Quentin Tarantino griff diesen Agenten-Thriller mit Charles Bronson sogar in einem seiner Filme auf – bald erscheint er erstmals auf Blu-ray
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Inszeniert vom „Dirty Harry“-Macher: Der Agenten-Verschwörungsthriller „Telefon“ mit Charles Bronson diente als Vorlage für „Die nackte Kanone“ und wurde in „Death Proof“ referenziert. Demnächst feiert er sein deutsches Blu-ray-Debüt!

1977: Das Jahr, in dem „Star Wars“ erstmals ins Kino kam. Es ist aber auch das Jahr, in dem sich zwei Spezialisten für raue Thriller, Actioner und Action-Thriller für einen Agentenfilm zusammengetan haben: „Telefon“. Dabei handelt es sich um eine Verfilmung des Romans „Krieg per Telefon“ von Walter Wager. Die Hauptrolle übernahm „Ein Mann sieht rot“-Star Charles Bronson, Regie führte „Dirty Harry“-Macher Don Siegel.

Obwohl der Kalter-Krieg-Agentenfilm von der Filmpresse eher müde bis durchwachsen aufgenommen wurde, erwies er sich als Einfluss auf zwei höchst unterschiedliche Filme – darunter einen von Quentin Tarantino! Am 29. Januar 2026 erscheint „Telefon“ erstmals im deutschen Heimkino auf Blu-ray – und das als limitierte Mediabook-Edition. Vorbestellungen sind bereits möglich:

Das Drehbuch zum Verschwörungs- und Spionagethriller stammt von Stirling Silliphant, der mit „In der Hitze der Nacht“ einen der besten Kinokrimis aus Hollywood verfasst hat, und Peter Hyams, der unter anderem den Sci-Fi-Paranoia-Thriller „Unternehmen Capricorn“ stemmte.

Mit ihrer Adaption der Walter-Wager-Vorlage stellten Hyams und Silliphant unwissentlich die Weichen für eine der witzigsten Filmreihen des US-Kinos: Der „Telefon“-Plot ist essenzieller Baustein der Story des ersten „Die nackte Kanone“-Teils – wobei das Autoren-Team Jerry Zucker, Jim Abrahams, David Zucker und Pat Proft den Stoff selbstredend alberner in Form brachte.

Darum geht es in "Telefon"

Der KGB hat zahlreiche gehirngewaschene Agenten in die USA eingeschleust. Sie sollen, sobald sie am Telefon ein bestimmtes Gedicht hören, mittels Terrorakten die US-Infrastruktur schwächen. Als sich der Kalte Krieg dem Ende nähert, tanzt Nikolai Dalchimsky (Donald Pleasance) urplötzlich aus der Reihe und aktiviert frei Schnauze einige der Schläfer per Telefonanruf. Nun muss KGB-Major Girori Borjow (Charles Bronson) die sich zusammenbrauende Katastrophe abwenden – so schnell wie möglich!

Quentin Tarantino über "Telefon"

Der Tenor der US-Filmpresse fiel im Falle von „Telefon“ unterdurchschnittlich, wenngleich nicht fatal aus: Die Actionszenen wurden oftmals als explosiv, wenngleich zu sporadisch und die Handlung als fadenscheinig sowie unglaubwürdig bezeichnet – dem Film als Ganzem attestierten dennoch viele Rezensionen kurzweiligen Eskapismus.

Der Filmdienst fand hierzulande hingegen Gefallen am Film und urteilte: „Ein technisch perfekt und spannend inszenierter Agentenfilm, der solide unterhält, ohne auf reißerische Effekte und Brutalitäten zurückgreifen zu müssen. Nebenbei wird mit leiser Ironie auf gewisse Machenschaften der Geheimdienste hingewiesen.“

Tarantino scheint sich derweil nicht so ganz schlüssig zu sein, was er von „Telefon“ halten soll: Einerseits schnitt er den Film in einer Besprechung von Siegels Clint-Eastwood-Vehikel „Flucht von Alcatraz“ an und bezeichnete ihn als „öde“ und „Zeitverschwendung“. Zugleich betonte er, Potential in „Telefon“ zu erkennen: Die Prämisse hält er für (im unterhaltsamen Sinne) „irre“, weshalb er sich wünscht, Hyams hätte ihn inszeniert. Das Skript blieb Tarantino sowieso lang und gut in Erinnerung.

Denn in „Telefon“ wird ein Gedicht des Pulitzer-Preisträgers Robert Frost genutzt, um Schläferagenten zu aktivieren. Eben dieses Gedicht rezitiert der von Kurt Russell verkörperte Stuntman Mike wiederum in „Death Proof“ inklusive einer subtilen „Telefon“-Referenz, um den im Radio versprochenen Lapdance durch Arlene (Vanessa Ferlito) einzufordern – und so vielleicht auch seinen Schläferagenten zu aktivieren... Wer weiß das schon? Über Stuntman Mikes Potenz wird in „Death Proof“ zumindest ähnlich oft spekuliert wie über Dalchimskys Motivation in „Telefon“.

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