Beim „Eurovision Song Contest“ schickte Australien dieses Jahr den humorvollen Popkünstler Go-Jo mit seiner Nummer „Milkshake Man“ ins Rennen. Jetzt gibt es im Heimkino Nachschlag in Form vom „Ice Cream Man“ – und der teilt sich mit seinem australischen Kollegen die Faszination für's Groteske.
Während Go-Jo aber auf zotige Doppeldeutigkeiten setzte, packt der „Ice Cream Man“ mit beiden Händen und manisch lachend ins Kühlfach für abgeschmackt-spaßige Ekeleien. Schließlich ist hier die Rede von einer kultigen Horrorkomödie in knalligen Farben, voller bizarrer Einfälle und mit dem die titelgebende Schurkenrollen enorm auskostendem „Apollo 13“-Star Clint Howard! Diese Woche ist „Ice Cream Man“ erstmals als reguläre Blu-ray erschienen!
Bislang wurde der Kultklassiker aus dem Jahr 1995 im hiesigen HD-Heimkinosegment bloß hochpreisig ausgewertet: Es sind mehrere streng limitierte Mediabooks erschienen, die nicht nur mit einem entsprechenden Kostenpunkt einhergingen, sondern auch schnell ausverkauft waren.
Ab sofort wird es Neugierigen, denen durch Taglines wie „Einmal Schoko, Vanille, Blut. Bitte!“ das Wasser im Mund zusammenläuft, endlich leicht gemacht, ebenfalls von dieser grotesken Grusel-Komödienrezeptur zu kosten!
Darum geht es in "Ice Cream Man"
Als junger Knirps musste Gregory Tudor (Clint Howard) die kaltblütige Ermordung von Butch „The Ice Cream King“ Brickle bezeugen. Das hat ihn derart traumatisiert, dass er ins Wishing Well Sanatorium eingeliefert wurde.
Mittlerweile wurde er entlassen und hat die alte Eiscremefabrik des Ermordeten übernommen. Doch Gregory wurde nicht geheilt: Als neuer Eismann eines kalifornischen Vororts bringt er den Kindern nicht nur Leckereien, sondern auch Tod und Verderben mit einem extra Schlag Grauen!
Von der Penishand zur Ekel-Eiscreme
Der Regisseur von „Ice Cream Man“ wagte sich exklusiv für diese süffisant-alberne Horrorkomödie aus seiner filmischen Komfortzone: Paul Norman, der dieses Projekt unter dem Pseudonym Norman Apstein inszenierte, agierte sonst als Erotikregisseur und erlangte 1991 durch die pointiert betitelte, von Johnny Depp hoch gelobte Pornoparodie „Edward mit den Penishänden“ einen gewissen Ruhm.
Das Drehbuch zu Clint Howards großer Stunde als Horror-Widerling stammt derweil von Sven Davison und David Dobkin. Der inszenierte später den Komödienhit „Die Hochzeits-Crasher“, den Netflix-Spaß „Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga“ und folgendes Aufeinandertreffen zweier Actionlegenden:
Jackie Chan vs. Donnie Yen: Der erste Clash der Martial-Arts-Legenden feiert bald sein Heimkino-ComebackDavison und Dobkin haben sich in „Ice Cream Man“ völlig ausgetobt, wenn es um behämmerte, pseudo-coole Sprüche, maßlos kindische Beleidigungen und frostige Kalauer geht. Und mit Ekelanblicken wie Mäusekot und Kakerlaken im halb-aufgetauten Eis ist „Ice Cream Man“ verflixt nah dran an Kindergrusel-Kult wie der „Gänsehaut“-Fernsehserie aus den 1990ern – bloß, dass „Norman Apstein“ diese filmische Kalorienbombe dank literweise Kunstblut und aufwändig gestalteten, abgetrennten Köpfen in Eistüten letztlich doch als Erwachsenennascherei ausrichtet.
Die Sehnsucht nach Nachschlag besteht: Clint Howard gab mehrmals bekannt, in die Rolle des ekelhaften Eismanns zurückkehren zu wollen und rührte 2014 die Werbetrommel für eine Crowdfunding-Kampagne, um die Produktion von „Ice Cream Man 2: Sundae Bloody Sundae“ in Gang zu setzen. Als die Kampagne jedoch scheiterte, wurde versprochen, das Sequel auf anderem Weg zu finanzieren – seither ist es allerdings still um das Vorhaben geworden.
Doch wer weiß: Um den folgenden Mix aus Gewalt, Ekel und Humor war es zwischendurch ja auch verdammt still. Und bald stürmt er dann doch ins Heimkino...
Jahrelang galt dieser irre Horror-Splatter als "unveröffentlichbar" – jetzt erscheint er tatsächlich komplett ungekürzt!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.