Mit der 4K-Premiere der „Infernal Affairs“-Trilogie und dem Uncut-Comeback von „Crank 2“ wollen wir an dieser Stelle zwei der großen Highlights nennen, die euch diese Woche im Heimkino erwarten. Darüber hinaus ist es dem Autor dieses Artikels ein besonderes Anliegen, auf das in mehrerlei Hinsicht besonderste Juwel hinzuweisen, das dieser Tage in den Handel kommt. Denn egal ob ihr etwas für bleihaltige Eskapaden und knochenbrecherische Kracher übrig habt, ob euch der Sinn mehr nach übernatürlichen Fantasy-Abenteuern steht oder ihr erst so richtig in Fahrt kommt, wenn monströse Kreaturen blutgetränkten Horror entfesseln: Hier bekommt ihr all das auf einen Schlag – und noch viel mehr!
Die Rede ist von „The Seventh Curse“ (1986), der einige der legendärsten Hollywood-Blockbuster auf einzigartige Art und Weise vermengt, mit freizügigen Episoden garniert und in zahlreichen ausufernden Momenten zur wilden Splatter-Granate mutiert, dass einem Hören und Sehen vergeht. Zumindest letzteres sollte allerdings niemanden groß überraschen. Regie führte schließlich Ngai Choi Lam – und dass der zügellos-brutal und irre-over-the-top kann, weiß wohl jeder, der den sicherlich bekanntesten Kracher des Hongkonger Filmemachers kennt: „Story Of Ricky“.
Dass „The Seventh Curse“ bis heute kaum Staub aufwirbeln konnte (aktuell steht keine einzige (!) Userwertung auf FILMSTARTS zu Buche), verwundert dennoch nur bedingt. Der Film wurde hierzulande schon immer stiefmütterlich behandelt, gekürzt oder in alternativen Schnittfassungen veröffentlicht. Doch Fans von „Indiana Jones“, „Alien“, „Rambo“ oder auch „Big Trouble In Little China“ sollten diesen viel zu unbekannten Kult-Klassiker spätestens jetzt unbedingt nachholen! Ab dieser Woche gibt es diesen nämlich erstmals in einer umfassenden deutschsprachigen Veröffentlichung, die ihm auch vollends gerecht wird.
Der Film erscheint am 30. Mai 2025 erstmals in Deutschland auf Blu-ray – in gleich vier auf jeweils 333 Stück limitierten Mediabook-Varianten. Diese sind mit zwei Blu-rays ausgestattet, die das einzigartige Ideenfeuerwerk nicht nur in der Uncut-Version, sondern in insgesamt vier (!) Schnittfassungen enthalten. Aktuell sind noch alle Ausführungen verfügbar – unter anderem bei EYK Media oder JPC* –, doch uns würde es nicht wundern, wenn sämtliche Editionen in Kürze restlos vergriffen und nur noch für teures Geld auf dem Drittmarkt zu haben sind.
"The Seventh Curse": Eine außergewöhnliche Genre-Melange
Der Film erzählt die Geschichte von Dr. Yuen (Siu-Ho Chin), der von einer im tiefen Dschungel Thailands lebenden, sinistren Wurm-Sekte mit einem Fluch belegt wird, der sich auf blutige und immer verheerendere Weise auf sein Opfer auswirkt. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich mit der Hilfe seines Sidekicks Tsai-Hung (Maggie Cheung) und seines Mentors (Chow Yun-Fat) auf die Suche nach einem Heilmittel zu begeben – doch die Zeit rinnt ihm davon…
Unter den Genre-Hybriden, denen die Gratwanderung ihrer unterschiedlichen Einflüsse oft nur bedingt gelingt, ist „The Seventh Curse“ so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau:
Der Film beginnt mit brachialer Action, die auch aus einem Jackie-Chan- oder John-Woo-Kracher stammen könnte, leitet schließlich zu freizügigem Geschmuse über, das alsbald von explodierenden Venen beendet wird – und noch bevor die 30-Minuten-Marke erreicht ist, schlüpfen wurmartige Kreaturen nach Xenomorph-Art aus Brustkörben. Ganz zu schweigen von den Skeletten mit leuchtenden Augen, die zum Leben erweckt werden.
An dieser Stelle könnten wir noch konkret darauf eingehen, wie der dunkle Dämon hier mit Hilfe des Blutes von 100 Kindern – denn ja, das wird nicht nur erwähnt, sondern auch gezeigt! – heraufbeschworen wird oder näher beschreiben, wer und was denn alles im völlig irren Finale explodiert. Doch die eine oder andere Überraschung sollte euch unbedingt noch vorbehalten bleiben…
Fakt ist, dass der Fantasy-Horror-Actioner seine Ab-18-Freigabe mehr als verdient hat – und in seiner angenehm knackigen Laufzeit von deutlich unter eineinhalb Stunden so unfassbar temporeich und abgedreht mit wahnwitzigen Ideen um sich wirft, dass gar keine Zeit für Leerlauf bleibt. „The Seventh Curse“ ist stimmungsvoll-mystisch wie „Indiana Jones und der Tempel des Todes“, blutig wie „Story Of Ricky“, brachial wie „Drunken Master“ und zugleich der beste „Alien“-Film, der gar keiner ist. Und dann ist da natürlich noch das Muskelpaket, das am Ende zu John Rambo mutiert – und im ärmellosen Shirt und mit Pfeil und Bogen bewaffnet durch den Dschungel jagt…
Der Autor dieses Artikels kann gar nicht glauben, dass ihm bis heute niemand diesen Film ans Herz gelegt hat – und will mit diesem Artikel nun selbst dafür sorgen, dass dieser rundum gelungene Geheimtipp nun auch die Herzen der FILMSTARTS-Leser*innen erobert, wie er seines erobert hat. Und für den Fall, dass ihr weiter abseits jener DVDs und Blu-rays stöbern wollt, die ihr etwa bei Amazon bekommt, lohnt es sich auch, mal in den nachfolgenden Artikel reinzuschauen:
Ungekürzt mit FSK 18: Body-Horror-Highlight feiert nach 5 (!) Jahren Heimkino-Premiere – ein Muss für Fans von "Die Fliege" & Co.*Bei diesem Link handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.