Vor mehr als 30 Jahren vollbrachte Tom Hanks eine historische Leistung, die vor ihm nur Spencer Tracy gelang und danach keinem weiteren Schauspieler: Er gewann in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Oscar als Bester Hauptdarsteller – 1994 für „Philadelphia“ und 1995 für „Forrest Gump“.
Seitdem ist Hanks nicht nur einer der beliebtesten Hollywood-Stars überhaupt, der wegen seiner sympathisch-bodenständigen Art den Spitznamen „America's Dad“ verpasst bekommen hat, sondern auch ein renommierter Charakterdarsteller. So überzeugte der 69-Jährige in unterschiedlichen Filmen wie Steven Spielbergs Weltkriegs-Epos „Der Soldat James Ryan“, dem Survival-Abenteuer „Cast Away – Verschollen“ oder dem Thriller-Drama „Road To Perdition“.
1985 landete Tom Hanks in einem Komödien-Flop
Vor seinem Oscar-Triumph kannte man Hanks allerdings eher für komische Rollen. In den 1980er-Jahren wurde er dank Comedy-Hits wie „Splash – Jungfrau am Haken“, „Geschenkt ist noch zu teuer“, „Big“ oder „Scott & Huutsch“ zum Star.
Doch nicht jede Komödie, in der Hanks zu sehen war, avancierte zum Hit: Ganz besonders „Der Verrückte mit dem Geigenkasten“ – ein Remake der französischen Agentenfilm-Parodie „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ mit Pierre Richard – konnte im Jahr 1985 weder Kritik noch Publikum überzeugen.
Hanks spielt in dem von Stan Dragoti („Mr. Mom“) inszenierten Ulk die Figur des Richard Harlan Drew, der ins Visier der CIA gerät, nachdem er fälschlicherweise für einen Spion gehalten wird. Spaß machte das am Ende kaum jemandem so richtig: Mit einem Box-Office-Einpiel von rund 8,6 Millionen US-Dollar konnte „Der Verrückte mit dem Geigenkasten“ kaum die Hälfte seiner Produktionskosten erwirtschaften. Das Echo der Fachpresse fiel ebenfalls größtenteils negativ aus – Kritiker-Papst Roger Ebert nannte ihn beispielsweise „misslungen“ und „unlustig“.
Und auch Tom Hanks kann dem Film nur wenig abgewinnen. In einem Interview mit dem Playboy machte der „Schlaflos in Seattle“-Darsteller keinen Hehl aus seiner Abneigung: „[Es ist] kein besonders guter Film. Er hat keinen wirklichen, klaren Fokus. Es geht eigentlich um nichts, man kann nur wenig richtig nachvollziehen. Und er hat überhaupt kein Geld eingespielt.“
Heute ist der Film dementsprechend völlig in Vergessenheit geraten. Die bisher einzige DVD-Veröffentlichung (von 2004) ist längst vergriffen, bei den üblichen Streaminganbietern ist „Der Verrückte mit dem Geigenkasten“ nicht erhältlich. Dass er in absehbarer Zeit als unterschätzter Klassiker wiederentdeckt wird, ist also eher unwahrscheinlich …
… ebenso wie beim einzigen Horrorfilm, in dem Tom Hanks bisher mitgespielt hat – und den er ebenfalls einfach nur schlecht findet. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:
Tom Hanks findet "Panische Angst" nicht gut