Clint Eastwood wurde in den 1960er-Jahren vor allem durch seine Western-Rollen zum internationalen Superstar. In Klassikern wie Sergio Leones legendärer Dollar-Trilogie etablierte er seine Paraderolle des wortkargen, knurrigen, geheimnisvollen Einzelgängers, die er in den folgenden Jahren und Jahrzehnten immer wieder variieren sollten – von „Dirty Harry“ bis hin zu „Gran Torino“.
Im Jahr 1971 startete Eastwood aber noch eine zweite Karriere – womöglich sogar seine wichtigere: Für den Psycho-Thriller „Sadistico“ verschlug es den heute 95-Jährigen erstmals hinter die Kamera – bis heute folgten 40 weitere Regiearbeiten, wobei die jüngste, das überaus sehenswerte Justiz-Drama „Juror #2“, erst in diesem Jahr in den deutschen Kinos startete.
Als Regisseur (bzw. Produzent) gewann Eastwood seine vier Oscars – für den Spätwestern „Erbarmungslos“ sowie die Sport-Tragödie „Million Dollar Baby“ –, er drehte den kurzzeitig erfolgreichsten Kriegsfilm aller Zeiten, und für Werke wie „Die Brücken am Fluss“ oder „Mystic River“ erhielt er jede Menge Kritikerlob. Einer der Bausteine seines lang anhaltenden Erfolges ist dabei wahrscheinlich, dass Eastwood immer die Geschichten selbst in den Vordergrund gerückt hat, anstatt schon im Voraus darauf zu spekulieren, einen Hit zu landen.
Darüber hat der gebürtige Kalifornier bereits vor rund 20 Jahren anlässlich des Kinostarts seines Kriegsfilms „Flags Of Our Fathers“ gesprochen. In einem Interview mit Entertainment Weekly gab er zu Protokoll: „Wenn jemand käme und sagen würde: ‚Ich habe dieses Drehbuch, und wir könnten damit ein Vermögen machen‘, würde ich antworten: ‚Sag mir das bloß nicht!‘ Ich will das gar nicht wissen. Ich will nur etwas über die Geschichte und die Figuren wissen. Gibt es eine Chance, dass sie interessant werden?“
Dabei hat Eastwood selbst in seiner späteren Karriere noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen, um manche seiner Projekte umsetzen können. Bei einem seiner besten Filme verzichtete er sogar auf seine Gage, weil das Studio der Ansicht war, der Stoff sei einfach zu düster, um ein großes Publikum in die Lichtspielhäuser zu ziehen. Um welches Meisterstück es sich handelt, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich mache es umsonst": Clint Eastwood musste für einen seiner besten Filme auf eine Menge Geld verzichtenEin ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.