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Was macht eigentlich... E.T.s kleiner Freund Elliott alias Henry Thomas?
Von Tobias Tißen — 11.04.2017 um 17:45
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In dieser Specialreihe begeben wir uns auf Spurensuche und finden für euch heraus, was aus früheren Schauspielstars wurde, um die es in der Zwischenzeit leiser geworden ist.

Universal Pictures
Als Steven Spielberg 1982 „E.T. – Der Außerirdische“ in die Kinos brachte, verliebte sich die ganze Welt in den kleinen Alien mit dem leuchtenden Finger. Doch nicht nur in ihn, auch die Geschwister Elliott (Henry Thomas) und Gertie (Drew Barrymore), die E.T. bei sich aufnehmen, schlossen die Zuschauer schnell in ihr Herz. Während Barrymore jedoch auch als Erwachsene noch zur ersten Hollywood-Riege gehört, hört man von Henry Thomas heutzutage nicht mehr allzu viel, aber auch er ist weiterhin als Schauspieler tätig.

Universal Pictures
Elliott (Henry Thomas, links) und seine kleine Schwester Gertie (Drew Barrymore, rechts).
Dass der 1971 in San Antonio, Texas geborene Henry Thomas überhaupt die Rolle des Elliott ergatterte, hat er auch einer gehörigen Portion Glück zu verdanken: Der Part war längst vergeben, aber weil die Originalbesetzung sich zu Beginn der Dreharbeiten als alles andere als süßer Junge herausstellte, sich aufmüpfig und frech verhielt, musste kurzerhand neu gecastet werden. So ließ man auf eine externe Empfehlung hin den neunjährigen Henry Thomas einfliegen, der zuvor nur eine Nebenrolle im Film „Der geheimnisvolle Fremde“ und einen weiteren kleinen Part im Fernsehfilm „The Steeler Ant The Pitsburgh Kid“ gespielt hatte. „Seine Improvisation war so herzlich und ehrlich, dass ich ihm die Rolle vom Fleck weg gab“, sagte Steven Spielberg 1982. Vielleicht lag es daran, dass er während des Vorsprechens echte Tränen weinte, wie der Schauspieler im englischen Mirror 2013 vermutete: „Ich habe an den Tod meines Chihuahuas Urso gedacht, der vom Nachbarhund angefallen wurde. Es geschah direkt vor meinen Augen.“ 


„E.T.“ wurde zum bis dahin erfolgreichsten Film aller Zeiten (jedenfalls in Nordamerika) und Henry Thomas weltberühmt – doch große Freude hatte der Junge nicht daran. „Ich war wie ein Zirkus-Freak. Nur wenn ich zu Hause geblieben bin, konnte ich dem ständigen Mobbing entgehen. Also wurde ich ein elfjähriger Einsiedler“, erzählte der Schauspieler dem Mirror. Das hielt den gefragten Jungmimen jedoch nicht davon ab, seine Karriere weiter voranzutreiben: Zwischen 1983 und 1986 spielte er Hauptrollen im Drama „Unverstanden“ an der Seite von Gene Hackman und in den beiden Jugend-Abenteuern „Ein tödliches Spiel“ und „Der Geisterjäger“. 

Columbia TriStar
Henry Thomas (rechts) mit Brad Pitt (links) in „Legenden der Leidenschaft“ (1994).
Mit 17 Jahren zog es Thomas dann aus seiner texanischen Heimat nach New York. Dort wollte er weiter an seiner Karriere arbeiten und erhielt 1989 sogleich eine Nebenrolle im Drama „Valmont“ von Oscar-Preisträger Miloš Forman („Amadeus“). In die A-Riege der Filmschauspieler hievte ihn das aber nicht – vielmehr war er zu Beginn der 1990er Jahre hauptsächlich im US-Fernsehen zu sehen. In „Psycho IV: The Beginning“ spielte er den jungen Norman Bates und für „Eine mörderische Freundschaft“ drehte Thomas an der Seite von Jason Bateman („Kill The Boss“) und Renée Zellweger („Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“). 1994 folgte dann mal wieder eine wichtige Kinorolle in Edward Zwicks „Legenden der Leidenschaft“, wo er zusammen mit Superstars wie Brad Pitt („Fight Club“) und Anthony Hopkins („Das Schweigen der Lämmer“) vor der Kamera stand.

Dies sollte jedoch zunächst der vorläufig letzte Karrierehöhepunkt bleiben. Der ehemalige Kinderstar war zwar durchgängig als Schauspieler aktiv, aber der Kassen- und Kritikererfolg blieb weitgehend aus. Dies galt nicht nur für Fernsehfilme wie „Lassiter: Erbarmungslos und Gefährlich“ und einige Direct-to-Video-Produktionen (unter anderem „Niagara, Niagara“), sondern auch für die wenigen größeren Kino-Produktionen, in denen er noch mitwirkte („Suicide Kings“, „All die schönen Pferde“). Erst 2002 war Henry Thomas dann wieder Teil einer international erfolgreichen Produktion: In Martin Scorseses Epos „Gangs Of New York“ spielt er Johnny Sirocco, einen guten Freund der Hauptfigur Amsterdam Vallon (Leonardo DiCaprio).

Splendid Film
Henry Thomas (rechts) und Leonardo DiCaprio (links) in Martin Scorseses „Gangs Of New York“ (2002).
2004 drehte Thomas schließlich unter der Regie von Mika Kaurismäki („L.A. Without A Map“) das Road-Movie „Honey Baby“, unter anderem mit Ex-Sexiest-Man-Alive Helmut Berger („Ludwig II“) und Die-Ärzte-Schlagzeuger Bela B. Felsenheimer. Der finnische Regisseur machte Thomas schließlich mit der deutschen Schauspielerin Marie Zielcke („Lammbock“) bekannt – noch 2004 läuteten die Hochzeitsglocken und eine gemeinsame Tochter erblickte das Licht der Welt. Doch das Glück hielt nicht lange: Schon 2006 wurde bekannt, dass Marie Zielcke sich in einer Beziehung mit Christoph Maria Herbst („Stromberg“) befindet, 2007 folgte dann die Scheidung von Thomas. Darüber ist der amerikanische Schauspieler jedoch schon lange hinweg, lebt mittlerweile mit seiner zweiten Frau Annalee und drei Kindern in Los Angeles.

History Channel
Henry Thomas als US-Präsident John Adams in der TV-Miniserie „Sons Of Liberty“ (2015).
Beruflich wandte sich Henry Thomas im vergangenen Jahrzehnt vermehrt der Serienlandschaft zu. So war er in einzelnen Folgen von „Masters Of Horror“,  „Without A Trace – Spurlos Verschwunden“, „CSI – Den Tätern auf der Spur“ und „The Mentalist“ zu sehen, Hauptrollen übernahm er in der Drama-Serie „Betrayal“, die es jedoch nur auf eine Staffel brachte, und in der dreiteiligen Historien-Serie „Sons Of Liberty“, wo er den zweiten Präsidenten der Vereinigten Staaten, John Adams, verkörperte. Neben seiner TV-Tätigkeit war Thomas auch immer wieder in Independentproduktionen oder Direct-to-DVD-Veröffentlichungen zu sehen, unter anderem im Action-Drama „The Hard Easy“ und im Horrorfilm „Red Velvet“. Eine Ausnahme bildete 2010 die Nicolas-Sparks-Verfilmung „Das Leuchten der Stille“ von Lasse Hallström, in der er mal wieder einen großen Leinwandauftritt hatte. Der nächste ließ dann jedoch auch wieder sechs Jahre auf sich warten: 2016 war er in „Ouija: Ursprung des Bösen“ als Vater Tom Hogan zu sehen. Regisseur Mike Flanagan scheint er damit aber auf jeden Fall überzeugt zu haben: Der engagierte ihn auch gleich für seinen nächsten Film „Das Spiel“. Der auf einem Stephen-King-Roman basierende Psycho-Thriller ist abgedreht und soll noch im Jahr 2017 auf Netflix erscheinen.

Abgesehen von seiner schauspielerischen Tätigkeit versuchte sich Henry Thomas übrigens auch als Musiker: Als Songwriter, Sänger und Gitarrist brachte er in den 1990ern mit seiner Band The Blue Heelers das Album „Twister“ heraus. Es blieb allerdings bei dieser einen Platte und so blieb sein größter persönlicher musikalischer Erfolg die Veröffentlichung von vier Songs auf dem Soundtrack zu „Honey Baby“. Die Arbeit an einem Solo-Album gab er jedoch 2006 endgültig auf. Es sieht ganz danach aus, dass der mittlerweile 46-Jährige Thomas seine musikalischen Ambitionen inzwischen aufgegeben hat, aber an den schauspielerischen Ruhestand denkt er noch lange nicht. Vielleicht erlebt doch noch einmal einen Glücksfall wie „E.T.“.



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Kommentare
  • Gravur 51

    Origin of Evil habe ich hier schon einige Wochen ungeöffnet auf BluRay rumliegen -muss ich mal schauen! Auf das Spiel freue ich mich auch, gutes Buch.

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