"Hat mir das Herz zerrissen": Nicolas Cage liebt diesen hoch emotionalen Film, der auch Steven Spielberg zu Tränen rührte!
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Nicolas Cage liebt Filme – ihn auf vier Favoriten zu beschränken, fällt schwer. Doch ein Familien-Drama liegt ihm besonders am Herzen: ein Werk, das sogar Steven Spielberg tief beeindruckte und weltweit für Aufsehen sorgte.

Die Karriere von Nicolas Cage ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Nach seinem kometenhaften Aufstieg Ende der 1980er-Jahre und großen Erfolgen mit populären Blockbustern wie „Con Air“ oder „Im Körper des Feindes“ (beide von 1997) geriet sein Stern zunehmend ins Wanken. Zwar schaffte er es immer wieder, in größeren Produktionen aufzutauchen – etwa in „Kick-Ass“ (2010) –, doch seine Rollenauswahl wirkte zunehmend unberechenbar.

Neben seiner Leidenschaft für das Schauspiel trieben ihn dabei auch finanzielle Verpflichtungen an. In unzähligen B-Movies, in denen er mit fast expressionistischer Hingabe agierte, kultivierte Cage ein Image, das ihm heute Kultstatus verleiht. Inzwischen erlebt der Oscarpreisträger ein neues Karrierehoch – allerdings nicht mit Mainstream-Werken, sondern mit unabhängig produzierten Filmen wie dem Drama „Pig“ (2021) oder dem mysteriösen „The Surfer“ (2024), die beide trotz Festivalauftritten hierzulande keinen regulären Kinostart erhielten, sondern direkt im Heimkino erschienen.

Für „The Surfer“ unternahm Cage dennoch eine internationale Promo-Tour – und genau dort wurde er erneut von der Plattform Letterboxd nach seinen Lieblingsfilmen gefragt. Eine Frage, die man einem echten Cineasten eigentlich kaum zumuten kann – und die Cage in der Vergangenheit bereits mit Klassikern wie „Citizen Kane“ (1941), „Sie küssten und sie schlugen ihn“ (1959), „Julia und die Geister“ (1965) und „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968) beantwortete.

Doch weil sich filmische Vorlieben laufend verändern – und wahre Filmleidenschaft ohnehin schwer auf nur vier Titel zu reduzieren ist – nutzte Cage die Gelegenheit, um bei einem weiteren Gespräch mit Letterboxd eine neue Auswahl zu präsentieren. Darunter: das japanische Drama „Like Father, Like Son“ (2013) von Regisseur Hirokazu Kore-eda.

Cage liebt "Like Father, Like Son", Spielberg rührte das Drama zu Tränen

Darum geht's: Ein wohlhabendes Ehepaar erfährt, dass ihr sechsjähriger Sohn bei der Geburt vertauscht wurde. Die Nachricht stürzt beide betroffenen Familien in einen tiefgreifenden Konflikt: Was macht eine Familie eigentlich aus? Gemeinsame Erlebnisse oder genetische Verwandtschaft? Zwischen gesellschaftlichem Druck, väterlicher Selbstwahrnehmung und kindlicher Unschuld entfaltet sich ein fein nuanciertes Drama über Identität, Liebe und die schwierige Kunst, loszulassen.

Dass „Like Father, Like Son“ für Nicolas Cage zu den ganz großen Filmerlebnissen gehört, machte er bei der Gelegenheit unmissverständlich klar. Wörtlich sagte er: „Ich liebe diesen Film“ und „er hat mir das Herz zerrissen.“ Mit dieser Begeisterung ist er nicht allein. Bei seiner Weltpremiere in Cannes wurde das Werk mit minutenlangem Applaus gefeiert. Es erhielt 2013 den Preis der Jury – und soll sogar Jurypräsident Steven Spielberg zu Tränen gerührt haben.

Der „Jurassic Park“-Regisseur war so begeistert, dass zeitweise sogar ein US-Remake konkret in Planung war, wie unter anderem Variety berichtete. Doch seit über zehn Jahren ist es still um das Projekt geworden, weshalb eine Neuverfilmung wohl erst einmal auf Eis liegt.

Neben dem bewegenden Familiendrama empfahl Cage bei derselben Gelegenheit auch den japanischen Klassiker „Ugetsu – Erzählungen unter dem Regenmond“ (1953), den stilprägenden Noir-Thriller „Thief – Der Einzelgänger“ (1981) von Michael Mann sowie „Breaking the Waves“ (1996). Was Nic Cage über das Drama von Skandal-Regisseur Lars von Trier zu sagen hat, erfahrt ihr in diesem FILMSTARTS-Artikel:

"Reißt einem das Herz raus": Dieses bildgewaltige, emotional niederschmetternde Meisterwerk ist einer der Lieblingsfilme von Nicolas Cage

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