J.J. Perry ist eine Legende im Hollywood-Action-Kino. Seit er Mitte der 90er-Jahre als Stunt-Double für die Figur Johnny Cage in „Mortal Kombat“ seinen Durchbruch feierte, ist er fester Bestandteil der Action-Gemeinde. Er arbeitete nicht nur an Werken wie „Iron Man“, „Avatar“ oder „Django Unchained“ mit, sondern ging wie so viele Stunt-Leute die nächsten Schritte. Er wurde zum gefeierten Choreografen von Action bei so unterschiedlichen Titeln wie „Warrior“, „Haywire“ und „John Wick 2“. Und zuletzt machte er auch als Regisseur auf sich aufmerksam – wenn allerdings hier noch mit überschaubarem Erfolg.
Auf den launigen Vampir-Actioner „Day Shift“ für Netflix ließ er die enttäuschende Action-Orgie „The Killer's Game“ folgen. Gerade startete sein Endzeit-Film „Afterburn“ mehr als enttäuschend in den deutschen Kinos. Nur rund 5.000 Tickets wurden laut Schätzungen von Insidekino.de nach dem Startwochenende für den mit Dave Bautista und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen aufwartenden Film gelöst.
Da scheint es der richtige Schritt zu sein, dass Perry mal eine kurze Pause von der Arbeit als Regisseur einlegt, um sich wieder ausschließlich auf seine Action-Expertise zu konzentrieren. Bei einem vielversprechenden Projekt attestiert er als Action Director der eigentlichen Regisseurin. Und das Ergebnis mit dem Titel „Toxic: A Fairytale For Grown-ups“ hat gute Chancen, richtig episch zu werden.
Das ist "Toxic: A Fairytale For Grown-ups"
Die Dreharbeiten zu „Toxic: A Fairytale For Grown-ups“ begannen bereits im Sommer 2024 und laufen aktuell nach zwischenzeitlichen Verzögerungen wieder, wie gerade das Branchenmagazin Variety berichtet. Aktuell entstehe nämlich noch eine besonders gewaltige und ambitionierte Action-Sequenz, die mehrere Monate Vorbereitung erforderte.
Es ist Perrys erste Arbeit in Indien, wo die Filmindustrie ja zuletzt reichlich Action-Spektakel produziert hat. „Toxic: A Fairytale For Grown-ups“ soll daran nahtlos anschließen und eine gigantische Großproduktion mit über 450 Schauspieler*innen sein. Über den Inhalt ist noch wenig bekannt. Es wird aber wohl ein Gangster-Epos, das eine größere Zeitspanne abdeckt und zwischen den 1940er und 1970er-Jahren spielt. Ein erster Mini-Teaser (siehe oben) gibt schon ein wenig Einblick.
Hauptdarsteller ist einer der ganz großen Superstars Indiens: Yash, bekannt vor allem durch die „KGF“-Filme. „KGF: Chapter 2“ ist einer der fünf erfolgreichsten indischen Filme aller Zeiten. In „Toxic: A Fairytale For Grown-ups“ wird er von Regisseurin Geetu Mohandas inszeniert, die mit dem Projekt auch neue Wege geht. Die bisherigen Regie-Arbeiten der ehemaligen Schauspielerin waren eher Arthouse-Dramen, die auf Festivals Erfolge feierten. Ihr Debüt „Liar's Dice“ wurde sogar als indischer Oscar-Kandidat ausgewählt. Es wird daher spannend, wie sie und der für die Action verantwortliche Perry sich ergänzen.
KVN Productions
Laut Variety arbeitet Genre-Experte Perry übrigens das erste Mal nicht mit einer internationalen Crew von Spezialist*innen aus allen möglichen Ländern, sondern mit einem rein indischen Team. Für die Spezialeffekte konnte man derweil mit DNEG eine der besten Firmen in diesem Bereich verpflichten. Die mehrfach oscargekrönte Firma ist zum Beispiel regelmäßig für Christopher Nolans Filme wie „Tenet“ oder „Interstellar“ verantwortlich.
Gedreht wird übrigens parallel in zwei verschiedenen Sprachen – sowohl in der indischen Sprache Kannada, die hauptsächlich im Süden des Landes gesprochen wird, als auch in Englisch. Das zeigt, dass „Toxic: A Fairytale For Grown-ups“ kein lokales indisches Phänomen, sondern ein globaler Erfolg werden soll. Entsprechend ist auch bereits ein weltweiter Kinostart geplant. Am 19. März 2026 soll „Toxic: A Fairytale For Grown-ups“ rund um den Globus und so auch in Deutschland in die Kinos kommen.
Um einen Actionfilm, der nie gemacht wurde, geht es derweil im folgenden Artikel:
Quentin Tarantino bereut es, einen Action-Thriller nicht gemacht zu haben – die Hauptfigur spielte später dann Jason Statham