Bevor das deutsche Film- und Serienpublikum bei „Stromberg“ sofort an Christoph Maria Herbst und die Capitol Versicherung dachte, besetzte ein denkwürdiger Bond-Fiesling diesen Namen: In Roger Moores „James Bond“-Mission „Der Spion, der mich liebte“ von 1977 hinterließ der deutsch-österreichische Mime Curd Jürgens als wahnsinniger Meeresbiologe Karl Stromberg boshaften Eindruck. Einige Jahre zuvor agierte Jürgens in einer anderen, internationalen Produktion, die allerdings längst nicht so ruhmreich ist wie sein boshafter 007-Auftritt:
1969 feierte der schroffe Kriegsfilm „Die zum Teufel gehen“ seine Weltpremiere. Danach kam die italienisch-spanisch-westdeutsche Gemeinschaftsproduktion über eine Spezialeinheit der Alliierten bloß gekürzt nach Deutschland. Diese Woche feierte „Die zum Teufel gehen“ nicht bloß seine Blu-ray-Premiere als Limited Edition im Mediabook – der Herausgeber HanseSound teilte zudem mit, dass es sich dabei um die deutsche Erstveröffentlichung der ungekürzten Original-Kinofassung handelt!
Beim Mediabook handelt es sich um eine auf 500 Exemplare limitierte 2-Disc-Edition mit matt kaschiertem Cover. Das Set umfasst ein Booklet sowie den Film auf DVD und Blu-ray. Filmfans, die auf Sonderverpackungen weniger Wert legen, können allerdings zur parallel in den Handel gelangten Blu-ray in Standardaufmachung greifen:
Auch die Standard-Ausführung präsentiert den Kriegsfilm, der hierzulande ebenso unter dem Alternativtitel „Todeskommando Atlantik – Überleben oder Tod im 2. Weltkrieg“ bekannt ist, in HD und ungekürzt. Die im deutschen Handel bislang geläufige Fassung wurde um mehrere Minuten gestutzt, vornehmlich um Szenen, die einen drastischeren Blick auf das Kriegsgeschehen und schonungslose Militärstrategie blicken.
Darum geht es in "Die zum Teufel gehen"
Juni 1944: Vor der Landung der Alliierten in der Normandie wird eine Spezialeinheit zusammengestellt. Unter der Leitung von Colonel MacPherson (Jack Palance) soll eine Truppe verurteilter Häftlinge tief hinter feindlichen Linien die Wehrmacht beschäftigt halten, während an anderer Stelle die Befreiung Europas in die Wege geleitet wird.
Zur Belohnung winkt den Nicht-ganz-Freiwilligen die Freiheit nach getaner Arbeit. Doch das Himmelfahrtskommando bringt nicht nur die erwartbaren Gefahren und innere Spannungen mit sich – es wird durch einen geheimen Plan MacPhersons weiter torpediert...
Inszeniert von einem italienischen Genrefilmer
Neben Jürgens, der einen Major General spielt, und dem unter anderem aus „City Slickers“ sowie „Young Guns“ bekannten Hauptdarsteller Jack Palance gehören Italowestern-Star Thomas Hunter, „Todesmarsch der Bestien“-Darsteller Claudio Undari sowie Wolfgang Preiss zur Besetzung von „Die zum Teufel gehen“.
Gerade Preiss dürfte Kriegsfilm-Begeisterten ein Begriff sein, spielte er doch unter anderem in „Der längste Tag“ und „Die Brücke von Arnheim“ die filmischen Interpretationen realer Wehrmachtsgenerale. Regie bei „Die zum Teufel gehen“ führte wiederum ein Expolitationfilmer, der sich insbesondere im Subgenre schroffer Cop-Thriller einen Namen gemacht hat: Umberto Lenzi, zu dessen bekannteren Arbeiten Filme wie „Das Schlitzohr und der Bulle“ und „Camorra – Ein Bulle räumt auf“ zählen.
Bei der Kritik fand Lenzis Ausflug ins Kriegskino eher wenig Gegenliebe. So holte der Filmdienst zur Schelte aus: „Zynischer und verlogener Kriegsfilm, im Stile eines Italo-Western inszeniert. – Wir raten ab.“ Wie wir Genrefans kennen, wird es aber sicher einige unter ihnen geben, die diesen Verriss erst recht als Empfehlung verstehen werden. Und wenn ihr noch mehr Action und Gewalt sucht, werdet ihr im folgenden Heimkino-Beitrag fündig:
Die volle Ladung Action-Kult: Gleich mehrere Jackie-Chan-Klassiker kehren endlich ins Heimkino zurück – und erscheinen erstmals in 4K*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.