Heute Abend streamen: Diesen viel zu unbekannten Serienkiller-Thriller sollten vor allem "Sieben"-Fans gesehen haben!
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

„Sieben“ zählt zu euren Lieblingsfilmen? Und an düsteren Serienkiller-Stoffen habt ihr immer Interesse? Dann legt euch FILMSTARTS-Redakteur Pascal Reis „Resurrection“ ans Herz, den ihr heute Abend streamen könnt.

Columbia TriStar

Wenn es um Filme über Serienkiller geht, dann hat man das Gefühl, dass eine Zeit vor und nach David FinchersSieben“ gibt. Das düstere Meisterwerk mit Brad Pitt, Morgan Freeman und Kevin Spacey fesselt noch heute als zutiefst atmosphärisches Brett, das sein Publikum in einen tiefen Abgrund aus menschlicher Verrohung zieht. Darüber hinaus ist der Film hervorragend gespielt, clever konstruiert und mit einem Ende ausgestattet, das man nun wirklich niemals vergessen wird.

Der 1999 hierzulande direkt im Heimkino veröffentlichte „Resurrection – Die Auferstehung“ kann es in keinerlei Hinsicht mit dem offensichtlichen Vorbild „Sieben“ aufnehmen. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn der düstere Thriller von Russell Mulcahy („Highlander – Es kann nur einen geben“) unterhält als bisweilen absurde Züge annehmender David-Fincher-Epigone ganz wunderbar.

Ihr habt „Resurrection – Die Auferstehung“ noch nicht gesehen? Dann könnt ihr ihn aktuell für einen schmalen Taler bei Amazon Prime Video leihen oder kaufen:

Darum geht’s in "Resurrection"

Es ist Frühling in Chicago – und die hiesige Polizei bekommt es mit einem besonders kniffligen Fall zu tun. Denn in der Stadt wird ein Toter gefunden, dem der rechte Arm amputiert wurde. Detective Prudhomme (Christopher Lambert), der gebürtig aus New Orleans stammt, wird zusammen mit seinem Partner damit beauftragt, den Täter ausfindig zu machen. Die nächsten Opfer lassen nicht lange auf sich warten.

Dass der Mörder nach einem klaren Muster arbeitet und seinen Verfolgern sogar gezielt eine Spur auslegt, wird daran deutlich, dass er den Toten Namen und Zahlenrätsel tief in die Haut ritzt. Für Detective Prudhomme, der schwer unter dem Verlust seines kleinen Sohnes leidet, beginnt eine albtraumhafte Hetzjagd...

Launige Schmalspurversion von "Sieben"

„Sieben“ hat eine ganze Reihe von Nachahmern losgetreten, die es nie geschafft haben, auch nur ansatzweise die Intensität von David Finchers Meilenstein zu erreichen. Das gilt neben Filmen wie „Taking Lives“ oder „Der Knochenjäger“ auch für „Resurrection“. Noch heute ist „Sieben“ ein Paradebeispiel für eine sich stetig verdichtende, auf einen großen Knall hinarbeitende Spannungsdramaturgie.

„Resurrection“ ist zu formelhaft, zu offensichtlich, zu grobschlächtig und tumb, als dass man hier wirklich Schweißausbrüche vor Anspannung bekommen würde. Ein übergangenes Meisterwerk sollte man also nicht erwarten. Qualitäten hat der Serienkiller-Thriller aber dennoch, denn in Sachen Tempo lässt Regisseur Mulcahy nichts anbrennen. Wohl auch, um vom unausgegorenen Drehbuch abzulenken, bei dem man bei genauerer Betrachtung dann doch das eine oder andere Mal Stirn runzeln muss.

Aber auch das macht „Resurrection“ für mich so unterhaltsam. Er bedient alle Oberflächenreize und dramaturgischen Eckpfeiler klassischer Serienkiller-Thriller mit einem derart heiligen Ernst, dass man ob der daraus resultierenden unfreiwilligen Komik das eine oder andere Mal durchaus schmunzeln darf. Unterstrichen wird das zusätzlich vom leicht verlorenen Spiel seitens Christopher Lambert. Seine Verbissenheit darin, eine geschundene Seele zu porträtieren, ist schon beinahe niedlich.

„Resurrection“ eignet sich aber nicht nur dafür, sich aufgrund bierernsten Krampfhaftigkeit zu amüsieren. Atmosphärisch ist der Film nämlich definitiv. Mulcahy gelingt es durch die tristen Bilder sehr stimmungsvoll, das verregnet-kalte Chicago als einen Ort des Schreckens einzufangen. Und die Wendungen, die das Drehbuch bei der Ermittlungsarbeit bereithält, sind zwar gerne mal ziemlich hanebüchen, das mindert – gerade im Kontext des Films – aber keinesfalls die launige Effektivität.

Ihr seid auf der Suche nach weiteren Streaming-Highlights? FILMSTARTS-Redakteur Pascal Reis kann ich euch in diesem Fall einen ziemlich außergewöhnlichen Rachefilm ans Herz legen. Um welchen Film es sich handelt, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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