Sean Penn gilt als einer der größten Schauspieler Hollywoods: Zwei Oscars als Bester Hauptdarsteller konnte der 65-Jährige bislang mit nach Hause nehmen, für Clint Eastwoods Thriller-Drama „Mystic River“ sowie das Biopic „Milk“, in dem er den titelgebenden homosexuellen Politiker spielte, der 1978 in San Francisco ermordet wurde. Aktuell kann man ihn an der Seite von Leonardo DiCaprio in Paul Thomas Andersons Meisterwerk „One Battle After Another“ auf der großen Leinwand bewundern, wobei ihm für seine Verkörperung des rassistischen Colonel Steven J. Lockjaw realistische Chancen auf einen dritten Academy Award eingeräumt werden.
Doch auch ein längst legendärer Superstar wie Sean Penn, der seit mittlerweile über 50 Jahren vor der Kamera steht (lest hier, in welcher Serie er seinen allerersten Auftritt hatte), hat Vorbilder, zu denen er bewundernd aufblickt. Das hat der „The Tree Of Life“-Darsteller erst kürzlich bei einem Auftritt auf dem Festival Lumière im französischen Lyon bewiesen.
Dort wurde nicht nur er selbst im Rahmen einer Hommage samt Preis geehrt – er ließ es sich auch nicht nehmen, die frisch restaurierte 4K-Version des Klassikers „Einer flog über das Kuckucksnest“ zu präsentieren und diese Gelegenheit für ein paar herzliche Worte an (den nicht anwesenden) Hauptdarsteller Jack Nicholson zu nutzen.
Jack Nicholson war "ein Schutzengel" für Sean Penn
„Ich habe heute Abend oft meinen Namen gehört“, sagte Penn laut Variety. „Aber das hat mich nicht gestört, denn ich wusste, dass ‚Einer flog über das Kuckucksnest‘ gezeigt werden wird – und ich in diesem Rahmen nur demütig sein kann. Einer der magischsten Kinomomente meines Lebens war, als ich Jack Nicholson zum ersten Mal in Miloš Formans ‚Einer flog über das Kuckucksnest‘ gesehen habe.“
Zwei Mal durfte sich Penn mit Nicholson das Filmset teilen. Zwar standen sie nie gemeinsam vor der Kamera, doch Nicholson übernahm die Hauptrollen in gleich zwei Regiearbeiten von Penn. „Ich hatte das große Privileg, zwei Mal mit Jack arbeiten zu dürfen“, fuhr der gebürtige Kalifornier fort. „Sowohl bei ‚Das Versprechen‘ als auch ‚Crossing Guard‘ war er ein Schutzengel für mich, und ich kann es bis heute kaum fassen [...], dass McMurphy [Anm.: die von Nicholson gespielte Figur in ‚Einer flog über das Kuckucksnest‘] mit mir gearbeitet hat.“
„Einer flog über das Kuckucksnest“ wurde 1976 mit fünf Oscars ausgezeichnet, als Bester Film, für Regisseur Forman, Jack Nicholson, Hauptdarstellerin Louise Fletcher sowie das Beste adaptierte Drehbuch. In den folgenden zwei Jahrzehnten gewann Nicholson noch zwei weitere Oscars (für „Zeit der Zärtlichkeit“ und „Besser geht’s nicht“), der letzte Leinwand-Auftritt des heute 88-Jährigen liegt mittlerweile 15 Jahre zurück.
Übrigens: Obwohl das Psychiatrie-Drama als absoluter Klassiker gilt, ist Jack Nicholsons persönlicher Favorit aus seiner Filmografie nicht etwa „Einer flog über das Kuckucksnest“, auch nicht „Chinatown“ oder „Shining“ – sondern ein etwas in Vergessenheit geratener 90er-Jahre-Film, für den er eine Nominierung für die Goldene Himbeere erhielt! Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:
Ein ähnlicher Artikel ist zuvor auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.