Einen von Paul Walkers besten Filmen – zumindest, wenn es nach dem Autor dieses Artikels geht, für den er sogar zu den packendsten Thrillern der 2000er gehört – könnt ihr ab sofort nicht einfach nur im Streaming-Abo, sondern sogar ganz ohne Bindung sowie gratis streamen:
„Joyride - Spritztour“ bietet Spannungskino par excellence – mit einem „Fast & Furious“-Star, der passenderweise die meiste Zeit hinterm Steuer sitzt. Statt eines Spektakels, das auf „schneller, weiter, höher“ setzt, erwartet euch hier allerdings ein fast schon kammerspielartiger Highway-Thriller, der die Spannung sukzessive steigert und schließlich in einem nervenaufreibenden Finale gipfelt, das einem den Atem raubt.
„Joyride - Spritztour“ steht ab sofort auf der kostenlosen Streaming-Plattform Netzkino zur Verfügung. Alternativ könnt ihr zudem auf Disney+* ausweichen, wo der Film ebenfalls verfügbar ist.
„Joyride“ ist ein absolutes Muss für Fans von Filmen wie Steven Spielbergs „Duell“ oder „Breakdown“ mit Kurt Russell sowie für praktisch alle, die ihr Nervenkostüm gerne mal einem Härtetest unterziehen. Wer mag, sollte deshalb also unbedingt mal einen Blick riskieren – vor allem auch, weil es abseits von Streaming derzeit gar nicht mal so einfach ist, „Joyride“ zu sehen. Zumindest nicht in HD. Während der Film immerhin noch auf DVD* erhältlich ist, ist die Blu-ray* schon etwas schwerer zu bekommen.
"Joyride": Auf dem Highway ist die Hölle los(gebrochen)
Als Lewis (Paul Walker) erfährt, dass seine Jugendliebe Venna (Leelee Sobieski) soeben mit ihrem Freund Schluss gemacht hat und ihrer Heimat Kalifornien in den Semesterferien einen Besuch abstatten will, beschließt er, sich kurzerhand ein Auto zu besorgen und die Fahrt nach Colorado anzutreten, um seine Angebetete eigenhändig abzuholen. Auf dem Weg gabelt er spontan noch seinen Bruder Fuller (Steve Zahn) auf, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wird. So weit, so gut.
Um sich die Zeit auf dem Highway zu vertreiben, erlauben sich die beiden schließlich einen Spaß: Über CB-Funk geben sie vor, eine junge, hübsche Frau zu sein, die Lust auf ein unverbindliches Treffen in einem Motel hätte – und finden in einem Truckfahrer mit rauer Stimme, der sich Rostiger Nagel nennt, alsbald ihr Opfer. Doch die beiden ahnen noch nicht, dass sie ihr Späßchen schon bald teuer zu stehen kommen wird...
Die Szene mit dem Rücklicht, die mit dem Kofferraum, die auf dem Maisfeld – und die im Motel sowieso: „Joyride“ brennt sich mit einer ganzen Reihe von Momenten ins Gedächtnis, in denen Spannung, Atmosphäre und pures Terror-Kino zu einem eindringlichen, wilden Ritt kulminieren, der einen immer wieder nervös auf dem Hintern hin und her rutschen lässt.
Regisseur John Dahl („Yellowstone“, „Justified“) erfindet das Rad dabei keineswegs neu, orientiert sich sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch klar an den oben genannten Klassikern – weiß am Ende aber eben auch stets ganz genau, welche Knöpfe er drücken muss, um sein Publikum aus der Reserve zu locken.
Dass das Ganze dabei freilich etwas überhöht daherkommt, liegt in der Natur des durchaus aus der B-Movie-Sparte kommenden Highway-Thrillers. Umso bemerkenswerter ist es, wie es Dahl gelingt, die Terrorschraube immer weiter anzuziehen und der Geschichte dabei nichtsdestotrotz nie ihrer Glaubwürdigkeit zu berauben. Kleinere Logiklöcher fallen hingegen kaum ins Gewicht, weil man ohnehin viel zu sehr damit beschäftigt ist, mit Paul Walker und Co. um sein Leben zu fürchten.
So ist „Joyride“ am Ende ein kurzweiliger, packender und bitterböser Thriller, der in einem schweißtreibenden, dreckigen Finale mündet – und immer wieder famos unterhält, auch wenn man das Ende bereits kennt. Es ist deswegen auch nicht überraschend, dass man später versuchte, mit „Joyride 2“ und „Joyride 3“ genau da weiterzumachen – und ebenso wenig verwunderlich, dass das höchstens in Ansätzen gelang. Unser Tipp: Bleibt besser beim Original!
Übrigens: „Fast & Furious 7“ sollte eigentlich ganz anders enden. Den ursprünglichen Plan, bevor Walker 2013 bei einem Autounfall ums Leben kam, erfahrt ihr hier:
So sollte "Fast & Furious 7" ohne Paul Walkers Tod enden – es hätte die Zukunft der Action-Reihe massiv verändert*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.