Heutzutage ist der in Erlangen aufgewachsene Baran bo Odar sicher primär als eines der beiden Kreativgenies hinter den Netflix-Mystery-Serien „Dark“ und „1899“ bekannt. Mit dem packenden Cyber-Crime-Thriller „Who Am I“ hatte bo Odar aber bereits 2014 als Kinoregisseur im großen Stil auf sich aufmerksam machen können. Und das so erfolgreich, dass er drei Jahre später mit dem Hochglanz-Actioner „Sleepless - Eine tödliche Nacht“, erstmals englischsprachig und mit US-Geldern finanziert, nachlegen durfte.
Ab sofort können alle Abonnent*innen „Sleepless - Eine tödliche Nacht“ ohne Zusatzkosten im Flatrate-Programm von Amazon Prime Video streamen. Alternativ ist der FSK-16-Titel bei Online-Händlern wie Amazon als Blu-ray, DVD und als kostenpflichtiges Video-on-Demand* zu haben.
Inszenierung à la Michael Mann
In den Hauptrollen standen Hollywoodgrößen wie Jamie Foxx („Spider-Man: No Way Home“), „Stranger Things“-Sheriff David Harbour („Black Widow“) und Michelle Monaghan („Mission: Impossible III“) vor der Kamera.
„Sleepless“ mag – speziell was die recht absehbare, in der Tradition von Werken wie „96 Hours“ und „Stirb langsam“ gehaltene Story betrifft – keine echte Sensation sein. Der visuell und atmosphärisch an die Arbeiten von Michael Mann („Miami Vice“, „Heat“) erinnernde Thriller bietet aber zumindest engagiert auftretende Stars in aufwändig inszenierten Action-Sequenzen mit Tempo und Spannung. Unsere FILMSTARTS-Kritik vergibt dafür solide drei von fünf Sternen.
"Sleepless": Das ist die Story
Vincent Downs (Jamie Foxx) und Sean Cass (Tip „T.I.“ Harris) sind korrupte Polizei-Detectives in Las Vegas. Indem sie bei Verhaftungen sichergestellte Drogen unterschlagen und weiterverkaufen, verschaffen sie sich einen beachtlichen Nebenverdienst. Doch mit seinem neuesten Coup fordert das Duo sein bisheriges Glück in diesen Angelegenheiten etwas zu sehr heraus.
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Vincent und Sean überfallen einen Kokain-Transport, um Beute im Wert von acht Millionen Dollar zu machen. Am nächsten Tag übernehmen die zwei selbst den Fall, um so jegliches Beweismaterial gegen sich vernichten zu können. Jennifer Bryant (Michelle Monaghan), eine clevere Beamtin, die gegen kriminelle Bullen ermittelt, ahnt allerdings, was passiert ist, und rückt gemeinsam mit ihrem Partner (David Harbour) Vincent mächtig auf die Pelle. Der hat indes noch viel schwerwiegendere Probleme. Denn er wurde von den um ihre Ware erleichterten Großdealern erkannt.
Um ihr Rauschgift zurückzubekommen, entführen die Gangster Vincents Teenager-Sohn Thomas (Octavius J. Johnson). Damit der Junge überlebt, soll der Cop die Drogen dem Casino-Chef Rubino (Dermot Mulroney) übergeben, bevor dieser sie an den sadistischen Gangsterboss Rob Novak (Scoot McNairy) weiterleitet. Alles ist arrangiert, aber dann ist die von Vincent auf einer öffentlichen Toilette versteckte Tasche mit dem Koks plötzlich verschwunden …
"Sleepless - Eine tödliche Nacht" ist ein Remake
Der Film spielt zwar in Las Vegas, wurde aber nur zu einem kleinen Teil tatsächlich in der US-Glücksspiel-Metropole realisiert. Die meisten Szenen des Reißers drehte Baran bo Odar im für eine solche Produktion deutlich kostengünstigeren Atlanta im Bundesstaat Georgia. Zudem wäre das Absperren ganzer Straßenzüge, um etwa die breitflächig angelegte, finale Action-Sequenz auf Zelluloid zu bannen, im vergleichsweise relativ engen und verwinkelten Stadtkern von Las Vegas extrem schwierig bis unmöglich gewesen.
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Als Vorlage für „Sleepless - Eine tödliche Nacht“ diente der französisch-belgisch-luxemburgische Crime-Thriller „Sleepless Night - Nacht der Vergeltung“ von Frédéric Jardin aus dem Jahr 2011. Im von Andrea Berloff („Straight Outta Compton“) für das Remake verfassten Skript wird der Handlungsablauf größtenteils beibehalten, die Action aber in die USA verlegt. Allerdings ist bei der Hollywood-Variante erwartungsgemäß alles mehr als nur einen Tick größer und spektakulärer arrangiert.
Für alle, denen „Sleepless - Eine tödliche Nacht“ gefällt, könnte es lohnend sein, auch das Original zu sichten. Und das nicht nur, um sich über die Unterschiede zu informieren. Sicher, bei Jamie Foxx & Co. knallt es viel heftiger, bunter und lauter. In Bezug auf diverse Story-Details sowie die Zeichnung einiger Charaktere wird in der europäischen Version aber klar mehr an Tiefe und Detail geboten. Auch das eine oder andere Klischee, korrupte Polizeibeamte betreffend, wird nach Ansicht des Autors dieser Zeilen deutlich geschickter umschifft beziehungsweise zumindest subtiler präsentiert.
Einen der besten Filme von Jamie Foxx könnt ihr nun endlich auch in 4K genießen. Um welchen Titel es sich handelt, erfahrt ihr im folgenden Artikel von FILMSTARTS-Redakteur und Heimkino-Experte Daniel Fabian:
Vom Regisseur von "James Bond 007 - Skyfall" & "1917": Einer der besten Kriegsfilme der letzten 20 Jahre erscheint erstmals in 4KDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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