Stilvoll gekleidete Killer, die nach allen Regeln der Kunst ballern, kloppen und metzeln, als gäbe es kein Morgen: Das erwartet uns regelmäßig in den „John Wick“-Filmen, die sich in den vergangenen Jahren zu einer DER Marken des modernen Actionkinos entwickelten. Die Hauptreihe umfasst mittlerweile vier Kinofilme – fernab davon sollten Fans von stylischer Auftragskiller-Action diese Woche gleich drei andere Werke im Blick haben:
Da ist einmal die „sehenswerte Rentnerinnen-Variante auf ‚John Wick‘“, die am 26. September ihre Heimkino-Premiere feiert – allerdings keine Verbindung zum Hit-Franchise hat. Dann ist da natürlich das Spin-off „From The World Of John Wick: Ballerina“, das am selben Tag auf DVD, Blu-ray und 4K-Blu-ray* erscheint – und nicht nur den von Publikumsliebling Keanu Reeves gespielten John Wick zurückbringt, sondern vor allem mit Ana de Armas eine neue Killerin ins Zentrum des Geschehens rückt. Doch wenn es nach dem Verfasser dieses Artikels geht, solltet ihr unbedingt auch „Wick Is Pain“ auf eure Watchlist packen. Spätestens jetzt!
Der Film feierte seine Deutschlandpremiere bereits im vergangenen Juni und war zunächst exklusiv im Streaming (etwa als VOD bei Amazon Prime Video*) verfügbar. Wer jedoch nach wie vor eine physische Sammlung pflegt und nur auf digitale Veröffentlichungen ausweicht, wo es gar nicht anders geht, kann sich nun endlich auch den vielleicht spannendsten Film im Zusammenhang mit „John Wick“ ins Regal stellen, der seit dem Original 2015 veröffentlicht wurde.
"Wick Is Pain": John Wick und die Welt des Schmerzes
Nicht falsch verstehen, ich kann auch „John Wick: Kapitel 2“, „John Wick: Kapitel 3“ und dem vielerorts sogar zu einem der besten Actionfilme aller Zeiten erkorenen „John Wick: Kapitel 4“ etwas abgewinnen. Denn man merkt immer wieder aufs Neue, dass vor allem Regisseur Chad Stahelski als ehemaliger Stuntman einerseits spezielles Know-How mitbringt, das er andererseits auch auf eine Art und Weise in Szene zu setzen weiß, wie man es nur selten zu sehen bekommt. Dem allgegenwärtigen Hype, den die Reihe bis heute erfährt (und der im Laufe der Zeit sogar immer größer wurde), kann ich mich jedoch nicht ganz anschließen.
Bei der „John Wick“-Reihe leisten regelmäßig viele Menschen vor und hinter der Kamera tolle Arbeit, um uns großartige Bilder zu bescheren. Konnte mich Teil 1 mit seiner simplen, aber effektiven Story jedoch auch noch emotional abholen, sind die Sequels für meinen Geschmack einfach ein gutes Stück überinszeniert. Ja, all das sieht immer noch ganz schön cool aus, überschreitet den Style-over-Substance-Zenit aber im Minutentakt. Und so berührt es mich einfach nicht mehr, wenn irgendwann die gefühlt halbe Weltbevölkerung aus Killern besteht, die es auf unseren Titelhelden abgesehen haben – und dieser sich zum x-ten Mal doch wieder aus seiner misslichen Lage befreit, während ihm seine Widersacher wie Schießbudenfiguren vor die Flinte laufen.
Ausgerechnet mit „Wick Is Pain“ findet nun eine Rückkehr zu den Tugenden des ersten „John Wick“ statt. Denn ja, auch wenn Stahelski und Co. am Ende vielleicht ein paar mal öfter als nötig betonen, was für ein großartiges Franchise sie doch auf die Beine gestellt haben, tut die Doku oft schon beim Zuschauen weh – und lässt ihr Publikum damit, wie einst auch mit Teil 1, endlich wieder etwas spüren.
Klar, früher wäre ein solches oder so ähnliches Making-of dem Hauptfilm im Heimkino einfach noch als Bonusmaterial beigelegen. Doch die Zeiten haben sich geändert – und so müssen wir uns heute freuen, dass sich Filmschaffende überhaupt noch die Mühe machen, ihren Fans derartige Einblicke hinter die Kulissen zu geben. Und die sind im Falle von „Wick Is Pain“ tatsächlich sehenswert und äußerst unterhaltsam.
Wenn Keanu Reeves und sein Stuntdouble das Set übersät mit blauen Flecken verlassen, wird jener Einsatz deutlich, der letztlich auch im Film immer wieder spürbar wird. Vor allem aber werdet ihr „John Wick“ nach „Wick Is Pain“ mit anderen Augen sehen, weil er Dinge beleuchtet, die wir im Kino so eben nicht zu sehen bekamen. Wenn Chad Stahelski und sein Co-Regisseur David Leitch etwa versuchen, ihre beider Vorstellungen auf einen Nenner zu bringen, wenn das bevorstehende Scheitern des Projekts sogar zu Eheproblemen führt und am Ende ausgerechnet „Desperate Housewives“-Star Eva Longoria im allerletzten Moment als Retterin in die Bresche springt – dann ist das ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen. Auf einen erbitterten Kampf, der nicht weniger spannend als John Wicks Rachefeldzug ist.
„John Wick“-Autor Derek Kolstad wird euch demnächst übrigens mit „Splinter Cell: Deathwatch“ eine Netflix-Serie präsentieren. Trailer, Starttermin und die wichtigsten Infos zum Format findet ihr hier:
Knüppelharte Agenten-Action vom "John Wick"-Schöpfer im neuen Trailer zu "Splinter Cell: Deathwatch" – schon bald bei Netflix*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.