Das Wall Street Journal blickt in einem umfangreichen Artikel auf die turbulente Zeit bei DC zurück. Es geht um die lange zersplitterte Führung mit vielen unterschiedlichen Ideen. Es wird über den Versuch berichtet, nach dem Flop von Zack Snyders „Justice League“ das MCU-Mastermind Kevin Feige von Konkurrent Marvel abzuwerben. Es wird die kurzzeitige Idee von Warner-Boss David Zaslav beschrieben, das komplette damalige DCEU in die Hände von Dwayne Johnson (!) zu legen – was nach dem intern schon absehbaren Flop von „Black Adam“ aber schnell beiseite gewischt wurde.
Vor allem handelt der Artikel aber davon, dass jetzt Filmemacher James Gunn und der erfahrene Produzent Peter Safran die DC Studios leiten – und damit das erste Mal alle DC-Adaptionen in einem Haus und mit einer Vision entstehen. Und so wird in dem Wall-Street-Journal-Artikel nicht nur ausführlich in die Vergangenheit geschaut, sondern auch auf die Zukunft – und das dürfte natürlich viele Fans von Batman, Superman, Wonder Woman und Co. interessieren: Wie geht es nach „Superman“ weiter?
Von Horror bis Familienfilm: Ein vielfältiges DCU
Bekräftigt wird in dem Artikel noch einmal, dass das neue DCU unglaublich vielfältig sein soll. Laut Peter Safran müssen Superheldengeschichten nicht immer unbedingt direkt Action-Abenteuerfilme sein. Zeugnis davon sind zwei Projekte, an denen gerade gearbeitet wird. Im August 2025 beginnen die Dreharbeiten zu „Clayface“. Die von James Watkins („Speak No Evil“) inszenierte Comic-Adaption mit einem legendären Batman-Bösewicht im Zentrum soll ein waschechter Horrorfilm werden.
Gleichzeitig ist bereits der Animationsfilm „Dynamic Duo“ in Arbeit. In diesem verbünden sich Dick Grayson und Jason Todd, die beide eine Vergangenheit als Robin an der Seite von Batman haben. Der Film wird für DC Studios von der Animationsschmiede Swaybox und Regisseur Arthur Mintz mit dem sogenannten „Momo Animation“-Prozess verwirklicht. Hier kommen Computeranimation, Stop-Motion-Puppentricks und in Echtzeit aufgenommene Realfilmelemente zusammen, um uns ein visuelles Erlebnis zu bescheren, wie wir es im Kino noch nicht gesehen haben. Dieser Film mit zwei Jungs im Mittelpunkt soll sich ganz klar an die ganze Familie richten, wird also auch kindertauglich.
3 Filme plus Serien pro Jahr – ein beständiger Output
Aktuell muss das DCU noch hochfahren und gerade Animationsprojekte brauchen sehr lange in der Realisierung. Obwohl an „Dynamic Duo“ bereits mit Hochtouren gearbeitet wird, ist so aktuell ein Kinostart erst für den 29. Juni 2028 vorgesehen. Damit dauert es auch noch ein wenig, bis der von Gunn und Safran erstrebte Jahresoutput zuverlässig erfolgt.
Der Plan ist es drei Kinofilme pro Jahr herauszubringen – zwei Live-Action-Abenteuer plus einen Animationsfilm. In Sachen Live-Action dürfte man schon ab 2026 mit „Supergirl“ sowie dem bereits erwähnten „Clayface“ auf Kurs liegen. Bei den Animationsfilmen wird es noch ein wenig dauern, bis man so weit in der Arbeit vorangeschritten ist, dass man jährlich einen fertigstellen kann.
Dazu kommen noch mehrere Serien pro Jahr – hier legt man sich auf keine genaue Zahl fest. Mit „Creature Commandos“ gibt es bereits eine Animationsserie, dazu kommt die in Kürze startende zweite Staffel von „Peacemaker“, die ebenfalls zum DCU gehört, auch wenn diese Serie noch im alten DCEU ihren Ursprung hat. Bereits gedreht wird für eine Veröffentlichung im Jahr 2026 zudem die Krimi-Serie „Lanterns“.
Alles steuert auf die Justice League zu!
Natürlich sei es zudem das Ziel, über all diese Projekte nach und nach die bekanntesten DC-Figuren – neben Superman allen voran Batman und Wonder Woman einzuführen. Denn ein großes Ziel bleibt fest im Fokus. Die Kinokassenenttäuschung von „Justice League“ sorgte erst dafür, dass nach und nach die ganze alte Organisation bei Warner und DC zerbröckelte.
Es war der Auftakt zu einem Weg, an dem am Ende die neuen DC Studios mit Gunn und Safran aus der Taufe gehoben wurden. Und die wollen zeigen, dass ein „Justice League“-Film auch ein großer Erfolg werden kann. So soll es natürlich auch im DCU das große Crossover-Event geben, in welchem David Corenswets Superman Seite an Seite mit dem neuen Batman, der neuen Wonder Woman und sicher noch einigen weiteren DC-Figuren kämpft.
Allerdings dürfen wir davon ausgehen, dass es bis dahin noch eine Weile dauert. Denn James Gunn hat in der Vergangenheit mehrfach gesagt, dass er nichts überstürzen will (schließlich war auch das nach Meinung vieler ein Grund für das Scheitern des DCEU und des „Justice League“-Films aus dem Jahr 2017). Wir dürfen also davon ausgehen, dass wir von „Superman“ hin zum neuen „Justice League“ länger warten müssen als die gerade mal vier Jahre, die von „Man Of Steel“ zu „Justice League“ verstrichen.
Und alles steht natürlich unter dem Vorbehalt, dass auch Gunn und Safran liefern müssen. Sollten ihre DC-Projekte floppen, könnte der als ungeduldig bekannte Warner-Boss David Zaslav schnell einmal mehr alles in Frage stellen. Der erste große Test ist „Superman“ an diesem Wochenende...
Was uns James Gunn über seinen DCU-Kinoauftakt und seine weiteren Pläne verraten hat, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel. Denn unser DC-Experte Julius Vietzen hat den Filmemacher in London zum Interview getroffen:
"Auf einmal taucht dieser Typ auf, der seine Unterhose außen trägt": "Superman"-Regisseur James Gunn im FILMSTARTS-Interview