Für unsere Initiative „Deutsches Kino ist (doch) geil!“ wählen wir jeden Monat einen deutschen Film, der uns ganz besonders gut gefallen, inspiriert oder fasziniert hat, um den Kinostart – unabhängig von seiner Größe – redaktionell wie einen Blockbuster zu begleiten. In diesem Monat ist die Wahl auf die urkomische und tief berührende Bestseller-Verfilmung „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (Kinostart: 29. Januar) gefallen. Damit schafft Regisseur Simon Verhoeven nach „Girl You Know It’s True“ und „Alter weißer Mann“ bei uns den „Deutsches Kino ist (doch) geil!“-Hattrick – und das hätten wir nicht gemacht, wenn er uns mit seinem neuen Film nicht völlig geplättet hätte.
Nach dem Kinohit „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ basiert auch „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ auf einem Bestseller von Joachim Meyerhoff: Wo der Vorgänger noch von der Kindheit des Autors als Sohn eines Psychiatrie-Leiters in Norddeutschland handelte, spielt der neue Film einige Jahre später. Diesmal zieht es Joachim („Die Discounter“-Shootingstar Bruno Alexander) fürs Schauspielstudium zu den Großeltern nach München, wo sich schnell herausstellt, dass Oma (Senta Berger) und Opa (Michael Wittenborn) ebenso wie die Schauspielkurse eine ganz gehörige, wenn auch immer charmante Portion Wahnsinn bedeuten.
Ich habe noch nicht gecheckt, ob unser Kritiken-Autor Kamil Moll noch immer vor beglücktem Lachen unter dem Tisch liegt, oder ob er es mittlerweile wieder unter dem Tisch hervor geschafft hat. Aber das seiner 4,5-Sterne-Kritik spricht Bände: Simon Verhoeven hält die Balance zwischen Klamauk und sanfter Traurigkeit souverän und schafft so eine der lustigsten deutschen Komödien der letzten Jahre – warmherzig, klug und emotional überraschend tief!
Darum geht’s in "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke"
Joachim wird überraschend an der renommierten Schauspielschule in München aufgenommen und zieht in die herrschaftliche Villa seiner Großeltern ein. Dort erlebt er einen Alltag voller kurioser Rituale, geprägt von charmanten, wenn oft auch alkoholgetränkten Gewohnheiten seiner Großmutter und seines Großvaters. Gleichzeitig taucht Joachim in die intensive und oft skurrile Welt des Theaters ein, wo man „Effi Briest“ auch schon mal als Nilpferd aufführen muss.
Zwischen den Bühnenproben und den Eigenheiten des Familienlebens gerät Joachim in einen Strudel aus Selbstzweifeln, skurrilen Begegnungen und inspirierenden Momenten. Auf seinem Weg versucht er, sich nicht nur in der Theaterwelt zu behaupten, sondern auch herauszufinden, wer er wirklich ist…
Simon Verhoeven zu Gast bei uns im Podcast
Langsam wird er zum Dauergast! Nach seinen Besuchen zu „Girl You Know It’s True“ und „Alter weißer Mann“ schaut Simon Verhoeven auch zum Start von „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ wieder bei uns im Podcast-Studio vorbei – und wer mindestens eine der beiden vorherigen Leinwandliebe-Episoden mit ihm gehört hat, weiß, dass er im persönlichen Gespräch kein Blatt vor den Mund nimmt.
Webedia
Ich kann euch also nur empfehlen, unbedingt in die neueste Folge von Leinwandliebe hineinzuhören. Simon Verhoeven verrät nicht nur, ob er mit den 900.000 Kinobesucher*innen für „Alter weißer Mann“ zufrieden war oder nicht, sondern auch, warum sich sein Hauptdarsteller Bruno Alexander ausgerechnet in einem Zoo (!) auf seine Rolle vorbereitet hat: