Wohl jeder Schauspieler hat sich mindestens einmal in seiner Karriere mit leidigen „Was wäre wenn?“-Szenarien herumplagen müssen – schließlich entpuppt sich lange nicht jede Entscheidung auch im Nachhinein noch als richtig. So hat beispielsweise Al Pacino das Potenzial eines gewissen Science-Fiction-Films namens „Star Wars“ nicht erkannt und ließ sich so eine der potenziell größten Rollen seiner Karriere durch die Lappen gehen (mehr dazu hier). Auch Jake Gyllenhaal lag schon einmal komplett daneben, als er „Avatar“ sausen ließ, um stattdessen in einem gefloppten Fantasy-Blockbuster mitzuspielen (wir berichteten).
Jeff Bridges kann ebenfalls auf mindestens einen solchen Fall zurückblicken. Denn vor 38 Jahren wurde dem „Iron Man 2“-Mimen die Hauptrolle in einem Actionthriller angeboten, der nicht nur neue Maßstäbe für sein Genre setzen, sondern auch seinen Star über Nacht in die oberste Hollywood-Liga katapultieren sollte: Die Rede ist von „Stirb langsam“!
1988 wurde das Spektakel mit Bruce Willis als Ein-Mann-Armee wider Willen zum Mega-Hit, der vier direkte Nachfolger sowie eine schier unüberblickbare Anzahl von Kopien nach sich zog. Doch bevor der damals noch unbekannte Willis als Hauptdarsteller an Bord kam, wurde die Rolle des John McClane zahlreichen anderen Schauspielern angeboten – darunter Frank Sinatra, Clint Eastwood, Richard Gere oder Sylvester Stallone. Und auch Jeff Bridges zählte zwischenzeitlich zu den Wunschkandidaten der Produzenten – lehnte aber aus nicht näher bekannten Gründen ab.
Wäre Jeff Bridges ein größerer Star, wenn er in "Stirb langsam" mitgespielt hätte?
In die Öffentlichkeit gelangte diese Anekdote im Übrigen nicht einmal durch den „Explosiv – Blown Away“-Darsteller selbst, sondern durch Regisseur Iain Softley, der 2001 mit Bridges das Mysterydrama „K-PAX – Alles ist möglich“ drehte. In einem Interview mit The Guardian gab der Filmemacher zu Protokoll: „Irgendwann wurde Jeff die Rolle angeboten, die schließlich Bruce Willis bekam. Hätte er sie angenommen, wäre er ein Megastar geworden.“
Allerdings glaube Softley nicht, dass die verpasste Chance lange in Bridges gearbeitet hätte – was gut zu dem tiefenentspannten Image des heute 76-Jährigen passt. „Er konnte immer die Filme machen, die er machen wollte, also wo ist das Problem?“, so Softley. Da trifft er sicherlich einen Punkt: Bridges haftete stets der Ruf eines unterschätzten Schauspielers an, der zwar einen Oscar (für „Crazy Heart“) gewann und für sechs weitere Academy Awards nominiert wurde, aber nie den ganz großen Mainstream-Durchbruch schaffte.
Dafür spielte er von Fans kultisch verehrte Figuren wie den „Dude“ aus „The Big Lebowski“, stellte seine Vielseitigkeit in so unterschiedlichen Werken wie „Starman“, „Die fabelhaften Baker Boys“, „König der Fischer“ oder „True Grit“ unter Beweis und erhielt dafür konstant große Anerkennung. Wusstet ihr übrigens, dass Bridges bereits vor 75 (!) Jahren zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen war – als Baby? Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Vor 75 (!) Jahren war er zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen – heute ist er ein oscarprämierter Hollywood-Star!