Der Norweger Henrik Ibsen gilt mit Stücken wie „Gespenster“ oder „Peer Gynt“ als zweitmeistgespielter Dramatiker auf den Theaterbühnen dieser Welt – direkt hinter der britischen Dichter-Ikone William Shakespeare. Eines seiner bekanntesten Werke ist dabei zweifellos das bereits mehrfach verfilmte „Hedda Gabler“ aus dem Jahr 1891, dessen Geschichte um gesellschaftlichen Erwartungsdruck und die Selbstbestimmung der Frau auch heute noch kaum relevanter sein könnte.
„Candyman“-Regisseurin Nia DaCosta hat sich diesen Kern genommen und ihm mit einigen Anpassungen einen modernen Anstrich verpasst, dabei die Handlung aber weiterhin in der Vergangenheit belassen (wenn auch in eine andere Epoche verfrachtet). Die Hauptrolle hat sie dabei ihrer Freundin Tessa Thompson auf den Leib geschrieben, mit der sie bereits bei ihrem Debütfilm „Little Woods“ und dem MCU-Blockbuster „The Marvels“ zusammengearbeitet hat.
Das Ergebnis landet nach der Premiere beim Toronto International Film Festival und der kurzen Auswertung in ausgewählten US-Kinos nun direkt im Streaming-Abo: Ab dem heutigen 29. Oktober 2025 kann „Hedda“ bei Amazon Prime Video abgerufen werden.
Darum geht's in "Hedda"
Die manipulative Hedda (Tessa Thompson) und ihr distanzierter Ehemann George Tesman (Tom Bateman) leben auf einem prachtvollen Landgut, das sie sich kaum mehr leisten können. Um gesellschaftlich und finanziell aufzusteigen, lädt Hedda zur glanzvollen Soiree – ein kalkulierter Schachzug, der Georges Chancen auf eine Professur bei seinem Vorgesetzten verbessern soll.
Doch die Fassade gerät ins Wanken, als die trockene Alkoholikerin Eileen Lovborg (Nina Hoss) mit ihrer naiven Begleiterin Thea (Imogen Poots) auftaucht. Die brillante Philologin, mit der Hedda einst ein Verhältnis hatte, droht mit einem mutmaßlich brillanten Manuskript im Gepäck eine ernstzunehmende Konkurrentin für Georges akademische Karrierepläne zu werden. Doch Hedda schmiedet einen perfiden Plan, wie sie Lovborg außer Gefecht setzen kann – und das, obwohl gleichzeitig alte Gefühle hochkochen...
Lohnt sich das Streamen von "Hedda" bei Prime Video?
Mit viel Verve und tollen Schauspielleistungen (allen voran von Tessa Thompson und dem deutschen „Barbara“-Star Nina Hoss) im Rücken gelingt Nia DaCosta eine über weite Strecken gelungene Neuinterpretation von Ibsens legendärem Stück. Doch gehen nicht alle ihrer Änderungen auf, wie FILMSTARTS-Autor Lutz Granert in seiner Kritik betont: „Durch die Verlagerung in die 1950er Jahre und eine lesbische Liebschaft ringt ,Hedda‘ Henrik Ibsens klassischem Drama tatsächlich neue Aspekte ab. Auftakt und Ende sind jedoch gründlich missraten“, heißt es im Fazit des Textes, der 3 von 5 Sterne für „Hedda“ vergibt.
Schon in weniger als drei Monaten steht uns übrigens der nächste Film von Nia DaCosta ins Haus, hat sie doch die Nachfolge von Danny Boyle angetreten und den zweiten Teil der geplanten „28 Years Later“-Trilogie inszeniert. „28 Years Later: The Bone Temple“ startet am 15. Januar 2026 in den deutschen Kinos. Abschließend haben wir für euch noch einmal den Trailer zum Horror-Sequel:
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