Jean-Pierre Melville zählt zu den bedeutendsten europäischen Regisseuren der 50er, 60er und 70er – und bekam deshalb im Heimkino verdientermaßen eine liebevoll gestaltete Arthaus-Collection* spendiert, wie auch etwa Werner Herzog oder Ingmar Bergman. Sein vielleicht sogar bester Film fehlt in dieser Sammlung allerdings – und feiert demnächst ein Comeback, das Fans von Gangsterfilmen ebenso freuen dürfte wie Liebhaber*innen des französischen Kinos.
Melvilles international als „Le Samouraï“ bekanntes Meisterstück „Der eiskalte Engel“ kommt am 18. August 2025 endlich in den deutschen Handel – und erscheint damit erstmals in Deutschland auf DVD und Blu-ray:
Und es gibt gleich eine ganze Reihe von Gründen, die dafür sprechen, sich den Film um den von Alain Delon („Der Leopard“) ebenso grandios wie kühl und präzise gespielten Auftragskiller Jef Costello, der in ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel verwickelt wird, spätestens jetzt in die Sammlung zu holen:
Darum lohnt sich "Der eiskalte Engel"
„Der eiskalte Engel“ ist ein visueller Hochgenuss – demnächst wohl noch mehr als je zuvor. Denn der Film feiert nicht nur seine HD-Premiere auf Blu-ray, sondern wurde dafür vorab sogar in 4K abgetastet. Ein Grund zur Freude, hatte Kameramann Henri Decaë („Vier im roten Kreis“) doch großen Anteil an der Atmosphäre und der reduziert-unterkühlten, das Wesen des Protagonisten spiegelnden Ästhetik des Films – die geradezu danach schreit, in der bestmöglichen Qualität erlebt zu werden.
Das Werk ist von enormer filmhistorischer Bedeutung und hatte großen Einfluss auf einige der größten Filmemacher unserer Zeit. Quentin Tarantino bezeichnet ihn als einen seiner Lieblingsfilme, ohne den „Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“ nicht die Filme wären, die sie sind. Martin Scorsese nennt Jef Costello als Inspirationsquelle für Travis Bickle, die Titelfigur seines vielfach prämierten Meisterwerks „Taxi Driver“ – und auch Robert De Niros Figur in Michael Manns „Heat“ hat nicht ganz zufällig einige Gemeinsamkeiten mit Alain Delons eiskaltem Auftragskiller.
Das Set enthält die deutsche Synchronfassung zudem erstmals auf DVD! Ja, kaum zu glauben, aber seit seiner VHS-Auswertung wird der französische Kino-Klassiker hierzulande mehr als stiefmütterlich behandelt. Nun bekommt er endlich die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt.
Erstmals gibt es hierzulande die Uncut-Version zu sehen. Wie unter anderem ein Blick auf die bisherigen Ausführungen bei der OFDb zeigt, waren sämtliche offiziellen Veröffentlichungen des Films in Deutschland gekürzt. Die Ausnahme: vereinzelte TV-Ausstrahlungen.
Streaming? Fehlanzeige! Auf dem digitalen Markt sieht es nicht viel besser aus. „Le Samouraï“ ist aktuell auf keiner Streaming-Plattform zu finden – und weder im Abo noch als Video-on-Demand verfügbar.
Premiere als Limited Edition: Als Verneigung vor Melville und Delon ist es zudem nur folgerichtig, dass ihre bekannteste Zusammenarbeit nicht einfach nur als plumpe Standardausgabe erscheint. Stattdessen wird „Der eiskalte Engel“ als limitierte sowie individuell nummerierte Sammleredition im Mediabook zelebriert, mit der dieser so bedeutende Kultfilm standesgemäß gefeiert wird.
Eines der größten Action-Meisterwerke der Kinogeschichte bekommt ihr aktuell übrigens (genau wie die eingangs erwähnte Melville-Box) zum absoluten Spitzenpreis bei Amazon – in einer Kollektion, mit der kein Filmfan etwas falsch macht:
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