Neu im Streaming-Abo: Ein viel zu oft übersehener Psycho-Thriller von Christopher Nolan
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Bevor Christopher Nolan nach Gotham aufgebrochen ist, widmete er sich dem Norden Alaskas: Im Psycho-Thriller „Insomnia“ versucht Al Pacino, einen Mord aufzuklären, verliert aber wegen der arktischen Mitternachtssonne langsam den Bezug zur Realität.

Es ist ein Leichtes, wieder im Christopher-Nolan-Fieber zu sein. Schließlich steht diesen Juli mit „Die Odyssee“ ein neuer, heiß erwarteter Film des gefeierten Regisseurs bevor. Doch bevor die sommerliche Blockbuster-Saison hereinbricht, bietet sich während der jetzigen, kalten Jahreszeit die Möglichkeit an, einen von Nolans unbekannteren Filmen nachzuholen: Ab sofort ist der Psycho-Thriller „Insomnia – Schlaflos“ bei HBO Max abrufbar!

HBO Max ist eine eigenständige Streaming-Plattform, die ihr natürlich auch direkt beim Anbieter abonnieren könnt. Darüber hinaus könnt ihr den Service aber auch als Channel bei Amazon Prime Video* sowie im Bundle mit anderen Diensten buchen und dabei Geld sparen – und zwar mit RTL+ sowie Waipu. Beide Plattformen bieten zahlreiche Deal-Pakete an, etwa mit oder ohne Werbung sowie im Monats- oder Jahresabo.

RTL+ inklusive HBO Max* (Angebot bis 13. Februar gültig):

  • HBO Max Basis (mit Werbung) inkl. RTL+ Premium für 9,99 Euro pro Monat
  • HBO Max Standard inklusive RTL+ Premium für 15,99 Euro pro Monat

Waipu inklusive HBO Max im Launch-Angebot*:

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Die mit Al Pacino, Hilary Swank und Robin Williams prominent besetzte Mördersuche ist der erste Film, den Nolan nach seinem zweifach für den Oscar nominierten Thriller „Memento“ anging. Zugleich ist er der letzte Film, den Nolan vor Beginn seiner ikonischen Batman-Trilogie gedreht hat. Somit stellt „Insomnia“ die Brücke zwischen Nolans atmosphärischen, kleineren Anfängen und seinen Hollywood-Großprojekten dar.

Wer HBO Max noch nicht hat und sich auch nicht anschaffen will, kann „Insomnia“ alternativ als VOD bei Amazon Prime Video leihen oder kaufen:

"Insomnia": Schlaflos durch Nightmute

Kommissar Will Dormer (Al Pacino) wird ins Städtchen Nightmute beordert: Mitten im Nirgendwo Alaskas, wo die Mitternachtssonne die Grenze zwischen Tag und Nacht verwischt, wurde eine 17-Jährige ermordet, und die lokalen Behörden benötigen erfahrene Hilfe aus der Großstadt. Dormer ist aber mehr damit beschäftigt, gegen seine Schlaflosigkeit anzukämpfen, die seine Sinne vernebelt. Ein folgenschweres Ereignis bei der Verfolgung des Hauptverdächtigen lässt die Situation weiter entgleisen. Alsbald stellt sich die Frage, wie zurechnungsfähig und integer der überforderte Polizist wirklich ist...

Bei „Insomnia“ handelt es sich um ein Remake des 1997 erschienenen, norwegischen Thrillers „Todesschlaf“ von Erik Skjoldbjærg. Der hatte nur warme Worte für Nolans Neuverfilmung seines Stoffes übrig, und bezeichnete das Remake als stilistisch nah an seinem Original. Die FILMSTARTS-Community sieht das derweil etwas anders: Sie gibt Nolans Variante der Erzählung nämlich eine deutlich bessere Bewertung.

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Vielleicht liegt das weniger an stilistischen Fragen, sondern an inhaltlichen: Zwar ähnelt sich die Handlung beider Filme sehr, allerdings unterscheiden sich die Darstellung ihres Verlaufs und der Psyche der handelnden Figuren. Während sich im norwegischen Original amoralische Kleinigkeiten zu einer regelrechten Lawine ethischer Fehltritte auftürmen, inszeniert Nolan den Stoff als flirrendes, uneindeutiges Spiel aus moralischen Schatten und Fehlschlüssen.

Al Pacino total kaputt, Robin Williams außer sich

Möglicherweise ist es letztlich aber der „Insomnia“-Cast, der dafür sorgt, dass Nolans Remake die norwegische Vorlage überstrahlt: Während Swank einer etwas undankbar geschriebenen Rolle bestmöglich Profil verleiht, gibt Pacino eine tolle Figur als übernächtigter Cop ab, der zunehmend Geduld verliert und zwielichtige Seiten annimmt.

Überschattet wird diese Leistung aber von einem noch stärkeren Robin Williams als eingangs perfide wirkender Hauptverdächtiger, der im Rahmen dieser doppelbödigen Psycho- und Moral-Studie immer charismatischer und moralischer wirkt. Und doch lässt sich das Gefühl nicht abschütteln, dass das alles nur Schau ist, die allein durch den matten Geisteszustand Dormers so überzeugend gerät.

Somit gibt der jahrzehntelang auf gutherzige Publikumslieblinge reservierte Williams eine komplexe, unberechenbare und soghafte Performance ab, die mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Generell ist „Insomnia“ trotz einzelner Schwächen ein Muss für Williams-, Pacino- und Nolan-Fans – und wenn ihr nach dem Film eine herzerwärmende Anekdote rund um Williams benötigt, findet ihr eine (von vielen) in unserem folgenden Beitrag:

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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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