Ältere Semester kennen Bastian Pastewka noch als Sat.1-Gesicht, schließlich begeisterte er dort jahrelang als Teil des Ensembles der Comedysendung „Die Wochenshow“. Außerdem nahm auf dem Sender mit dem Bällchen-Logo seine beliebte, vielfach preisgekrönte Serie „Pastewka“ ihren Anfang. Die RTL-Ära, in der Pastewka eine Sketchcomedy und eine humorvolle Reihe an Reisedokus verwirklichte, geriet wiederum weitestgehend in Vergessenheit.
Dafür ist der Schauspieler, Synchronsprecher und Komiker mittlerweile eine wiederkehrende Präsenz in lokalen Eigenproduktionen von Amazon Prime Video: Auf dem Streamingdienst feierten die finalen „Pastewka“-Staffeln Premiere, ulkte sich das Multitalent durch „LOL“ und begeisterte gemeinsam mit Anke Engelke in der witzig-rührend-romantischen Serie „Perfekt verpasst“.
Bevor mit „Perfekt zusammen?!“ die aktuell in Produktion befindliche Fortsetzung des Formats ansteht, kehrt Pastewka erst einmal in eine andere zuvor von ihm denkwürdig bespielte Disziplin zurück: In den 2000er-Jahren zollte er gemeinsam mit Oliver Welke und Oliver Kalkofe in „Der Wixxer“ und „Neues vom Wixxer“ den ikonischen Grusel-Krimis der Edgar-Wallace-Reihe parodistisch-liebevoll Tribut. Nun wandelt er dagegen auf den Spuren von Daniel Craig.
Denn ab sofort ist das Bastian-Pastewka-Vehikel „Fabian und die mörderische Hochzeit“ im Abo von Amazon Prime Video enthalten – und somit eine Krimikomödie, die sich im Stil von „Knives Out“ und Co. augenzwinkernd vor der britischen Erfolgsschriftstellerin Agatha Christie verneigt!
Darum geht es in "Fabian und die mörderische Hochzeit"
Ein Hochstapler (Bastian Pastewka) hat in Litauen eine potentiell äußerst lukrative Masche vermasselt und muss daher untertauchen. Seine erstbeste Chance sieht er in der Hochzeitsgesellschaft rund um das Brautpaar Milva (Tamara Romera Ginés) und Clemens (Anton Dreger). Er gibt sich als Fotograf aus und mischt sich erfolgreich unter die Festgemeinschaft, die mit einem Reisebus ein abgelegenes Herrenhaus ansteuert. Dort soll die Braut die sagenumwobene Venus von Wildenfeld erhalten.
Als im ansehnlichen Anwesen jedoch ein Mord geschieht und die Venus entwendet wird, steht alles Kopf – und der Trickbetrüger sieht sich gezwungen, sich als Kripo-Beamter Fabian Kurtz auszugeben, um nicht bloß seine Haut zu retten, sondern obendrein die Chance zu erhalten, sich das wertvolle Schmuckstück zu schnappen!
"Knives Out" mit Pastewka-Flair
Krimi-Expertin Agatha Christie gilt als Rekordschriftstellerin: Keine Autorin soll mehr Exemplare ihres literarischen Schaffens unters Volk gebracht haben als sie! Dazu hat sicherlich nicht bloß Christies Gespür für einen überraschenden, gut vorbereiteten Twist beigetragen, sondern auch ihr enormes Können, einen bestimmten Szenentypus zu schreiben: Die Hauptfigur (etwa Meisterdetektiv Hercule Poirot oder Hobbyschnüfflerin Jane Marple) kombiniert in einem langen Monolog alle Indizien und enthüllt durch diese wortgewandten Rede, wer die Tat begangen hat!
Was schnell zum drögen, das Publikum für dumm verkaufenden Redeschwall verkommen könnte, ist bei Christie im Normalfall köstliches Lesefutter – und jede Christie-Hommage oder -Parodie, die etwas auf sich hält, versucht sich an dieser Szenerie. Das gilt für die von Rian Johnson inszenierten und verfassten Benoit-Blanc-Krimis („Knives Out“, „Glass Onion“ und „Wake Up Dead Man“) ebenso wie für „Fabian und die mörderische Hochzeit“ von „Die Kleinen und die Bösen“-Regisseur Markus Sehr und den Autoren Martin Eigler („Morgen hör ich auf“), Sönke Lars Neuwöhner („Ich werde nicht schweigen“) und Sven Poser („Das Nebelhaus“).
Da im Falle von „Fabian und die mörderische Hochzeit“ aber der durch Pastewka verkörperte Lügner, Betrüger und Kleinkriminelle bloß ein Verbrechen durchschauendes Genie imitiert, verläuft die rund 20-minütige (!) Auflösung selbstredend nicht so, wie bei Christie oder Johnson. Wie FILMSTARTS-Autor Lutz Granert in seiner Kritik festhält, ist die Krimi-Komödie nämlich durch und durch „auf den gut aufgelegten Bastian Pastewka zugeschnitten“. Das bringt zwar eher blasse Nebenfiguren und einen Handlungsverlauf „ohne doppelbödige Wendungen“ mit sich. Doch Pastewkas Ausstrahlung und die „farbenfrohen Kostümen“ sowie die „liebevoll eingerichteten Interieurs“ machen viel wett.
Und wenn ihr euch in einen extrem stilisierten, doppelbödigen sowie verstörenden Film stürzen wollt, um einen jungen Bastian Pastewka zu suchen – tja, dann müsst ihr unbedingt den Film schauen, den wir euch im folgenden Artikel näher vorstellen:
Einer der verstörendsten Filme aller Zeiten: Ausgerechnet Bastian Pastewka ist in dieser Gewalt-Provokation eines Meisterregisseurs versteckt!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.