"Irgendetwas ist schiefgelaufen": Der neue Sci-Fi-Kracher eines Ausnahme-Regisseurs läuft aktuell im Kino – doch kaum jemand guckt ihn
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Fasziniert und berührt werden, aber auch ein stückweit über sich selbst erfahren – darin besteht für Daniel die Magie des Kinos.

Edgar Wright („Shaun Of The Dead“, „Baby Driver“) hat einen neuen Film am Start – der eigentlich alles mitbringt, um ein Hit zu werden. Und doch tut sich „The Running Man“ ungemein schwer. Schade, findet auch der Autor der ersten Verfilmung.

Glen Powell etablierte sich mit Filmen wie „Top Gun: Maverick“, „Wo die Lüge hinfällt“ und „Twisters“ zu einem der aktuell gefragtesten Schauspieler in Hollywood – und bringt Leading-Man-Qualitäten mit, wie sie einst auch die Superstars vor der Jahrtausendwende hatten. Ja, egal in welcher Rolle – oder gleich in mehreren –, der Texaner wickelt seine Zuschauer*innen mit seiner Ausstrahlung regelmäßig um den Finger und hat definitiv das Zeug dazu, zu jenen Publikumslieblingen zu avancieren, bei denen die Menschen sagen: „Für seinen nächsten Film gehe ich wieder ins Kino“ – unabhängig davon, wofür er überhaupt als nächstes vor der Kamera steht.

Dementsprechend verwundert es auch nicht, dass Powell als Arnold Schwarzeneggers Nachfolger in „The Running Man“ auserkoren wurde. Neben einigen weiteren bekannten Gesichtern – von Josh Brolin über William H. Macy bis hin zu Michael Cera und Colman Domingo – dürfte für viele Cinephile aber alleine schon Regisseur Edgar Wright Grund genug für einen Kino-Pflichttermin sein. Schließlich avancierte dieser mit Filmen wie „Shaun Of The Dead“, „Hot Fuzz“ und „Baby Driver“ zu einem gefeierten Kult-Regisseur. Und dass die Vorlage für seinen neuesten Film aus der Feder von Stephen King stammt, sollte an den Kinokassen ebenfalls nicht schaden – schließlich erfreuen sich die Werke des Horror-Papstes auch in der Film- und Serienwelt enormer Beliebtheit. Doch obwohl „The Running Man“ allerhand erfolgversprechende Zutaten vermengt, zeichnet sich eine Woche nach Kinostart ein Flop ab.

The Running Man
The Running Man
Starttermin 13. November 2025 | 2 Std. 14 Min.
Von Edgar Wright
Mit Glen Powell, Josh Brolin, William H. Macy
User-Wertung
3,3
Filmstarts
3,0

In den USA legte man mit 16,5 Millionen Dollar am Startwochenende nur auf Platz 2 der Kinocharts los, in Deutschland reichte es mit 75.000 verkauften Tickets gar nur für Rang 4 – und die 28 Millionen Dollar, mit denen der Film weltweit anlief, lassen ein Minusgeschäft für Paramount befürchten. Das legendäre Filmstudio steckt nämlich stolze 110 Millionen Dollar in die Produktion des dystopischen Hochgeschwindigkeits-Actioners. Berücksichtigt man die Abgaben an die Kinobetreiber sowie die Werbekosten, muss „The Running Man“ am Ende sogar noch deutlich mehr als das einspielen, um überhaupt den Break-Even-Point zu erreichen. Ganz zu schweigen davon, Gewinn zu erwirtschaften.

Macher des 1987er-Films zeigt sich enttäuscht

Nun äußerte sich mit Steven E. De Souza der Drehbuchautor von „The Running Man“ (1987) zu Wort. Gegenüber dem Hollywood Reporter zeigt sich dieser enttäuscht vom mauen Abschneiden des Remakes, dem er die Daumen gedrückt hatte.

Er habe das Drehbuch vorab gelesen und beispielsweise das Ende – das sich durchaus von dem des King-Romans* unterscheidet – als absolut funktionierend empfunden. Jetzt aber scheinen De Souza zufolge selbst die positivsten Kritiken etwas am Finale auszusetzen zu haben. „Irgendwas ist schiefgelaufen“, ist sich der Autor ziemlich sicher – und zwar auf dem Weg von den Drehbuchseiten auf die Leinwand.

Man habe das Finale auch schon in dem Schwarzenegger-Film angepasst, damals allerdings mit weit bescheideneren finanziellen Mitteln. „Vielleicht wird die dritte Version im Jahr 2045 ja eine Punktlandung hinlegen“, lässt De Souza ein wenig Galgenhumor aufkommen. Dass mehr Geld nicht immer einen besseren Film macht, findet zumindest David Zucker – der sich diesbezüglich gerade erst dem Remake seines Comedy-Klassikers „Die nackte Kanone“ gegenüber kritisch gab:

Nachdem er weit und breit für Begeisterung sorgte: Harsche Kritik am neuen Liam-Neeson-Film – ausgerechnet vom Macher des Originals!

Steven E. De Souza, der sich gewünscht hätte, dass „The Running Man“ ein Kassenschlager wird und sich Fans der Neuauflage im Zuge dessen auch mit der ersten Adaption beschäftigen würden, vermutet allerdings andere Gründe hinter dem drohenden Box-Office-Flop. Das Marketing habe sich zu sehr am männlichen Publikum orientiert – und das potenziell große Zielpublikum der Frauen außen vor gelassen. Nicht unwesentlich dürfte zudem sein, dass der Film deutlich schlechter ankommt als das Gros von Wrights bisherigen Werken. Auch in der FILMSTARTS-Kritik gab es „nur“ 3 von 5 Sternen – was ihn zum schwächsten Film des Engländers macht.

Übrigens: Wir haben Hauptdarsteller Glen Powell zum Interview getroffen – und mit ihm über seine steile Karriere, das Arnie-Erbe und die extrem fordernden Dreharbeiten gesprochen. Das spannende Gespräch mit dem Shooting-Star könnt ihr hier nachlesen:

12 (!) Stunden Dauer-Sprinten: "The Running Man"-Star Glen Powell über harte Action-Drehs und Arnold Schwarzeneggers Segen

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