Kinotipp der Woche: Das Remake eines Kultfilms von 2001, das sogar noch besser ist als das Original!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Die Szene, in der Diana Amft einen Orgasmus auf dem Fahrrad bekommt, hat deutsche Kinogeschichte geschrieben. In dieser Woche startet das Remake von „Mädchen Mädchen“ in den Kinos – ein grandioser Sommerfilm:

Für unsere Initiative „Deutsches Kino ist (doch) geil!“ wählen wir jeden Monat einen deutschen Film, der uns ganz besonders gut gefallen, inspiriert oder fasziniert hat, um den Kinostart – unabhängig von seiner Größe – redaktionell wie einen Blockbuster zu begleiten. In diesem Monat ist die Wahl auf „Mädchen Mädchen“ (Kinostart: 3. Juli) gefallen. Mit ihrem herausragenden Cast ist es „Achtsam morden“-Regisseurin Martina Plura gelungen, das unvergessene Original mit Diana Amft, Felicitas Woll und Karoline Herfurth (1,7 Millionen Kinobesucher*innen im Jahr 2001) sogar noch zu übertreffen:

Mädchen Mädchen
Mädchen Mädchen
Starttermin 3. Juli 2025 | 1 Std. 30 Min.
Von Martina Plura
Mit Kya-Celina Barucki, Julia Novohradsky, Nhung Hong
User-Wertung
3,6
Filmstarts
4,0

Ob „Harte Jungs“ oder das „Mädchen Mädchen“-Original – auch wenn diese Filme heute Kultstatus genießen, wirkten sie im Vergleich zur amerikanischen Konkurrenz damals oft ein wenig provinziell. Doch das ändert sich jetzt grundlegend: Das „Mädchen Mädchen“-Remake startet mit einer sommerlichen Open-Air-Feier und macht sofort klar, worin die Stärken von Regisseurin Martina Plura, ihrer Kamerafrau und Zwillingsschwester Monika Plura sowie Autorin Katharina Kiesl liegen. Der Film legt ein beeindruckendes Tempo vor, kombiniert mit frech-provokanten, aber niemals platten Gags, glaubwürdigen Jungdarstellerinnen und einer modernen Sprache, die nicht krampfhaft jugendlich wirkt.

Auch visuell überzeugt die Neuauflage mit einem dynamischen, unverbrauchten Stil – frisch, aber nie anbiedernd. Eine seltene Balance im deutschen Kino. Der anfangs als interner Gag gedachte Spruch „Hot Girl Summer“ schaffte es bis aufs offizielle Poster – ein mutiger Schritt, der sich auszahlt. Bereits nach wenigen Minuten ist klar: Der Vergleich mit dem Sommerhit von Megan Thee Stallion ist keineswegs überzogen. Was leicht hätte peinlich wirken können, geht hier voll auf.

So lautet auch das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik: „Früher musste man schon froh sein, wenn deutsche Teen-Comedys im Vergleich zu den US-Vorbildern nicht allzu sehr abstinken. Aber das hat sich dank ‚Mädchen Mädchen‘ nun geändert: Eine derart energiegeladene Highschool-Sex-Komödie haben wir auch jenseits des Atlantiks lange nicht mehr erlebt…“

Darum geht's in "Mädchen Mädchen"

Die besten Freundinnen Inken (Kya-Celina Barucki), Vicky (Julia Novohradsky) und Lena (Nhung Hong) starten – inspiriert vom gleichnamigen Track von Megan Thee Stallion mit Nicki Minaj und Ty Dolla $ign – ihren ganz eigenen „Hot Girl Summer“. Für Inken ist spätestens seit dem peinlichen Moment im Freibad, als ihre Push-Up-Einlagen nach einem Bauchklatscher öffentlich im Wasser trieben, klar: Ein Orgasmus muss endlich her – und zwar schleunigst! Doch das erweist sich als komplizierter als gedacht.

Ihr Freund Tim (Jason Klare), ein echter Macho, kommt einfach viel zu schnell – ganz egal, wie oft Inken ihn beim Sex bittet, an Dinge wie den Klimawandel, seine Oma oder frustrierende FIFA-Niederlagen zu denken. Währenddessen fasst Lena all ihren Mut zusammen, um ihren Crush Nick (Jamie Lee Williams) anzusprechen. Doch als bekannt wird, dass sie unter einem Alias erotische Young-Adult-Geschichten online stellt, hat sie prompt den Ruf der „Stufenschlampe“ weg. Und auch bei Vicky läuft nicht alles nach Plan: Kaum hat sie sich verliebt, macht ihr ein unerwarteter Vaginalpilz einen Strich durch die Rechnung...

Kya-Celina Barucki, Julia Novohradsky und Nhung Hong bei uns im Podcast

Die Reihe „Deutsches Kino ist [doch] geil!“ gibt es nun schon seit September 2023 – und in der Zeit haben uns von Simon Verhoeven über Karoline Herfurth bis zu Tom Tykwer schon eine Menge Filmschaffende in der FILMSTARTS-Redaktion besucht. Aber so schwungvollen Besuch wie zu „Mädchen Mädchen“ hatten wir noch nie – schon beim Betreten des Podcast-Studios wurde vor Begeisterung erst mal gekreischt…

Die Redakteure Christoph Petersen (links) und Pascal Reis mit den „Mädchen Mädchen“-Stars Kya-Celina Barucki, Julia Novohradsky und Nhung Hong in der FILMSTARTS-Redaktion. Webedia
Die Redakteure Christoph Petersen (links) und Pascal Reis mit den „Mädchen Mädchen“-Stars Kya-Celina Barucki, Julia Novohradsky und Nhung Hong in der FILMSTARTS-Redaktion.

Ich kann euch aber nicht nur wegen der ansteckend guten Laune nur unbedingt empfehlen, unbedingt in die neue Folge unseres Podcasts Leinwandliebe hineinzuhören. Kya-Celina Barucki, Julia Novohradsky und Nhung Hong liefern schließlich nicht nur Einblicke in das Schicksal von Filmklamotten nach dem Dreh, die selbst ich so noch nie gehört hatte - Kya-Celina Barucki verrät uns auch, wie man einen Fahrradsattel-Orgasmus mithilfe einer Intimitätskoordinatorin und einem Pappplakat so choreografiert, als sei es ein Dialog wie (fast) jeder andere:

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