„Pulp Fiction“, „Inglourious Basterds“ oder vielleicht doch „Death Proof“? An der Frage nach dem besten Film von Kult-Regisseur Quentin Tarantino scheiden sich die Geister. Ganz zu schweigen vom individuellen Lieblingsfilm. Die Qual der Wahl macht es einem nicht leicht. Ob Exploitation, B-Movie, Satire, Western, Action, Krimi oder Kriegsfilm – die von scharfsinnigen Dialogen und expliziter Gewalt durchzogenen Werke Tarantinos richten sich an Fans unterschiedlichster Genres. Der heute 62-Jährige bewies früh, dass man ihn nicht auf einen Stil oder eine filmische Gattung festlegen kann.
Elemente diverser Genres vermengt Tarantino auch in dem 2003 erschienenen „Kill Bill Vol. 1“, seiner bis dato actionreichsten Veröffentlichung. Im Jahr darauf folgte eine Fortsetzung. Viele Kino-Fans und Tarantino-Aficionados halten den ersten Film seines zweigeteilten Epos für das bedeutendste Werk des Regisseurs. Und was sagt der Tarantino selbst über seinen anspielungsreichen Mix aus Martial-Arts und B-Movie-Hommage? In einem ausführlichen Interview für den Podcast „The Church of Tarantino“ hielt er mit seiner Begeisterung für seinen vierten Spielfilm jedenfalls nicht hinterm Berg (via Variety).
"Der ultimative Quentin-Film"
„Ich denke, ‚Kill Bill‘ ist der ultimative Quentin-Film, den niemand sonst hätte drehen können. Jeder Aspekt daran ist so besonders“, sagte er. Die leidenschaftliche Liebeserklärung an sich selbst reicherte er mit regelrecht martialischer Wortwahl und spannenden metaphorischen Vergleichen an, als er weiter ausholte – und über die Herkunft seiner Ideen und die Inspirationen für „Kill Bill“ sprach. „Mit blutigem Gewebe und wie mit Tentakeln meiner Fantasie, Leidenschaft, dem Unterbewusstsein, meinen Lieben und meiner Besessenheit entrissen.“ Sein ebenso enthusiastisches wie eindeutiges Fazit: „‚Es ist der Film, für den ich geboren wurde.“
Der Autor dieser Zeilen, der „Kill Bill Vol. 1“ als 17-Jähriger im Kino sah, empfindet ähnlich. Denn Tarantinos hemmungslose Leidenschaft für das Kung-Fu-Kino der 70er und seine Liebe für klassische Rache-Geschichten durchdringt den Film vollends. „Kill Bill Vol. 1“ ist das ultimatives, unerbittliches Revenge-Movie, das Tarantino im Sinn hatte.
Er konzipierte den Film rund um seine Muse Uma Thurman, die in der Rolle der betrogenen Braut, die sich zu einem erbarmungslos vorgehenden Racheengel erhebt, brilliert. Eine von Wut und dem Wunsch nach Gerechtigkeit angetriebene Frau, die ihre Widersacher zu den Rhythmen durchdringender Italo-Western- und Eastern-Sounds eiskalt ausschaltet. Auch die FILMSTARTS-Community liebt Uma Thurman als frühere Attentäterin und Rächerin Beatrix Kiddo. Felsenfest hält sich „Kill Bill Vol. 1“ seit Jahren in den Top Ten der laut FILMSTARTS-Leser besten Actionfilme aller Zeiten.
Wer „Kill Bill: Vol. 1“ gesehen hat, erinnert sich vielleicht an den gewissenlosen Krankenpfleger (gespielt von Michael Bowen), der die im Koma liegende und damit hilflose Beatrix an Männer „vermietet“. Einen von ihm geäußerten, legendären Satz übernahm Tarantino eins zu eins aus einem Film von „The Texas Chain Saw Massacre“-Macher Tobe Hooper. Lest hier, von welchem heute wenig bekannten 70er-Jahre-Low-Budget-Horror-Streifen die Rede ist und wer den Satz sagte (so viel sei verraten, es war eine echte Legende des Horrorfilms):
"Es war großartig, ihn zu sehen": Quentin Tarantino hatte an diesem Horror-Schocker so viel Spaß, dass er ihn sogar in "Kill Bill" zitiert!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.