Heute Abend streamen: Dieser Geheimtipp ist der wirklich BESTE Film von Nicolas Cage!
Monta Alaine
Monta Alaine
Bereits jung von ihrem Vater an Klassiker wie "Taxi Driver" und "Clockwerk Orange" herangeführt stand fest: Film sollte es sein. Nach diversen Stops in der Branche gilt ihre Liebe auch heute noch Hollywood-Kino à la Nolan und raffinierten Arthouse-Filmen.

Unser Streaming-Tipp ist ein Film, der sich selbst schreibt und Nicolas Cage gleich doppelt besetzt: „Adaption“ von Spike Jonze.

Spike Jonze ist quasi das weiße Kaninchen Hollywoods: Zunächst wirkte er als Regisseur von Musikvideos (u.a. das grandiose „Weapon of Choice” mit Christopher Walken), doch mit seinem Spielfilmdebüt „Being John Malkovich” kam es richtig dicke und er schubste den Zuschauer mitten hinein in seinen wundersamen Kaninchenbau – bzw. durch einen Tunnel direkt in John Malkovichs Kopf.

Für das geniale Drehbuch, das die Metaebene zum Film selbst erhebt, zeichnete Charlie Kaufman verantwortlich. Für seinen nächsten Geniestreich, bei dem ebenfalls Spike Jonze Regie führte, ging er sogar noch einen Schritt weiter. Wer Bock auf so richtig Mindfuck, Meta und doppelbödige Reflexionen hat, dem legen wir „Adaption - Der Orchideendieb” wärmstens ans Herz.

Derzeit könnt ihr „Adaption - Der Orchideendieb”, bzw „Adaptation.”, wie der Titel im Original heißt, auf verschiedenen Plattformen leihen oder kaufen. Auf Magenta TV oder YouTube bekommt ihr ihn beispielsweise für 48 Stunden schon ab 2,99 Euro.

Adaption.
Adaption.
Starttermin 13. März 2003 | 1 Std. 56 Min.
Von Spike Jonze
Mit Nicolas Cage, Tilda Swinton, Meryl Streep
User-Wertung
3,9
Filmstarts
5,0

Wenn die Schreibblockade kickt

Im Grunde ist „Adaption” eine Geschichte über das Geschichtenerzählen. Oder: Eine Geschichte darüber, was passiert, wenn das Erzählen schwerfällt und die Geschichte ins Stocken gerät. Und die Story ist real: Denn tatsächlich hatte der echte Charlie Kaufman von 20th Century Fox den Auftrag für die Drehbuchadaption des Sachbuchs „Der Orchideendieb” von Susan Orlean erhalten.

Der Einstieg wollte ihm jedoch einfach nicht gelingen und so schrieb er sich selbst einfach mit ins Drehbuch hinein – und seinen erfundenen Zwillingsbruder Donald gleich mit. Der Film wird damit zur Erzählung über das Erzählen selbst, zur Sichtbarmachung eines Schaffensprozesses.

Und das passiert in „Adaptation.”

Auf der Filmebene sehen wir Nicolas Cage als den etwas seltsamen Drehbuchautoren Charlie Kaufman, der gerade mit „Being John Malkovich” einen Riesenhit landete, aber von Selbstzweifeln geplagt ist. Die Produzentin Valerie Thomas (Tilda Swinton) gibt ihm mit der Verfilmung von Susan Orleans (Meryl Streep) Buch „Der Orchideendieb” seinen nächsten Auftrag – und dieser stürzt ihn in eine tiefe Schreibblockade.

Denn das Buch ist eine poetisch-intellektuelle Betrachtung über Blumen, Sehnsucht, Schönheit und den schrulligen Orchideenjäger John Laroche (Chris Cooper), also: Wunderschön. Und: Sterbenslangweilig, ohne Entwicklung, ohne Plot. Und nachdem Charlie alle möglichen Ansätze ausprobiert hat, um Zugang zum Stoff zu finden, und gleichzeitig auch noch sein Zwillingsbruder Donald (ebenfalls Nicolas Cage) Erfolg mit einem simplen Thriller-Drehbuch hat, bleibt ihm in seiner Verzweiflung nichts anderes, als sich letztendlich selbst ins Drehbuch hineinzuschreiben.

Realität und Fiktion verschwimmen

Zunehmend vermischen sich Realität und Fiktion. Und als Charlie dann Donald das Ruder in die Hand gibt, wird es endgültig wild. Die Figuren tun Dinge, die sie im wahren Leben nicht tun würden, sehr wohl aber im Film. Und sie lieben, was sie tun: Denn Charlie, den es wirklich gibt, und Donald, den es natürlich nicht wirklich gibt, spionieren Susan, die es wirklich gibt, nach, und so beginnt der Plot sich zu verquirlen.

Der Film, der sich eine Stunde lang gegen jede konventionelle Dramaturgie wehrt, kippt im dritten Akt in genau das, was Charlie vermeiden wollte – in Action, Drogen, Verfolgungsjagden, Tod. Er wird damit zur Parodie seiner selbst, schmeißt den fiktiven Drehbuchautor über Bord und macht sich über seine eigene Entstehung lustig.

„Adaption” ist damit nicht einfach nur eine Buchverfilmung – er ist die Buchverfilmung, die scheitert und sich damit selbst erfindet. Und als würde das allein nicht schon reichen, wird nach dem Ende noch eins drauf gesetzt, das Möbiusband noch ein bisschen fester gezogen: Denn Donald Kaufman wird im Abspann genannt. Mehr noch, Charlie widmete ihm sogar den ganzen Film. Und so könnte es treffender auch nicht sein, dass beide eine Oscar-Nominierung für „Adaption” für das beste Drehbuch erhielten.

Und wer gerne noch tiefer in Spike Jonzes Kaninchenbau möchte, hat hier die Gelegenheit:

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