zwänge und die romantischen Verwicklungen der Erfolgsserie schätzt, sollte an diesem Wochenende einen Blick auf diese drei Produktionen werfen:
Überredung (2022)
Wer den modernen, fast schon poppigen Ansatz von „Bridgerton“ liebt, wird mit „Überredung“, einer Adaption des gleichnamigen Jane Austen Romans, eine stilistische Verwandte finden. Der Film interpretiert den klassischen Regency-Stoff mit zeitgemäßem Esprit und einer Prise Ironie neu.
Handlung: Anne Elliot (Dakota Johnson) lebt mit ihrer versnobten Familie am Rande des Bankrotts und ist eine unangepasste Frau mit ebenso unangepassten Gefühlen. Als Frederick Wentworth (Cosmo Jarvis) – der schneidige Mann, den sie einst auf Drängen ihrer Familie gehen ließ – wieder in ihr Leben tritt, muss Anne sich entscheiden, ob sie die Vergangenheit hinter sich lassen oder auf ihr Herz hören will, wenn es um zweite Chancen geht.
Unser FILMSTARTS-Autor Julius Vietzen vergibt gute 3,5 Sterne. In seinem Fazit schreibt er, dass der Film „nicht ganz an den grandiosen Quasi-Vorgänger ‚Emma' rankommt, aber als modern erzählte Jane-Austen-Verfilmung mit treffsicherem Humor und einem spielfreudigen Cast in eine ähnliche Kerbe einschlägt.“
Warum dieser Film in eure Regency-Watch-List passt: Ähnlich wie „Bridgerton“ nutzt der Film moderne Erzählelemente. Beispielsweise durchbricht in „Überredung“ die Hauptfigur die vierte Wand und spricht direkt in die Kamera. Inhaltlich erzählt wird eine Geschichte über verpasste Chancen innerhalb der strengen gesellschaftlichen Hürden der Ära.
Der Preis der Versuchung (2018)
Wer bei „Bridgerton“ besonders die taktischen Spielchen der High Society schätzt, findet mit „Der Preis der Versuchung“ eine französische Alternative. Das Kostümdrama von Emmanuel Mouret aus dem Jahr 2018 basiert auf einer Episode aus dem Roman „Jacques der Fatalist und sein Herr“ von Denis Diderot.*
Handlung: Die wohlhabende Witwe Madame de La Pommeraye (Cécile de France) führt auf ihrem Landgut ein zurückgezogenes Leben, bis sie dem Werben des Marquis von Arcis (Edouard Baer) nachgibt. Als dieser jedoch das Interesse an ihr verliert, verwandelt sich ihre Liebe in Kaltblütigkeit. Sie inszeniert einen komplexen Racheplan, bei dem sie die junge, mittellose Mademoiselle de Joncquières (Alice Issaz) als Werkzeug benutzt.
Warum dieser Film in eure Regency-Watch-List passt: Der Film besticht durch seine pointierten Dialoge und das psychologische Duell der Hauptfiguren. Er bietet eine elegantere, ruhigere, aber dennoch spannungsgeladene Perspektive auf die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern im Frankreich des 18. Jahrhunderts.
Lady Chatterleys Liebhaber (2022)
„Lady Chatterleys Liebhaber“, die Verfilmung des einst skandalumwitterten Romans von D.H. Lawrence, fokussiert sich auf die emotionalen und physischen Aspekte einer verbotenen Liebe.
Handlung: Lady Chatterley (Emma Corrin) ist eine Frau, die in ein Leben voller Reichtum und Privilegien hineingeboren wurde. Sie heiratet Sir Clifford Chatterley (Matthew Duckett), der jedoch mit starken physischen als auch psychischen Wunden aus dem Ersten Weltkrieg nach Hause zurückkehrt. Als ihre Ehe darunter zu leiden beginnt, lässt Lady Chatterley sich auf eine aufregende Affäre mit einem Wildhüter auf ihrem englischen Anwesen ein.
Unser FILMSTARTS-Autor Sidney Schering vergibt gute 3,5 Sterne. Er schreibt in seinem Fazit: „Keine Sex-Eskapade, sondern eine leidenschaftliche Ehebruch-Romanze, die sich weder in falscher Scheu noch in ausgestellter Vulgarität übt: ‚Lady Chatterleys Liebhaber' ist eine stilvoll inszenierte, vital gefilmte, behutsam modernisierte Adaption eines skandalösen Romanklassikers.“
Warum dieser Film in eure Regency-Watch-List passt: „Lady Chatterleys Liebhaber“ spielt zwar im 20. Jahrhundert und damit fast 100 Jahre später, ist aber dennoch eine hervorragende Alternative. Der Film fängt die Naturverbundenheit als Kontrast zur steifen Gesellschaft ein. Wer bei „Bridgerton“ die sinnlichen Momente und die Thematisierung von Klassenunterschieden schätzt, findet hiermit eine erzählerisch tiefgründige Ergänzung.
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