Machte Peter Berg zunächst mit überhöhtem Genrekino („Very Bad Things“) und noch überhöhteren Action-Blockbustern („Welcome To The Jungle“, „Battleship“) von sich reden, fand der gebürtige New Yorker schließlich seine Berufung darin, dramatische reale Ereignisse in bester Hollywood-Manier nachzuerzählen. Dabei herausgekommen sind inzwischen einige durchaus brachiale Kracher, die einiges gemeinsam haben. Etwa eine Extraportion Heroismus sowie Mark Wahlberg in der Hauptrolle.
Wer gegen beides nichts einzuwenden hat, dürfte gut unterhalten werden, wenn es etwa in „Deepwater Horizon“ zu einer der größten Bohrinsel-Katastrophen überhaupt kommt oder in „Boston“ dem Marathon-Attentäter auf die Spur gegangen wird, der die US-Ostküstenmetropole 2013 in Atem hielt. Wer es gerne (noch) actionreicher hat, wird indes an anderer Stelle bedient – und zwar mit „Lone Survivor“, der am 29. Januar 2026 wieder auf DVD und Blu-ray erscheint und damit seine Heimkino-Rückkehr feiert.
Nachdem die bisherigen Veröffentlichungen auf DVD und Blu-ray sowie im limitierten Steelbook zuletzt sukzessive aus den Händlerregalen verschwunden sind, sorgt der hiesige Verleih SquareOne Entertainment jetzt also für frischen Nachschub. Wenn ihr die alte Auflage besitzt, seid ihr mit dieser allerdings weiterhin gut beraten. Ein Upgrade gibt's nämlich nicht. Während der Film also in der altbekannten Bild- und Tonqualität vorliegt, erwarten euch zusätzlich wie schon in der Vergangenheit Interviews mit Cast und Crew sowie eine beachtliche Reihe von Featurettes, mit denen ihr einen Blick auf die Entstehung des Action-Thrillers werfen könnt.
"Lone Survivor": Stark inszeniert, etwas dick aufgetragen
Erzählt wird die wahre Geschichte von Marcus Luttrell (Mark Wahlberg), Mike Murphy (Taylor Kitsch), Matt Axelson (Ben Foster) und Danny Dietz (Emile Hirsch). Die vier Navy-SEALs bilden ein Einsatzkommando, das im Jahr 2005 in Afghanistan stationiert ist – und eines Tages den Auftrag erhält, den lokalisierten Taliban-Anführer Ahmed Shahd (Yousuf Azami) zu eliminieren. Doch obwohl die Mission bis ins kleinste Detail geplant ist, sitzen die Soldaten schon bald in der Falle. Denn eine Gruppe von Ziegenhirten entdeckt sie – und so dauert es nicht lange, bis auch die Taliban von den Amerikanern Wind bekommen…
Oberflächlich betrachtet, ist „Lone Survivor“ erst einmal ein inszenatorisches Brett. Peter Berg weiß eben ganz genau, wie man in Actionszenen eine eindringliche Wucht entfaltet, garniert die intensiven Feuergefechte mit schonungslosen Gewaltspitzen und macht dabei eigentlich auch viel richtig, wenn es darum geht, die Schrecken des Krieges für das Publikum fühlbar zu machen.
Allerdings prasseln hier nicht nur die Salven nur so auf einen ein, sondern auch der unkomprimierter Pathos und Patriotismus, der dem Ganzen letztlich einen eher fragwürdigen Stempel aufdrückt. Ähnlich wie oftmals auch bei chinesischen (Anti-)Kriegsfilmen, sind die visuellen Schauwerte hier also unbestreitbar – werden auf inhaltlicher Ebene allerdings immer wieder untergraben. „Lone Survivor“ ist so am Ende zwar aufgrund seiner visuellen Schauwerte durchaus sehenswert, am Ende macht Regisseur Peter Berg aus dem Stoff allerdings zu wenig.
Eine solche Kritik muss sich der vielleicht schockierendste, erschütterndste Kriegsfilm überhaupt nicht nachsagen lassen – wie ihr seit kurzem auf Blu-ray feststellen könnt:
Nichts für schwache Gemüter: Einer der besten und niederschmetterndsten Kriegsfilme aller Zeiten feiert sein Heimkino-Comeback*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision. Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.